Ein billiger VW Phaeton kann am Ende richtig teuer werden
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Als Neuwagen lief der VW Phaeton 2016 aus. Gebraucht gibt es ihn heute bereits ab etwa 5000 Euro. Doch ist die große Limousine eine Empfehlung?
Wahre Schönheit kommt von innen. Diese Weisheit interessiert in der prestigegetriebenen Oberklasse offenbar nicht allzu viele Kunden. Der Beweis: Nur 84.235 Exemplare des VW Phaeton fanden binnen 15 Jahren weltweit einen Käufer – trotz eines fantastischen Interieurs und gründlicher Modellpflegen in den Jahren 2007, 2010 und 2014.
Gebrauchtwagen mit Garantie
4.950 €
Renault Twingo Paris DeLuxe 1.2 16V, Jahr 2014, Benzin
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist (www.dat.de).
Ein Auto wie dieses wird es als VW vermutlich nie wieder geben. Die in der Gläsernen Manufaktur in Dresden von Hand montierte Limousine scheint aus dem Vollen gefräst, wirkt wie ein legitimer Nachfolger der 140er S-Klasse von Mercedes. Die adelige Konzernschwester BentleyContinental Flying Spur lief zeitweise vom gleichen Band. Den konstruktiven Overkill bestätigt die Waage: 2100 Kilogramm wiegt selbst die Phaeton-Basisversion.
Für den Unterhalt eines VW Phaeton braucht es finanziellen Spielraum
Edles Cockpit und 18-Wege-Komfortsitz mit Massagefunktion, Heizung und Lüftung. Das Leder ist aber ungepflegt und rissig.
Dennoch ist man mit den standfesten 3.0-TDI-Motoren relativ genügsam unterwegs. Bei umsichtiger Fahrweise reichen rund neun Liter. Durstiger, aber nicht schneller sind die V6-Benziner. Hochklassig im Antriebskomfort, aber nochmals teurer im Unterhalt sind die V8-Variante (335 PS), der V10 TDI (313 PS) und die feinen W12-Ableger (420 bzw. 450 PS). Auch wenn der Gebraucht-Einstieg inzwischen leicht um 5000 Euro möglich ist, braucht es finanziellen Spielraum für die Unterhaltung. Der letzte Besitzer unseres Testfahrzeugs hatte diesen offenbar nicht: Der Wagen wirkt nach 200.000 Kilometern verbraucht, das Lackkleid ist zweitklassig ausgebessert, die Ledersitze sind rissig und ungepflegt. Zwar sind die 240 Pferde offenkundig noch vollzählig unter der Haube, doch der Bordcomputer meldet Probleme bei Luftfahrwerk, Lichtanlage und Bremse. Dazu liegt das Infotainment in den letzten Zuckungen.
Ein billiger VW Phaeton ist nicht immer der beste
Dritt- und Viertbesitzer ignorierten leider oft Regelwartungen. In diesen Fällen droht teurer Reparaturstau.
Das P in den Augen haben so manche Phaeton-Eigner, wenn die große Limousine ungeplant in die Werkstatt muss. Die komplexe Konstruktion macht geschulte Experten erforderlich: Nicht alle VW-Betriebe sind mit dem vor fünf Jahren ausgelaufenen Topmodell im Detail vertraut. Spezialwerkstätten wie Rapacho in Lüdinghausen (NRW) werden mittlerweile von Phaeton-Fahrern aus halb Europa angefahren: "Wer billig einkauft, investiert danach in der Regel locker 4000 bis 5000 Euro in die Mängelbeseitigung", sagt Rapacho-Geschäftsführer Yusuf Idin. Daher empfiehlt es sich, nach dem besseren und nicht nach dem billigeren Auto zu suchen. Ein lückenloses Scheckheft ist ein wichtiges Kaufargument: Manchmal endete die Sorgfalt im Unterhalt mit dem Auslaufen des Leasingvertrags. Diese Fahrzeuge können übelste Euro-Gräber sein und taugen oft nur noch als Teileträger.
Komfort und Materialqualität machen den Phaeton auch im gehobenen Alter zu einem Erlebnis. Interessenten sollten sich bewusst sein, dass die Unterhaltskosten nicht unbedingt zu einem Volks-Wagen passen.
Ein Auto wie den 2016 eingestellten Phaeton wird es als VW vermutlich nie wieder geben. Die in der Gläsernen Manufaktur in Dresden von Hand montierte Limousine scheint aus dem Vollen gefräst, wirkt wie ein legitimer Nachfolger der 140er Mercedes S-Klasse. Wird der edle VW als Gebrauchtwagen zum Schnäppchen?
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Die adelige Konzernschwester Bentley Continental Flying Spur lief zeitweise vom gleichen Band wie der Phaeton. Den konstruktiven Overkill bestätigt die Waage: 2100 Kilogramm wiegt selbst die Phaeton-Basisversion.
Dennoch ist man mit den standfesten 3.0-TDI-Motoren relativ genügsam unterwegs. Bei umsichtiger Fahrweise reichen rund neun Liter. Durstiger, aber nicht schneller sind die V6-Benziner.
Hochklassig im Antriebskomfort, aber nochmals teurer im Unterhalt sind die V8-Variante (335 PS), der V10 TDI (313 PS) und die feinen W12-Ableger (420 bzw. 450 PS).
Auch wenn der Gebraucht-Einstieg inzwischen leicht um 5000 Euro möglich ist, braucht es finanziellen Spielraum für die Unterhaltung. Der letzte Besitzer unseres Fotofahrzeugs hatte diesen offenbar nicht: Es wirkt nach 200.000 Kilometern verbraucht, das Lackkleid ist zweitklassig ausgebessert.
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Edles Cockpit und 18-Wege-Komfortsitz mit Massagefunktion, Heizung und Lüftung. Das Leder ist aber ungepflegt und rissig. Die 240 Pferde sind zwar offenkundig noch vollzählig unter der Haube, ...
Das P in den Augen haben so manche Phaeton-Eigner, wenn die große Limousine ungeplant in die Werkstatt muss. Die komplexe Konstruktion macht geschulte Experten erforderlich: Nicht alle VW-Betriebe sind mit dem Topmodell im Detail vertraut. Spezialwerkstätten werden mittlerweile von Phaeton-Fahrern aus halb Europa angefahren.
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Dritt- und Viertbesitzer ignorierten leider oft Regelwartungen. In diesen Fällen droht teurer Reparaturstau. Ein lückenloses Scheckheft ist ein wichtiges Kaufargument: Manchmal endete die Sorgfalt im Unterhalt mit dem Auslaufen des Leasingvertrags. Diese Fahrzeuge können übelste Euro-Gräber sein und taugen oft nur noch als Teileträger.
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Durch das enorm hohe Eigengewicht ist hoher Verschleiß an den Bremsscheiben leider unabdingbar.
Fazit: Komfort und Materialqualität machen den Phaeton auch im gehobenen Alter zu einem Erlebnis. Interessenten sollten sich bewusst sein, dass die Unterhaltskosten nicht unbedingt zu einem Volks-Wagen passen.
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Wer nach Alternativen zum VW Phaeton sucht, landet bei den üblichen Verdächtigen, wie etwa dem Audi A8. Einen 3.0 TDI quattro, Baujahr 2008, mit 232 PS gibt es für etwa 11.000 Euro.