Wagenheber im Einsatz

Test: Sechs Rangierwagenheber im Vergleich

Wagenheber im Vergleich

Welcher Wagenheber ist der richtige?

Welche Wagenhebertypen gibt es, und was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle? AUTO BILD erklärt die Unterschiede.
Wagenheber gibt es in verschiedenen Varianten, Größen, Leistungsstärken, Qualitätsstandards und natürlich auch Preisklassen. Auf der Suche nach dem passenden Wagenheber sind daher zunächst Fragen wie Fahrzeugtyp, Einsatzgebiet und Anforderung zu klären. Denn es gibt einige Unterschiede bei Bedienung, Tragkraft und Hubhöhe. Die Tragkraft ist wohl das entscheidendste Kriterium, meistens reichen etwa zwei Tonnen. Die Hubhöhe ist ebenfalls ausschlaggebend (die Werte stehen in der Regel im Fahrzeug-Handbuch). Beim Kauf sollte ebenfalls bedacht werden, welches Einsatzgebiet der Wagenheber haben wird: Eher gelegentlich für den Einsatz bei Pannen, für die heimische Hobbywerkstatt oder gar die Verwendung durch einen Profischrauber?
Einen Wagenheber erhält man bereits für rund zehn Euro, Rangierwagenheber starten bei 20 Euro. Sie sind für einen gelegentlichen Gebrauch durchaus geeignet, nicht jedoch für den Dauer- oder Profi-Einsatz. Hier empfehlen sich hochwertigere Modelle ab etwa 70 Euro. Bei diesen Wagenhebern sind die Hydraulikpumpen und Materialien hochwertiger ausgeführt, so dass sie deutlich mehr Hebevorgänge verkraften. Rangierwagenheber sind generell etwas teurer, dafür ebenfalls vielseitiger bei der Handhabung und im Einsatz, beispielsweise durch eine leichtere, kräftesparende Bedienung. Zum besseren Verständnis gibt es hier einen kurzen Überblick über die unterschiedlichen Arten und Ausführungen. Wichtig: Generell sollte man vom Kauf von Wagenhebern absehen, die weder ein GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit), TÜV-Siegel oder eine CE-Kennzeichnung aufweisen.

Scherenwagenheber – meist schon an Bord

Einen Scherenwagenheber gibt es in dieser Rautenform oder als einarmigen Storz-Wagenheber.

Der Scherenwagenheber ist der einfachste und dadurch auch günstigste (ca. 10 bis 70 Euro) unter den Wagenhebern. Er ist in Form einer Raute konstruiert, die mit einer der vier Seiten am Boden aufliegt. Durch die längere der beiden Achsen führt eine Gewindestange, an die eine Kurbel angebracht wird. Das System arbeitet nach dem Kniehebelprinzip. Mit dem Drehen der Kurbel wird das Auto angehoben. Beim Kniehebel kommt das Hebelgesetz zum Tragen: Dank einer kleinen Wegübersetzung (viele Kurbelumdrehungen) herrscht eine große Kraftübersetzung. So kommt der Scherenwagenheber ohne hydraulische Unterstützung aus, jedoch wird es durch das lange Kurbeln meist anstrengend. Dafür ist er kompakt und als Pannenhelfer schnell einsetzbar. Eine Abwandlung des Scherenwagenhebers, der Storzwagenheber, befindet sich in vielen Autos serienmäßig an Bord. Der Storzwagenheber ist dank nur eines Arms zwar noch platzsparender als der rautenförmige Scherenwagenheber, steht dafür allerdings nicht so stabil.
Tragkraft/Hubhöhe: Bis 1,5 Tonnen, elektrische Modelle bis zwei Tonnen/90 bis 360 mm
Vorteile: Kompakt und platzsparend, schnell einsetzbar und damit geeignet als Pannenhelfer. Preisgünstig und hilfreich bei tiefergelegten Autos.
Nachteile: Erfordert erheblichen Kraftaufwand, geringere Tragkraft, daher nur für Klein- und Mittelklassewagen geeignet. Weniger stabil als hydraulische Wagenheber.

Rangierwagenheber – die komfortabelste Variante

Rangierwagenheber: bereits ab 20 Euro zu haben. Profi-Geräte für die Werkstatt kosten deutlich über 100 Euro.

Der Rangierwagenheber arbeitet in den meisten Fällen hydraulisch, also mittels Öldruck. Der besondere Vorteil eines Rangierwagenhebers ist seine Manövrierfähigkeit. Der Wagenheber ist mit vier Rollen ausgestattet, von denen zwei wie bei einem Einkaufswagen frei beweglich sind, was die Rangierfähigkeit dieses Wagenhebertyps gewährleistet. Wird das Auto mittig an einer Achse angehoben, lässt es sich so mit Hilfe des Wagenhebers manövrieren. Beim Anheben wird mittels eines demontierbaren Hebelarms eine Hydraulikpumpe betätigt, wodurch sich der Arm des Wagenhebers hebt. Der Wagenheberteller, der an der Karosserie ansetzt, verfügt bei besseren Modellen über eine Gummiauflage. Das Absenken geschieht ebenfalls mittels des Hebelarms. Durch Drehen eines Ventils neben der Pumpe lässt sich der Hebearm absenken. Für einen optimalen Stand bewegt sich der Rangierwagenheber beim Heben und Senken leicht zum Auto hin oder vom Fahrzeug weg. Das erfordert einen ebenen Boden. Der Rangierwagenheber ist komfortabel und kräftesparend in der Handhabung, jedoch nur für den stationären Einsatz geeignet. Hochwertigere Modelle besitzen eine sogenannte "Quick-Lift-Funktion": Durch ein seitlich angebrachtes Pedal oder eine Umschaltvorrichtung am Wagenheber kann das Auto schnell und mit wenigen Pumpvorgängen auf die maximale Höhe gehoben werden. Der Rangierwagenheber ist der teuerste Wagenhebertyp. Je nach Qualitiät und Ausführung liegen die Preise zwischen 20 und etwa 300 Euro.
Tragkraft/Hubhöhe: zwei bis vier Tonnen/80 bis 800 mm
Vorteile: Einfache und kraftsparende Bedienung, manche Modelle mit Extras wie LED-Beleuchtung oder Schnellhubpedal. Auf festem Untergrund universell einsetzbar.
Nachteile: Groß und schwer, daher vorwiegend stationär im Einsatz und nicht für unterwegs geeignet.

Test: Sechs Rangierwagenheber im Vergleich

Wagenheber - So setzen Sie richtig an

Allgemeine Hinweise

Damit das Auto beim Anheben mit Wagenheber keinen Schaden nimmt und sicher steht, muss der Wagenheber richtig angesetzt werden. Wie das geht, steht in der Bedienungsanleitungen (Wagenheber und Auto). Allgemein gilt: Auto und Wagenheber müssen – unabhängig vom Wagenheber-Typ – auf einer ebenen Fläche stehen. Dann die Handbremse anziehen, ersten Gang einlegen (Automatik auf P) und erst dann Auto anheben.

Scherenwagenheber

Der Scherenwagenheber ist meist Teil des Bordwerkzeugs und auf die Wagenheber-Aufnahmen am Fahrzeug abgestimmt. Diese liegen in der Regel außen am Schweller im Bereich der Radhäuser, können sich aber auch unter dem Auto befinden. Oft kennzeichnen Pfeile die Stelle, an der der Wagenheber angesetzt werden soll. Wagenheber und Aufnahmen passen häufig nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip zueinander: Viele Scherenwagenheber besitzen eine Mulde (Klaue), die in die Falz am Schweller passt.

Rangierwagenheber

Rangierwagenheber sind nicht auf ein Automodell angepasst. Hochwertigere Modelle haben einen gummierten Teller für eine rutschfeste Verbindung zwischen Wagenheber und Auto. Teilweise berücksichtigt der Rand des Wagenhebertellers durch Aussparungen die üblichen Ansetzpunkte am Schweller. Alternativ kann ein flaches aber stabiles Brett als Unterlage dienen. Zudem kann der Teller des Rangierwagenhebers an vielen tragenden Teilen des Fahrwerks angesetzt werden.

Hydraulischer Stempelwagenheber

Für den hydraulischen Stempelwagenheber gelten die gleichen Ansetzpunkte wie für den Rangierwagenheber. Zu beachten ist lediglich, dass dieser Wagenhebertyp häufig nur einen sehr kleinen Teller besitzt. Dadurch kann der Wagenheber trotz nur eines Standbeins nicht so schnell kippen. Als Unterlage kann hier ebenfalls ein Holzstück zum Einsatz kommen. Im Bereich des Unterbodens befinden sich bei einigen Fahrzeugmodellen Aussparungen, die als Aufnahme für den Stempelwagenheber dienen.

Ballon- oder Luftkissenwagenheber

Beim Luftkissenwagenheber muss sich der Großteil des Luftsacks auch im aufgeblasenen Zustand unter dem Auto befinden. Ansonsten steht das Fahrzeug nicht stabil. Anhand der Nähte lässt sich die Expansionsrichtung erkennen. Um ein Platzen zu verhindern, darf das Kissen nie voll aufgeblasen werden. Da sich die einzelnen Modelle teilweise stark unterscheiden, sollte beim Ballonwagenheber vor Gebrauch ein besonders genauer Blick in die Bedienungsanleitung geworfen werden.

Hydraulischer Stempelwagenheber – der Herkules

Der Stempelwagenheber kommt vor allem bei schweren Fahrzeugen zum Einsatz.

Stempelwagenheber sind die leistungsstärksten Vertreter ihrer Klasse mit einer Tragkraft von etwa zwei bis 30 Tonnen. Der Stempelwagenheber arbeitet entweder hydraulisch oder pneumatisch – Profigeräte nutzen häufig die Luftdruck-Variante. Aufgrund der hohen Tragkraft kommen Stempelwagenheber häufig im Nutzfahrzeugbereich oder bei großen Wohnmobilen zum Einsatz. Nachteil ist die teilweise nur geringe Hubhöhe, die sich bei manchen Modellen jedoch mit einem Spindelgewinde erweitern lässt. Stempelwagenheber mit einer Tragkraft ab zwei Tonnen gibt es bereits für rund 20 Euro. Diese Modelle reichen für das Heben von Pkw aus. Profi-Geräte für den Werkstattbereich mit pneumatischem System können deutlich über 100 Euro kosten.
Tragkraft/Hubhöhe: Zwei bis 20 Tonnen/180 bis 470 mm
Vorteile: Relativ kompakt, besonders leistungsstark und robust, stemmt auch schwere SUVs oder Transporter.
Nachteile: Teilweise nur geringe Hubhöhe, erfordert viel Achtsamkeit beim Ansetzen und kann leichter kippen.

Ballon- oder Luftkissenwagenheber

Der Skurrilste unter den Wagenhebern: ein Ballonwagenheber hebt das Auto mit Hilfe der Abgase.

Hier ist es tatsächlich ein Ballon, der den Wagen anhebt, genauer ein Sack aus reißfestem Kunststoff, versehen mit einem Schlauch. Der Schlauch wird auf das Auspuff-Ende des Fahrzeugs aufgesteckt, nach dem Starten des Motors pumpen die Abgase den Ballon auf – der Wagen hebt sich also durch Druckluft. Diese Art Wagenheber eignet sich besonders für Reifenpannen. Das Anheben des Wagens mittels Ballonwagenheber erfordert keine Kraft, dazu kann der Heber auch auf einem unebenen Untergrund eingesetzt werden. Der Nachteil: Der Kunststoffsack kann leicht beschädigt werden. Zudem steht der Wagen auf dem Ballonwagenheber nicht sehr stabil. Daher sollte das Fahrzeug zusätzlich abgesichert werden. Ballonwagenheber gibt es ab etwa 50 Euro, stabilere Versionen, mit denen sich auch schwere SUVs heben lassen, kosten bis zu 150 Euro.
Tragkraft/Hubhöhe: Bis drei Tonnen/0 bis 600 mm
Vorteile: Schnell einsetzbar, keine Kraftanstrengung, platzsparend und geringes Gewicht. Somit optimal als Pannenhelfer und auch auf weichem Untergrund einsetzbar.
Nachteile: Ballon kann leicht beschädigt werden, Schlauch kann sich vom Auspuff lösen. Fahrzeug muss stets zusätzlich gesichert werden. Nicht für regelmäßigen Einsatz geeignet.
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Sumex – Scherenwagenheber

Preis: 35,10 Euro

Tragkraft/Hubhöhe: 1,5 t / 105 - 395 mm

Verda – Scherenwagenheber

Preis: 21,90 Euro

Tragkraft/Hubhöhe: 2 t / 100 - 420 mm

Heyner – Scherenwagenheber

Preis: 34,00 Euro

Tragkraft/Hubhöhe: 1,5 t / 104 - 380 mm

Unitec – Hydraulischer Rangierwagenheber

Preis: 26,99 Euro

Tragkraft/Hubhöhe: 2 t / 135 - 342 mm

Michelin – Hydraulischer Rangierwagenheber

Preis: 57,25 Euro

Tragkraft/Hubhöhe: 2 t / 105 - 350 mm

Kunzer – Hydraulischer Rangierwagenheber

Preis: 154,99 Euro

Tragkraft/Hubhöhe: 2,5 t / 75 - 515 mm

Einhell - Hydraulikheber

Preis: 27,95 Euro

Tragkraft/Hubhöhe: 8 t / 230 - 457 mm

BGS - Hydraulikheber

Preis: 36,10 Euro

Tragkraft/Hubhöhe: 12 t / 230 - 470 mm

Mannesmann - Hydraulikheber

Preis: 71,29 Euro

Tragkraft/Hubhöhe: 20 t / 244 - 449 mm

Auto Lift - Ballon Wagenheber

Preis: 82,99 Euro

Tragkraft/Hubhöhe: 3t / bis 600 mm

Pneumatik Wagenheber

Preis: 179,00 Euro

Tragkraft/Hubhöhe: 2 t / 150 - 320 mm


Autor: Brigitte Oesterle

Stichworte:

Panne Pannenhilfe

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