Die Stars der Auto Shanghai 2009
Das Tor zur heilen Auto-Welt

Während in Europa Auto-Messen um Aussteller und ums Überleben kämpfen, ist Shanghai auf Expansionskurs. autobild.de zeigt die Stars und Sternchen der Auto Shanghai 2009.
- Jochen Knecht
Automessen? Das waren mal Selbstläufer. Für Besucher, Journalisten und natürlich Veranstalter. Sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, das wollte sich kein Autobauer entgehen lassen. Geld für aufwändige Messeauftritte war praktisch unbegrenzt vorhanden. Schnitt. Alles Schnee von gestern. Wenn heute die großen Messeveranstalter zum Stelldichein rufen, dann versammelt sich das, was von der heilen Auto-Welt noch übrig ist. Im Fall der Veranstaltungen in Bologna, Leipzig oder Tokio ist das nicht viel. Im Fall der Shanghai Auto 2009 aber doch eine ganze Menge. Denn während die europäischen Messen ums Überleben kämpfen oder diesen Fight bereits verloren haben, protzen die Chinesen mit 20 Prozent mehr Ausstellungsfläche als 2007. Vergebener Ausstellungsfläche, versteht sich. Der Grund ist einfach: China ist einer der letzten Wachstumsmärkte. Praktisch alle großen Autobauer konnten das chinesische Jahr 2008 mit satten Umsatzzuwächsen abschließen. Da wundert es nicht, dass selbst Ford, GM und Chrysler für eine Reise nach Shanghai die letzten Dollar zusammengekratzt haben.
Lust am Luxus: Die deutschen Hersteller geben in China Vollgas

Schlecht kopiert und nichts gewonnen: Ohne Plagiate geht es noch nicht

Zarte Design-Pflänzchen
Zum Thema Plagiat kann auch der bislang unauffällige Autobauer Yema seinen Beitrag leisten. Ab Mai 2009 soll nämlich der SQJ6451 bei den Händlern stehen. Mit Allrad und 96-PS-Motor. Für umgerechnet 6500 Euro. Klingt fair. Wäre es auch. Wenn der Allradler nicht eine 1:1-Kopie des alten Subaru Forester wäre. Nicht ganz so dreist, aber immer noch von europäischen Vorbildern inspiriert: die Neuen von Great Wall Motors. Alle im SUV-Stil. Und mit dem ein oder anderen Bauteil, das Fiat- oder Chevrolet-Fahrern bekannt vorkommen sollte. In Erinnerungen schwelgen werden Citroën-Fahrer beim Anblick des Dongfeng Fengshen. Der schiebt zwar einen modernen Riesen-Kühler durch den Wind, ist aber technisch nicht mehr als ein solider Citroën ZX. Dass es auch anders geht, zeigt Großkonzern SAIC, der die Reste von Rover und MG aufgekauft hat. Rover heißt jetzt Roewe und wird in Shanghai den N1 an den Start bringen – eine kompakte und recht seriennahe Stufenheck-Studie, die mit dem MG6 parallel auch noch ein sportliches Brüderchen bekommen wird. Noch was? Ja. Der Changan e301. Ein sehr futuristischer kompakter Flügeltürer, der garantiert so nie gebaut werden wird – aber immerhin die heile Auto-Welt beschwört. Auf nach Asien!
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