Gebrauchtwagen-Test VW T6

VW T6: Gebrauchtwagen-Test

Quadratisch, praktisch, mittelgut

Noch nie passte bei einem VW Bus die Qualität zur hohen Nachfrage. Ist der T6 endlich besser? AUTO BILD macht den Gebrauchtwagen-Test.
Er ist längst Teil der deutschen Geschichte. Ab 1950 machte der VW Bus das Land mobil. Ob Hippie, Handwerker oder Hang zur Großfamilie: Nichts ging ohne den praktischen Kastenwagen. Daran hat sich über sechs Generationen nichts geändert. Schon eher an der Positionierung. Während 1950 noch 5850 Mark für einen T1 fällig wurden, müssen für den nackten T6 als Kastenwagen heute mindestens 26.700 Euro hingeblättert werden. Mit hinteren Sitzen und Komfort wird der Preis schnell verdoppelt oder verdreifacht. Doch welche Familie kann sich das noch leisten? Als Gebrauchter wird er hingegen für viele erreichbar.

Gebrauchtwagensuche: VW T4

Unübersehbar: Detailverbesserungen und gewachsene Reife

Der 102-PS-TDI ist ein gemütlicher Geselle und passt gut zum Charakter des T6.

Leider ist die heldenhafte Karriere des Bulli, wie er lange offiziell nicht heißen durfte, gepflastert mit Pannen und Problemen. Einen Tiefpunkt markierte der T5, der schnell an unzähligen Motorschäden und seiner kapriziösen Elektronik k. o. ging. Aber macht der T6 wirklich alles besser, oder ist er nicht doch einfach ein nett gemachtes Facelift des T5? Beides stimmt. Auch wenn es sich um keine Neukonstruktion handelt, sind viele Detailverbesserungen und gewachsene Reife unübersehbar. Mit der Umbenennung zog motorseitig der EA288 unter der kurzen Haube ein. Ein alter Bekannter von VW, der mit Zahnriemen die alten Steuerkettenprobleme und Abgasmanipulationen des Skandalvorgängers EA189 hinter sich gelassen hat. Euro 6 schafft er immer, je nach Ausbaustufe macht sich der zwar hörbar rumorende, aber kraftvoll antretende Selbstzünder mit 84 bis 204 PS über die Vorderräder her. Die aufgeladenen Benziner mit 150 und 204 PS spielen mit Praxisverbräuchen von zwölf Litern und mehr nur eine Nebenrolle.

Technische Daten: VW T6 2.0 TDI Caravelle
Motor Vierzylinder/vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2
Hubraum 1968 cm³
Leistung 75 kW (102 PS) bei 3000/min
Drehmoment 250 Nm bei 1500/min
Höchstgeschwindigkeit 157 km/h
0–100 km/h 16,4 s
Tank/Kraftstoff 70 l/Diesel
Getriebe/Antrieb Fünfgang manuell/Vorderrad
Länge/Breite/Höhe 4904/1904/1990 mm
Kofferraumvolumen 705-5800 l
Leergewicht/Zuladung 2055/1025 kg
Überblick: Alles zum VW T6

Gepflegte Modelle gibt's für 25.000 Euro

Preissensible Gebrauchtkäufer sollten abseits der begehrten California- und Multivan-Modelle einen Caravelle in Betracht ziehen. Mit lackierten Stoßstangen und Vollverkleidung innen ist er genauso schick, nur günstiger. Dank gutem Drehmoment reichen schon 102 PS zum Mitschwimmen. In einem gepflegten Zustand und mit Gebrauchtwagengarantie könnte so ein T6 schon für 25.000 Euro Teil Ihrer eigenen Geschichte werden.

Gebrauchtwagen-Test VW T6

VW T6VW T6VW T6

Kosten
Unterhalt
Testverbrauch 8,4 l D/100 km
CO2 223 g/km
Inspektion 400-600 Euro
Haftpflicht (18)* 577 Euro
Teilkasko (21)* 165 Euro
Vollkasko (18)* 538 Euro
Kfz-Steuer (Euro 6) 356 Euro
Ersatzteilpreise**
Lichtmaschine (AT) 737 Euro
Anlasser (AT) 501 Euro
Wasserpumpe 354 Euro
Zahnriemen 334 Euro
Nachschalldämpfer 384 Euro
Kotflügel vorn links, lackiert 733 Euro
Bremsscheiben und -klötze vorn 552 Euro

Malte Büttner

Fazit

Der VW Bus ist schlechter als sein Ruf. Käufer sollten konservativ kaufen. Also lieber mehr ausgeben für den gepflegten Wagen mit Garantie. Außerdem sind viele Extras verzichtbar, machen später Ärger. Beim T6 gilt: Weniger ist mehr. Urteil: drei von fünf Punkten.

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