Das ist die Geschichte  von unserem VW T6.1, Erstzulassung Juli 2020, Ausstattung Coast Edition, 150-PS-Diesel und DSG-Getriebe. Gekauft als Reimport 20 Prozent unter Listenpreis, also nicht happige 73.500, sondern immer noch teure 58.000 Euro.
Die Ersparnis ist ein kleines Trostpflaster, denn der Bulli kostete nicht nur viel Geld, er hat auch viele (elektrische) Fehler.
Januar 2021, der Bulli steht seit fünf Wochen in der Tiefgarage, wir drücken aufs Knöpfchen der Fernentriegelung, und es passiert: nichts! Der ADAC-Mann misst die Batterie, sagt: kaputt, muss neu. (Mein 1-Euro-Camping-Urlaub im VW California Beach)
Mit dem Booster auf dem Beifahrersitz geht's zur Niederlassung, neue Starterbatterie, wir zahlen 485 Euro, danach steht im kleinen Mäusekino: "Batterie schwach, Aufladen durch Fahrbetrieb2.
VW T6.1 California
Immer wieder Ärger mit der Batterie! Nach dem Akku-Tausch tauchte im Zentraldisplay diese Meldung auf.

Unser Freund Dennis ist Kfz-Meister, er misst im Ruhezustand, sagt: "Der zieht Strom!" VW programmiert ein Steuergerät neu, zahlt die 485 Euro zurück, sagt: Kulanz.

Camping-Batterie die Ursache

Anfang des Jahres macht die Batterie zum zweiten Mal keinen Mucks, der Bulli stand drei Wochen in der Garage. Wieder ADAC, wieder zu VW. Mittlerweile haben wir Videos anderer California-Fahrer angesehen: Ja, das Auto zieht Strom!
Wir haben eine Vermutung: Wenn die Camping-Batterie unterm Fahrersitz leer ist, holt sich der Wagen den Saft von der Starterbatterie. Als wir unseren Bulli abholen wollen, sagt der freundliche Serviceberater: "Sorry, wir warten noch auf technische Information von VW."
Eine Woche später können wir den Wagen mitnehmen, da ist er eineinhalb Jahre alt und stand vier Wochen seines Lebens in der Werkstatt.
Inzwischen sind Hilferufe anderer Bulli-Besitzer im AUTO BILD REISEMOBIL-Mailfach angekommen: "Bei meinem ein Jahr alten California Beach ist die Batterie-Anzeige ständig auf null, das Auto hat diverse Updates und ein neues Steuergerät, leider verbunden mit einem dreiwöchigen Werkstattaufenthalt", schreibt ein Leser.

Das Problem ist bekannt

Ein anderer meldet Probleme mit sämtlichen elektronischen Assistenzsystemen, die VW mit dem Facelift anbietet. Kinderkrankheiten? Eher nicht, denn der T6.1 basiert auf dem T5 von 2003, ist nach T5.2 und T6 das dritte Facelift.
VW T6.1 California
Der Bulli parkt warm und trocken in der Tiefgarage, der ADAC musste schon zweimal Starthilfe leisten.

Also ein fast 20 Jahre altes Auto, bei dem derlei Probleme doch eigentlich passé sein sollten! Anfrage bei VW Nutzfahrzeuge. Und die überraschende Antwort: Ja, das Problem mit der entladenen Batterie sei bekannt.
VW-Sprecher Jens Bobsien: "Die Ursache für den erhöhten Ruhestrom ist ein Steuergerät für die California-spezifischen Umfänge. Im Camper-Bedienteil wird vorher die Energie-Warnstufe angezeigt, die zum Laden auffordert. Wenn diese Anzeige nicht quittiert wird, bleibt das Steuergerät wach. Bei längerer Standzeit kommt es ohne die Quittierung daher zum Entladen der Fahrzeugbatterien."

Urlaubsbetreuung für den Bulli

Das heißt: Wer drei Wochen in den Urlaub fliegt, sollte nicht nur einen Nachbarn zum Blumengießen haben, sondern auch einen, der den ruhenden Bulli betreut …
VW sagt, dass man dieses Problem bei der Entwicklung nicht auf dem Radar hatte, weil die Autos ständig bewegt werden, sie aber nicht fünf Wochen am Stück stehen.
Bobsien: "Unsere Experten haben die Ursache für die Batterieentladung gefunden und arbeiten intensiv an einer zeitnah für die Kunden verfügbaren Lösung."
Vermutlich im Herbst wird es so weit sein. Bis dahin gilt das alte Bundeswehr-Motto: Bitte führen Sie regelmäßige "Bewegungsfahrten" durch!