Wer den VW Tiguan kauft, macht keinen Fehler. Der hochbeinige Naturbursche aus Wolfsburg verbindet Pkw-ähnliche Fahreigenschaften mit limousinenhaftem Komfort und gutem Raumangebot. Auf den ersten Blick spielt der Yeti von Skoda dieselben Trumpfkarten aus, betont mit einer kastigeren Karosserie sogar noch mehr die Outdoor-Folklore. Doch 20 Zentimeter weniger Außenlänge sorgen für deutliche Unterschiede im Innenraum. Für Fahrer und Beifahrer sind Tiguan und Yeti zwar ausgesprochen großzügig dimensioniert, in der zweiten Reihe jedoch haben Mitfahrer im Skoda spürbar weniger Platz für ihre Beine.

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VW Tiguan 2.0 TDI Skoda Yeti 2.0 TDI
Die SUV-Brüder Tiguan und Yeti haben durchaus unterschiedliche Charaktere.
Bild: Christian Bittmann
Auch der Gepäckraum ist mit 405 statt 470 Liter Volumen beträchtlich kleiner. Wenn es öfters mit Familie und großem Zubehör in die Natur geht, ist der Tiguan also die bessere Wahl. Zumal er durch die vorklappbare Beifahrersitzlehne (Serie ab Sport & Style) variabler ist. Wer meistens nur zu zweit unterwegs ist oder noch kleine Kinder hat, sollte den Yeti allerdings unbedingt ins Kalkül einbeziehen. Immerhin winken bei den getesteten Fronttrieblern mit 110 PS starkem Zweiliter-TDI fast 3400 Euro Preisvorteil – ohne dass beim Yeti nennenswerte Nachteile in Kauf genommen werden müssten. VW spendiert dem Tiguan 2.0 TDI BlueMotion Technology zwar eine Start-Stopp-Automatik und sechs Vorwärtsgänge, während der Skoda mit fünfen auskommen muss. Doch die bessere Beschleunigung des Tiguan (12,0 zu 12,7 Sekunden auf 100 km/h) macht der Yeti durch die bessere Elastizität im höchsten Gang wett (18,7 Sekunden von 80 auf 120 km/h im fünften zu 21,9 Sekunden im sechsten Gang beim VW). Und mit 6,1 zu 6,3 Liter Testverbrauch macht er uns das Leben auch beim Tanken leichter.

Im Fahrbetrieb zeigen sich Unterschiede, die zu den verschiedenen Charakteren der zwei SUVs passen: Der Tiguan als Familienauto federt – auch wegen des Adaptivfahrwerks des Testwagens – komfortabler und lenkt eine Nuance behäbiger ein. Der Yeti wiederum fährt sich viel wendiger und knackiger, ohne deshalb als unkomfortabel in Erinnerung zu bleiben. Perfekte Rollenverteilung also.

Fazit

von

AUTO BILD
Der Skoda Yeti profiliert sich hier mit denkbar knappem Vorsprung als das bessere Kompakt-SUV. Er bietet zwar weniger Platz als der Tiguan, kneift aber nie unangenehm. Er fährt sich knackiger, ohne unkomfortabel zu sein. Und trotz weniger Technik-Aufwand (nur fünf Gänge, kein Start-Stopp) ist er temperamentvoll und sogar sparsamer als der VW.