Langsam wird es knapp. Zumindest bei der Größe. Nur noch magere 13 Zentimeter liegen zwischen dem Passat und dem auf 4,64 Meter Länge gewachsenen Jetta. Beim Preis bleibt dagegen ein Respektabstand. 36.820 Euro kostet der Passat 2.0 BlueTDI Highline mit DSG, satte 6870 Euro mehr als der ebenfalls 140 PS starke Jetta, auch als Highline und mit DSG. Da dürfte die Entscheidung leichtfallen, oder? Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Denn für diesen Zuschlag bietet der Passat auch deutlich mehr Ausstattung. Egal ob elektronische Parkbremse, Reifenkontrollanzeige, Müdigkeits- oder Regensensor – das und manches mehr ist beim Passat serienmäßig an Bord, für den Jetta dagegen gar nicht lieferbar.

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Auch bei den Sonderausstattungen zieht VW eine klare Grenze: Adaptive Distanzregelung, Xenonlicht und Spurhalteassistent, Rückfahrkamera oder DCC-Fahrwerk bleiben dem Passat vorbehalten, gegen Aufpreis selbstverständlich. Auch den Größenvorteil spielt der Passat ganz lässsig aus. Er bietet eben doch mehr Platz als ein Jetta. Vorn geht es luftiger zu, noch deutlicher ist das Platz-Plus im außergewöhnlich geräumigen Fond zu spüren. Man sitzt hier bequemer und mit mehr Bewegungsfreiheit als im Jetta. Eng ist es dort aber keineswegs, im Gegenteil. Riesig vor allem der Platz für lange Beine, die Kopffreiheit liegt kaum unter der des Passat. Einziger wesentlicher Unterschied: Der Jetta ist sieben Zentimeter schmaler als der Passat – zu dritt oder mit Kindersitzen wird es spürbar knapper.

Überblick: Alle News und Tests zum VW Jetta

Und auch sonst sind die Rollen glasklar verteilt: Überall, wo der in Mexiko gebaute Jetta ordentlich zusammengefügt ist, setzt der Passat noch einen obendrauf. Sorgfältigere Verarbeitung, feinere Kunststoffe und Nettigkeiten wie etwa die Gasdruckfeder für die Motorhaube sind Merkmale einer höheren Luxus-Liga. Keinen Unterschied gibt es dafür bei Motor und Getriebe. Jetta und Passat fahren beide mit dem Zweiliter-TDI mit 140 PS und Sechsgang-DSG vor. Und der geschmeidige, kräftige Diesel passt mit seiner Laufruhe und dem souveränen Durchzug bestens zu den Limousinen. Beide sind annährend gleich schnell unterwegs – zügig, nicht hastig – und bleiben beim Verbrauch angenehm zurückhaltend: Mit 6,1 Litern begnügt sich der Jetta, der Passat liegt mit 6,3 Litern nur knapp darüber.

Weitere Details zum Vergleich der beiden Markenbrüder gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel lesen Sie in AUTO BILD 10/2011, ab sofort im Handel.

Fazit

Das Ergebnis fällt klarer aus als vielleicht erwartet: Nein, der Jetta ist nicht der bessere Passat. Für den muss man zwar mehr zahlen, bekommt aber auch mehr Auto. Bleibt die Frage, ob man gerade dieses Quäntchen mehr wirklich braucht. Denn der Jetta, gut aussehend wie nie zuvor und mit jeder Menge innerer Werte ausgestattet, macht seine Sache bestens. Und wird für viele wohl trotzdem erste Wahl sein. Schon wegen seines Preises.