Die achte Generation des VW Passat steht in den Showrooms. Die Baureihe mit der internen Bezeichnung "B8" ist ab sofort bei den Volkswagen-Händlern zum Preis von mindestens 25.875 Euro (Limousine 1.4 TSI mit 125 PS) beziehungsweise ab 26.950 Euro (Variant) erhältlich. Außerdem gab  Volkswagen die weiteren Preise für das Modelljahr 2015 inklusive der Sportausstattung R-Line bekannt. Letztere kostet als Exterieur-Paket mindestens 1255 Euro (Passat Variant ab 1335 Euro) und als Interieur-Paket mindestens 1105 Euro.

Passat mit 240 Diesel-PS und Allradantrieb ab 43.625 Euro

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Video: VW Passat B8 (2014)

Ein Auto für Agenten?

Der stärkste Diesel-Passat 2.0 TDI SCR 4Motion mit 240 PS (240 km/h Spitze, 6,1 Sekunden bis Tempo 100, Verbrauch 5,3 Liter) ist als "Comfortline" für 43.625 Euro zu haben (Variant: 44.625 Euro). Spitzenmotor unter den Benzinern wird der 2.0 TSI mit 280 PS sein, er steht weiterhin nicht in der Preisliste. Preis und Marktstart für den ersten Passat mit Plug-in-Hybridantrieb stehen ebenfalls noch nicht fest – der 1.4 TSI PHEV bringt es auf 211 PS Systemleistung und soll rein elektrisch 50 Kilometer weit fahren.

Der Passat wird nicht länger – aber der Radstand wächst

Neuer Passat mit 240 Diesel-PS
Der Radstand wächst um 79 Millimeter auf 2,79 Meter – das verspricht einen Komfortgewinn.
Der Passat ist ein weltweiter Bestseller, 2013 wurden 1,1 Millionen Exemplare (mit allen möglichen Ablegern) verkauft. Große Experimente wagt VW deshalb nicht: Das Design bleibt klassisch gezeichnet, optisch ist aus dem Passat ein kleiner Phaeton geworden. Faktisch ist die Limousine 4767 Millimeter lang und damit zwei Millimeter kürzer als der Vorgänger. Gleichzeitig wurde der Radstand um 79 Millimeter auf 2,79 Meter verlängert, das verspricht einen Komfortgewinn. Dabei wanderten die Vorderräder 29 Millimeter in Richtung Frontstoßfänger, die Hinterräder um 17 Millimeter in Richtung Heckstoßfänger.
Die Fahrgastzelle ist 33 Millimeter länger, das sorgt für kürzere Karosserieüberhänge. Gleichzeitig ist der Passat um 14 Millimeter niedriger (1456 Millimeter) und zwölf Millimeter breiter (1832 Millimeter). So steht die Wolfsburger Mittelklasse satt auf der Straße, dezente Lichtkanten und Knicke lassen den Passat B8 breiter und flacher wirken, als er tatsächlich ist.
Kaufberatung: Mittelklasse-Limousinen bis 40.000 Euro

Der Passat Highline leuchtet serienmäßig mit LED

Wie bisher wird der Passat in den drei Ausstattungsversionen Trendline, Comfortline und Highline angeboten. Beim Highline sind serienmäßig LED-Scheinwerfer an Bord. Das Tagfahrlicht setzt wie die Heckleuchten ebenfalls auf LEDs. Das Hauptfeld des Tagfahrlichts übernimmt auch die Blinkfunktion – dabei kommen zwölf LEDs zum Einsatz, die weiß oder gelb leuchten können. Daneben gibt es als Extra noch zwei weitere Ausbaustufen des LED-Lichts, die mit ihrer speziellen Signatur für einen besonders markanten Eindruck erzeugen sollen. Das Heck kommt bei den Top-Varianten mit trapezförmigen Chromblenden der Abgasanlage, bei der R-Version sind die Rückleuchten abgedunkelt.

Der Kombi Passat Variant schluckt bis zu 1780 Liter Gepäck

In der Kombi-Version Passat Variant steigt das Kofferraumvolumen um 47 auf 650 Liter. Wird der Kofferraum bis unter das Dach beladen, steigt das Volumen auf 1780 Liter. Die Limousine schluckt 586 Liter, das sind 21 Liter mehr als beim Vorgänger.
VW (Passat) CC Illustration Frontansicht
Klassische Luftausströmer gibt es nicht mehr, sie sind als funktionelles Dekorelement wie ein Band über die gesamte Breite des Interieurs integriert.
Innen wird der Passat eine Spur edler: Dabei fällt der Armaturenträger relativ schlank aus und mündet in die Türverkleidungen. Klassische Luftausströmer gibt es nicht mehr, sie sind als funktionelles Dekorelement wie ein Band über die gesamte Breite des Interieurs integriert. Unterhalb von Luftausströmer und Dekorblende folgt ein extrem flach ausgeführter Leuchtstreifen (Ambiente-Licht), der sich in den Türen fortsetzt – hier stehen drei Farben zur Wahl.

Im VW Passat hält das Virtual Cockpit à la Audi Einzug

Passat geht voll gegen BMW und Mercedes
Wie im "Virtual Cockpit" von Audi lassen sich die Instrumente weitgehend frei programmieren.
Im neuen Passat bringt VW erstmals ein als Volldisplay aufgebautes Kombiinstrument mit interaktiver Darstellung auf den Markt: Beim sogenannten Active Info Display werden die Instrumente rein virtuell per Software realisiert. Nur die im unteren Teil des Displays angeordneten Symbolleuchten sind weiterhin "Hardware". Als erster VW wird der Passat künftig auch mit einem Head-up-Display zu haben sein. Ebenfalls neu ist ein "Rear Seat Entertainment"-Paket: Im Kern ist das eine App, die das Infotainmentsystem mit Tablet-Computern kompatibel macht. Via WLAN können die Tablets dabei auf verschiedenste Funktionen zugreifen. Zum Paket gehört auch eine Tablet-Halterung samt Stromanschluss.

Assistenzsysteme: Von "Area View" bis "Trailer Assist"

So kommt der neue Passat
Im Passat Variant steigt das Kofferraumvolumen um 47 auf 650 Liter. Die Limousine schluckt 586 Liter, das sind 21 Liter mehr als beim Vorgänger.
Die Liste der Assistenz- und Komfortsysteme ist lang. So gibt es eine modernere Version des "Area View" – die die Video-Parkhilfe aus Vogelperspektive kommt künftig mit einer höheren Kameraauflösung, Hinderniserkennung und "3D-Birdview"-Perspektiven. Mit dem "Park Assist" findet der Passat allein in Parklücken, der "Side Assist" hilft beim Ausparken und erkennt andere Fahrzeuge, die sich von hinten nähern. Hilfe beim Rangieren mit Anhänger bietet ein "Trailer Assist". Ein Stauassistent soll Stau- oder Stop-and-go-Fahrten komfortabler machen – inklusive Spurhaltesystem (Lane Assist) und automatischer Distanzregelung.

Wenn der Passat-Pilot pennt, greift die Notbremse

Ein weiteres System, bei dem Lane Assist und ACC zu einem neuen Assistenzsystem verschmelzen, ist der "Emergency Assist": Sobald die Sensoren erkennen, dass der Fahrer weder Lenk-, Brems- noch Beschleunigungsaktivitäten zeigt, leitet das System in verschiedenen Eskalationsstufen zunächst das Wachrütteln des Fahrers und in der Folge einen Nothalt ein.

Von

Stephan Bähnisch