VW greift nach dem chinesischen Massenmarkt und will laut Medienberichten in China eine neue Billigmarke gründen. autobild.de zeigt, mit welchen Modellen VW antreten könnte.
(dpa/jkt) Europas größter Autobauer Volkswagen plant, den chinesischen Massenmarkt mit einer neuen Marke zu erobern, die vor allem günstige Kleinwagen verkauft. Die Rückkehr des VWKäfer? Ganz sicher nicht. Aber laut "Handelsblatt" gibt es bereits Verhandlungen mit Joint-Venture-Partnern, ohne die kein ausländischer Konzern in China Autos bauen darf. Details stehen aber noch nicht fest. Auch der Aufsichtsrat des Wolfsburger Konzerns muss den Plänen noch zustimmen. Dem Bericht zufolge soll sich die neue Marke vor allem an Chinesen richten, die außerhalb der großen Millionen-Metropolen leben.
Überblick: Alle News und Tests zu Volkswagen
Bild: Larson
Die Kleinwagen sollen weniger als 8000 Euro kosten. Laut VW-China-Chef Karl-Thomas Neumann fördert die chinesische Regierung seit einiger Zeit nationale Marken. "Vor diesem Hintergrund werden alle Gemeinschaftsunternehmen von ausländischen Herstellern in China – wie etwa unsere FAW Volkswagen und SAIC Volkswagen – aufgefordert, lokale Marken aufzubauen", sagte der China-Chef. "Eine lokale Automarke sehen wir grundsätzlich als eine Chance, in Marktsegmenten aufzutreten, in denen Volkswagen bislang in China nicht vertreten ist." Warum sich VW von der chinesischen Regierung derart unter Druck setzen lässt ist klar: Das Riesen-Reich ist ein absoluter Wachstumsmarkt, in dem die Wolfsburger viel Geld verdienen.
Das Problem: Die dazu nötigen, extrem günstig zu produzierenden Plattformen gibt es bei VW (noch) nicht. Zwar arbeiten die Wolfsburger konzernweit an einem neuen Kleinstwagen der Ende 2011 als neuer VW Lupo vorgestellt werden wird – dessen Technik taugt aber wenig als Basis für einen günstigen Volkswagen für die chinesische Landbevölkerung. Denkbar wäre ein weiterer Griff ins Südamerika-Regal, wo mit Gol, Parati und Co. solide VW-Ware vom Band rollt – die allerdings nicht mehr ganz so taufrisch ist. Effektiver wäre wahrscheinlich der Griff ins Kleinwagen-Regal von Neu-Partner Suzuki. Die Japaner bauen erfolgreich moderne Kleinwagen und entwickeln aktuell mit VW einen Kleinstwagen für den indischen Markt.
Fotos von den VW-Modellen in China
1/73
VW will seine Spitzenstellung in China ausbauen und gründet dafür offensichtlich eine neue Billig-Marke, deren Fahrzeuge vor allem bei den Chinesen außerhalb der großen Städte verkauft werden sollen. Wie der neue regionale Autobauer heißen soll, ist noch nicht bekannt.
2/73
Bislang verkauft VW in China vor allem aufgepeppte Versionen alter Modelle aus Deutschland oder ...
3/73
... Fahrzeuge wie den alten Gol aus Südamerika. Der wird in China von Shanghai Volkswagen verkauft. Ein Umzug der "Alteisen"-Modelle zur neuen Billigheimer-Marke scheint genauso denkbar, wie die Verwendung ...
4/73
... komplett neuer Plattformen. Auswahl gibt es im immer größer werdenden VW-Konzern genug. Skoda bastelt an einem winzigen Citycar, das ebenso ...
Bild: Larson
5/73
... wie der dazu passende neue Seat Arosa auf der Technik des neuen ...
Bild: Larson
6/73
... VW Lupo (up!) basiert, der Ende 2011 vorgestellt werden wird. Zunächst als Dreitürer mit sparsamen Motoren, später auch als Fünftürer und Elektroauto.
Bild: Larson
7/73
Das Problem: Die neue Zwergen-Generation von VW ist eigentlich viel zu aufwendig, um in China als Billig-Kracher das Volk zu mobilisieren. Da scheint es viel realistischer, dass sich VW von Neu-Partner Suzuki die Expertise zum Bau von günstigen Kleinwagen besorgt und auf China überträgt. Beide Konzerne arbeiten parallel auch schon an einem Billigauto für den indischen Markt.
Bild: Larson
8/73
Für einen armen Chinesen vom Land praktisch unerreichbar: ein VW Jetta, der in China allerdings ...
Altes Eisen aus Deutschland? Bitte sehr: FAW-VW hat noch diesen ältlichen VW im Angebot, den VW Jetta.
13/73
Seit 1991 wird die zweite Jetta-Generation in China gebaut und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit.
14/73
Das gilt auch für den guten alten VW Santana, der seit 1983 in China vertreten ist. Entsprechend ...
15/73
... bunt ist der Stilmix an Bedienelementen im Cockpit, das im Laufe der Jahre immer wieder überarbeitet wurde.
16/73
Das letzte große Facelift brachte 2004 den Santana 3000 hervor, der ...
17/73
... sich in China vor allem als Taxi etabliert hat.
18/73
Klarer Fall: Hier ist ein VW Passat zu sehen. Das stimmt allerdings nur, wenn man kein Chinese ist.
19/73
Der kennt den braven Passat nämlich nur als VW Magotan.
20/73
Ganz neu ist der VW New Bora, der speziell für die ...
21/73
... Design-Ansprüche chinesischer Kunden entwickelt wurde.
22/73
Technisch ist der New Bora ein VW Jetta.
23/73
Das gilt übrigens auch für den VW Lavida, der in China parallel mit dem New Bora vorgestellt wurde.
Bild: Werk
24/73
Wie wichtig Fahrzeuge wie der Lavida für VW sind, zeigte sich auf der Auto China 2010. Da präsentierten die Wolfsburger den E-Lavida, der ab 2013 im Testbetrieb durch China rollen soll.
25/73
Im Kofferraum des Strom-Jetta: Ein knuffiges Elektro-Fahrrad.
26/73
Was weltweit sonst noch alles als VW verkauft wird? Das zeigen wir Ihnen auf den folgenden Bildern. Freuen Sie sich auf alte Bekannte und hierzulande nie gesehene Fahrzeuge. Wie wär's zum Beispiel mit dem kleinen VW Fox, den die Wolfsburger aus Brasilien importieren, um die Lücke des seligen Lupo zu schließen.
Bild: Werk
27/73
Dieser etwas schlichte Kompaktling heißt VW Novo Gol und wird in Brasilien gebaut.
28/73
Optisch irgendwo zwischen Polo und Golf angesiedelt, ist die dritte Gol-Generation mit einem Einliter-Vierzylinder (72 PS) und einem 1,2 Liter großen Benziner (101 PS) zu haben. Beide Motoren
können mit Bioethanol oder Benzin betrieben werden ("TotalFlex"-Technologie).
29/73
Gleiches Auto, anderes Land: In Argentinien ist die neue Gol-Generation auch zu haben. Dort allerdings ...
30/73
... als Gol Trend.
31/73
Einen neuen Gol haben wir noch. Den hier. Er stammt aus Mexiko und heißt ...
32/73
... dort schlicht Gol. Mit dem Cockpit könnten sich sicher auch deutsche Sparfüchse anfreunden.
33/73
Und mit dem knackigen Po im Look des Polo sowieso.
34/73
Dieser Kombi auf Stelzen heißt in Brasilien Gol Parati oder einfach nur Parati.
35/73
Seine Rolle als braver Lastesel wird beim Blick ins Cockpit deutlich. Teile davon kennen wir aus dem VW Fox.
36/73
Basis ist allerdings nicht der Novo Gol, sondern dessen Vorgänger, der als Gol G4 weiter im Programm ist.
37/73
Noch ein Parati? Technisch schon. Allerdings heißt der Kombi in Argentinien Gol Country.
38/73
Schwarze Nase, kantige Form – hier kommt der Gol G4, der in Brasilien parallel zu seinem Nachfolger gebaut wird.
39/73
Das schlichte Cockpit kennen wir schon vom Parati. Airbags? Fehlanzeige.
40/73
Natürlich gibt es den Gol G4 auch ohne schwarze Nase. In Argentinien. Dort heißt er dann ...
41/73
... auch Gol Power und tritt mit einem etwas freundlicheren Hartplastik-Cockpit an.
42/73
Hinten bleibt es bei der Verwandtschaft von VW Golf, VW Polo und Skoda Fabia.
43/73
Dieses freundliche Kühler-Gesicht kennen wir schon vom brasilianischen Novo Gol – in diesem Fall gehört es aber zum VW Voyage – dem in Brasilien und Argentinien bekannten Stufenheck-Ableger des Novo Gol.
44/73
Den kennt man auch in Mexiko, allerdings unter der schlichten Bezeichnung ...
45/73
... VW Gol Sedan.
46/73
Freunde offener Ladeflächen werden in Brasilien fündig. Der Nova Saveiro ist die ...
47/73
... kompakte Pick-up-Antwort auf den neuen VW Amarok.
48/73
Der Vorgänger des Nova Saveiro wird noch in Argentinien verkauft. Sein Name: Saveiro.
49/73
Den VW Fox kennen wir inzwischen ja auch in Europa. Diesen hier aber nicht. Der Novo Fox ist das ...
50/73
... Ergebnis eines tiefgreifenden Facelifts. Ein flottes Cockpit inbegriffen.
51/73
Der Haken: Nach Deutschland wird der frische Fuchs kaum kommen – wir kriegen bald den Lupo zurück.
52/73
Den hier hätten sich viele deutsche VW-Kunden gewünscht: den Crossfox. Der auf SUV geschminkte Winzling ist allerdings nur in Brasilien, ...
53/73
... Argentinien und Mexiko zu haben.
54/73
Und auch dieser Fox-Ableger hätte in Euroa sicher Freunde gefunden. Der Space Fox ist der Van-Ableger des kleinsten VW und unter diesem Namen in Brasilien bekannt.
55/73
Ein Name, mit dem Argentinier wenig anfangen können. Denn dort heißt der schlichte Micro-Van ...
56/73
... VW Suran. Mexikaner wiederrum kennen den Hochdach-Fox als SportVan.
57/73
So ein Golf ist eigentlich eine durch und durch unlustige Angelegenheit. Es sei denn, man ordert ihn in Brasilien oder Argentinien. Dann ...
58/73
... bekommt man diesen wilden Kompakten vor die Tür gestellt. Optisch irgendwas zwischen Golf IV, Golf V ...
59/73
... und Golf VI. Erst ein Blick ins Cockpit offenbart, mit welcher ...
60/73
... Golf-Generation man es wirklich zu tun hat: der vierten!
61/73
Man nehme einen VW Jetta IV und die Nase eines alten Passat – fertig ist der VW Bora. Wird so in ...
62/73
... Braslien und Argentinien verkauft.
63/73
In Mexiko wird aus dem Bora dann schlicht ein Jetta.
64/73
Diesen Jetta kennen wir auch. Und die VW-Käufer in Brasilien, Argentinien sowie in den USA.
65/73
In Mexiko dagegen heißt dieser Jetta dann Bora.
66/73
Noch nicht verwirrt genug? Dann hätten wir hier noch einen klassischen Golf Variant, der in Amerika Jetta SportWagon und in ...
67/73
... Brasilien Jetta Variant heißt.
68/73
Dieser knuffige Bus schnaufte bei uns als VW T2 durch die Gegend. In ...
69/73
... Brasilien wird er nach wie vor als Neuwagen verkauft und hört auf ...
70/73
... den schlichten Namen Kombi.
71/73
Zum Schluss noch ein VW, der gar keiner ist. In den USA und in Mexiko ist der VW Routan zu haben, der nicht nur optisch ...
72/73
... nicht so richtig ins VW-Bild passen will.
73/73
Technisch ist der Routan nur ein Chrysler Voyager, der mit diversen VW-Logos zum Volkswagen umgerüstet wurde.