Jamie Chadwick im Porträt

W Series: Siegerin Jamie Chadwick

Eltern glaubten nicht an Frauen im Rennsport

Jamie Chadwick hat den Auftakt der Frauenrennserie W Series dominiert. Doch wer ist die 20-jährige Britin? Sie hat schon einige Rekorde aufgestellt.
Keine Frau weiß besser, wie skeptisch die Rennszene dem weiblichen Geschlecht im Rennsport gegenübersteht. Denn wäre es nach den Eltern von Jamie Chadwick gegangen, wäre sie nie Rennfahrerin geworden… Jetzt aber hat sie den Auftakt der W Series in Hockenheim dominiert – Schnellste in allen Trainingssitzungen, Poleposition, Sieg trotz Problemen mit dem Getriebe.
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Chadwick erinnert sich im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT: „Mein Bruder Ollie hat mit dem Rennsport angefangen. Als ich auch mal ins Kart einsteigen wollte, waren meine Eltern skeptisch. Sie dachten einfach nicht, dass auch Frauen Rennen fahren können.“ Doch sie hat ihre Eltern eines Besseren belehrt: Heute ist sie die Frau, der man am ehesten den Sprung in die Formel 1 zutraut. Während ihr Bruder Olli heute nur noch lokale GT4-Rennen fährt.

Jamie Chadwick ist derzeit die schnellste Frau

Chadwick hat aber nicht nur ihren Bruder abgehängt oder am vergangenen Wochenende die 17 weiteren Frauen in der W Series; sie kann es auch gegen die Konkurrenten ihres Alters ohne weiteres aufnehmen: In Brands Hatch gewann sie 2018 als erste Frau ein Rennen der britischen Formel 3. Das ist in der Serie, in der sich schon Legenden wie Ayrton Senna oder Mika Häkkinen ihre ersten Sporen verdienten, in 67 Jahren noch keiner anderen Frau gelungen. Im Winter holte sie sich den Titel in der MRF-Challenge, einer weiteren Formel-3-Serie in Indien. Vor drei Jahren gewann diese der heutige DTM-Pilot Pietro Fittipaldi.
Die DTM ist auch für die 20-Jährige nicht unrealistisch. Sie gehört inzwischen dem Aston-Martin-Juniorkader an, fuhr mit einem GT4 von Aston Martin 2018 ja auch schon beim 24-Stundenrennen am Nürburgring mit.
Doch das Ziel ist klar: die Formel 1. „Die Formel 1 ist die Königsklasse. Natürlich ist das mein Ziel. Aber ich unterschätze nicht, wie schwierig es ist, dahin zu kommen. Dafür muss ich weiter siegen“, weiß die Britin. Auch ein Lieblingsteam hat sie da schon im Blick: „Ich denke, jeder Rennfahrer lügt, wenn er behauptet, er würde nicht eines Tages mal für Ferrari fahren wollen.“
Andere Nachwuchs-Rennfahrerinnen wie Sophia Flörsch, die eine Separierung im Rennsport zwischen den Geschlechtern fürchten, sehen die W Series skeptisch. Nicht so Chadwick: „Es ist einfach eine gute Möglichkeit für uns, kostenlos zusätzliches Training und Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich bin Rennfahrerin, also will ich am liebsten 365 Tage im Jahr Rennen fahren. Für mich ist die W Series also ein Zusatzprogramm.“
Und was treibt sie sonst so? Chadwick: „Ich würde nicht sagen, dass ich das typische Leben einer 20-jährigen Frau führe. Der Rennsport erfordert viel körperliches Training, Simulatortests und dergleichen. Da bleibt nicht mehr viel Zeit. Aber auch ich genieße es auch, mit Freundinnen wegzugehen.“
In der Bildergalerie zeigen wir die schönsten Bilder von Jamie Chadwick.

Jamie Chadwick im Porträt

Fotos: Hersteller; privat; Picture-alliance

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