Frisches Geld für heimische Wallboxen: Nachdem das Bundesfinanzministerium die Förderung privater Ladestationen für E-Autos an Wohngebäuden um 300 Millionen Euro aufgestockt hat, sind seit dem 22. Juli 2021 wieder Anträge möglich (so wird's gemacht). "Über eine halbe Million Anträge zeigen die enorme Nachfrage nach dieser Förderung. Mein Dank gilt Olaf Scholz, der uns weitere 300 Millionen Euro zur Verfügung stellt, damit wir unsere Wallbox-Förderung fortsetzen können", so Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). "Eine flächendeckende und nutzerfreundliche Ladeinfrastruktur ist Voraussetzung dafür, dass mehr Menschen auf klimafreundliche E-Autos umsteigen." Insgesamt beträgt das Fördervolumen nun 800 Millionen Euro.
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Das Interesse an Wallboxen für zu Hause war und ist groß, der Zuschuss von 900 Euro pro privater Ladestation, mit denen der Bund Kauf und Installation förderte, erwies sich als substanziell und attraktiv (hier gibt's fünf günstige Wallboxen mit Förderung). Zuständig für die Verteilung ist die staatliche Förderbank KfW. Beginn der Fördermaßnahme war der 24. November 2020, das Budget wurde bereits mehrfach erhöht. In einem Schreiben vom 1. Juli 2021, das AUTO BILD vorliegt, hatte Verkehrsminister Scheuer Vizekanzler Scholz um eine Aufstockung aus Mitteln des Energie- und Klimafonds im Rahmen des Förderprogramms "Ladeinfrastruktur an Wohngebäuden" gebeten.

Viele Anträge noch ohne E-Auto

Laut einer Kundenbefragung der KfW-Bank besitzen rund 45 Prozent der bisherigen antragstellenden Haushalte aktuell noch kein Elektroauto, 93 Prozent planen eine Anschaffung eines E-Autos innerhalb der nächsten drei Jahre. Hintergrund der Fördermaßnahme: Da rund 80 Prozent aller Ladevorgänge zu Hause oder am Arbeitsplatz stattfinden, will der Bund die Elektromobilität für Privatpersonen attraktiver machen. Ziel sind zehn Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen bis 2030. Dafür gibt es auch den Umweltbonus beim Kauf der meisten elektrifizierten Fahrzeuge in Höhe von bis zu 9000 Euro.

Lieferzeit für Wallboxen: Geduld ist gefragt

E-Autos an mehreren Wallboxen
Bei mehreren Ladepunkten ist auch eine mehrfache Förderung von jeweils 900 Euro drin.
Ein anderes Problem: Durch die hohe Nachfrage sind Wallboxen teilweise ausverkauft, den Kunden drohen wochen- oder sogar monatelange Wartezeiten. "Wir können bestätigen, dass sich die Lieferzeiten einiger Wallboxen deutlich verlängert haben. Wir gehen davon aus, dass dies mit der Förderung durch den Bund zusammenhängt", sagte ein Sprecher des Kompetenzzentrums Elektromobilität NRW zu AUTO BILD. Auch Elektriker Volker Trute vom "E-Werk Sachsenwald" bei Hamburg, seit 30 Jah­ren im Stromgeschäft, berichtet von bislang unbekannten Lieferschwierigkeiten: "Seit Be­ginn der Förderung kommen wir kaum hinterher. Alle Welt will eine Wallbox haben, selbst wer noch gar kein E-Auto hat." (Renault Zoe jetzt mit vergünstigter Wallbox)

Mehrere E-Auto-Ladepunkte möglich, jede bezuschussbar

Die Ladevorrichtungen selbst kosten zwar teilweise nur um die 500 Euro, allerdings kommen in der Regel noch erhebliche Kosten für die Bereitstellung des Anschlusses und eventuelle Umbaumaßnahmen hinzu. Um den Zuschuss mit dem Titel "Lade­stationen für Elektro­autos – Wohngebäude" zu bekommen, müssen die Gesamtkosten bei mindestens 900 Euro liegen. Wenn die Ladestation mehrere Lade­punkte hat, können Sie für jeden davon diesen Betrag als Zuschuss erhalten – voraus­gesetzt, Ihre Gesamt­kosten betragen mindestens 900 Euro pro Lade­punkt. (Weitere Informationen zur Förderung und Antragstellung gibt's bei der KfW-Bank)

So läuft das Beantragen der Wallbox-Förderung

Logo an der KfW-Zentrale in Frankfurt
Zuschüsse genehmigt die staatliche KfW-Bank.
Voraussetzung für die Förderung ist der Bezug von 100 Prozent Ökostrom. Ganz wichtig: Der Antrag musste vor der Installation gestellt werden! Wurde der Zuschuss bestätigt, können Sie die Lade­station bestellen und die Installationsarbeiten beauftragen. Zudem können Sie die Identifizierung durchführen, zum Beispiel per Schufa-Identitäts-Check. Zum Schluss laden Sie Ihre Rechnungen hoch, bestätigen die Umsetzung Ihres Vorhabens, geben Ihre Bankverbindung an und veranlassen die Auszahlung des Zuschusses.

Welche Wallboxen werden gefördert?

Die 900 Euro Förderung gibt es für den Kauf, Einbau und Anschluss einer 11-kW-Wallbox. Wer eine Ladestation mit höherer Ladeleistung kauft, muss sie auf 11 kW drosseln lassen, um nach wie vor berechtigter Empfänger der Förderung zu sein. Zudem ist eine intelligente Steuerung der Wallbox Voraussetzung. Hier gibt es eine Liste der geförderten Wallboxen (wird laufend aktualisiert)

Für wen gibt es die Wallbox-Förderung?

Die Förderung ist für private Ladestationen vorgesehen, die Wallbox darf nicht öffentlich zugänglich sein. Auch die gewerbliche Nutzung ist ausgeschlossen. Berechtigt sind: private Eigentümer, Wohnungs­eigentümer­gemeinschaften, Mieter und Vermieter (Privat­personen, Unter­nehmen, Wohnungs­genossen­schaften). (Das müssen Mieter und Hausbesitzer über Wallboxen wissen)

Weitere Förderprogramme für Wallboxen

Aktuell gibt es zahlreiche regionale und lokale Förderprogramme für die Anschaffung von Elektroautos oder die Installation einer Wallbox. Weitere Förder­mittel können Sie nutzen, wenn Sie eine Photovoltaik-Anlage für Solar­strom installieren, den Stellplatz oder die Garage sowie die Zugangs­wege barrierefrei umbauen oder Haus und Garage gegen Einbruch schützen.

ADAC-Wallboxen-Test 2021: Welche sind empfehlenswert?

Bleibt am Ende die Frage, welche Wallbox man am besten nimmt. Der ADAC hat jüngst sechs förderfähige 11-kW-Modelle getestet. Dabei wurden die Produkte mit Noten zwischen 1.0 (sehr gut) und 5.0 (mangelhaft) bewertet. Der Lieferumfang und die Montage wurden bei der Bewertung mit zehn Prozent gewichtet, Sicherheit und Funktion mit jeweils 30 Prozent, die Ausstattung mit 20 Prozent und die App wiederum mit zehn Prozent. Die Note im Bereich Sicherheit spielte jedoch immer die Hauptrolle.
Testsieger beim ADAC wurde die Wallbox "Kostad TX-1000" mit der Note 1,8. Diese Box ist inzwischen nicht mehr erhältlich, sie basiert aber auf der "Terra AC-Wandladestation" von ABB. Gut schnitten die "Vestel EVC04-AC11SW-T2P" (Note 2,1), der "Volkswagen ID. Charger Connect" (Note 2,1) und die "Hesotec Electrify eBox wr30 rechts 11kw" (Note 2,2) ab. Über ein befriedigendes Ergebnis können sich die Verantwortlichen hinter der "Stark-in-strom.de Wallbox Pro Connect 11 kw" freuen. Das Schlusslicht im ADAC-Test wurde die "EVBox Elvi (E3160-A35062-10.2)". Bei ihr monierten die Tester unzureichende Sicherheitshinweise für die Installation. Darüber hinaus löste der Fehlerstromschutzschalter im Test nicht aus.

Das hat der Wallbox-Test von AUTO BILD ergeben

Im Auftrag von AUTO BILD und Kooperationspartner Edison haben die Spezialisten von der DEKRA vier Wallboxen und eine mobile Ladestation geprüft. Mit dabei waren Wallboxen von der VW-Tochter Elli, vom Zulieferer Webasto und vom Druckmaschinenhersteller Heidelberg sowie von wallbe. Dazu kam die mobile Ladestation Juice Booster 2. Bei allen Steckdosen blieben die Messwerte durchweg im grünen Bereich, es gab beispielsweise keinerlei Hitzestaus. Grundsätzlich erfüllen alle Boxen ihre Aufgabe: Sie liefern sicher Strom zum E-Auto-Laden. Der Preisunterschied von rund 2000 Euro zwischen dem teuersten und dem günstigsten Gerät erklärt sich unter anderem durch spezielle Verkabelungen, die belastbarer sind als bei der Konkurrenz. Preis-Leistungs-Sieger wurde die Wallbox Webasto Pure. Wichtig: Aufgrund der fehlenden Internetverbindung ist die Webaso Pure nicht förderfähig.