Eigentlich sollten in diesem Jahr noch 200 Millionen Euro Fördergeld für Solaranlagen in Verbindung mit Wallboxen für Elektroautos verteilt werden. Doch der Bund hat das Programm "Solarstrom für Elektroautos" in der Haushaltskrise ersatzlos gestrichen. AUTO BILD klärt, wo es aktuell noch Zuschüsse gibt.

Wallbox-Förderung vom Bund

Die erste Tranche des Förderprogramms "Solarstrom für Elektroautos" (KfW 442) in Höhe von 300 Millionen Euro war im September 2023 bereits nach wenigen Stunden ausgeschöpft. 33.000 Anträge wurden bewilligt. Die Bundesregierung stoppte das Programm danach aufgrund der Haushaltskrise. Wer über eine mögliche Neuauflage auf dem Laufenden bleiben will, kann zumindest den KfW-Newsletter abonnieren.

Was wurde im Solarstrom-Förderprogramm bezuschusst?

Die ursprüngliche Förderung "Solarstrom für Elektroautos" konnte ohnehin nicht jeder beantragen. Sie war an mehrere Bedingungen geknüpft: Finanzielle Unterstützung gab es für ein Kombipaket aus neuer Wallbox, neuem Stromspeicher und neuer Photovoltaik auf dem Dach. Zudem musste ein Elektroauto bereits vorhanden oder zumindest bestellt sein. Außerdem wurden nur Eigenheime gefördert, nicht aber Hotels oder Immobilien, die im Besitz von juristischen Personen (GmbH etc.) sind. 
Die Höchst-Fördersumme von 10.200 Euro konnte nur erhalten, wer den Akku seines Fahrzeugs auch zum Entladen freigibt. Dazu braucht man ein Auto, das bidirektional laden kann. Der Akku kann so als kleiner Teil einer Reserve dienen, aus dem im Bedarfsfall auch Strom zurück ins Netz fließen kann oder im eigenen Haus benutzt wird.
Für den Kauf einer Wallbox, eines Stromspeichers und Photovoltaik auf dem Dach hätte bei entsprechender Leistungsfähigkeit eine maximale Förderung von 9600 Euro gewunken (hier stehen weitere Infos zu Solaranlagen). 
Ladestecker vor Fotovoltaikanlage
Das private Laden von Elektroautos wird nur noch von einigen Bundesländern gefördert.
Bild: DPA

Diese Förderprogramme für Wallboxen gibt es noch

Nach wie vor gibt es einige wenige regionale und lokale Förderprogramme für die Anschaffung und Installation einer Wallbox – einige davon allerdings beschränkt auf gewerbliche Antragsteller.

Wallbox-Förderungen

Welche Bundesländer fördern private Wallboxen?

  • Baden-Württemberg: Über das Landesförderinstitut, die L-Bank, gibt es Zuschüsse für öffentlich zugängliche Ladestationen und für Ladepunkte in Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG). Pro Ladepunkt beziehungsweise Ladeplatz bietet das Land bis zu 2500 Euro. Die Antragsfrist endet am 31. Dezember 2025. Die Antragsfrist für die Förderung für private Wallboxen ist bereits am 31. Dezember 2023 abgelaufen.
  • Bayern: Das Bundesland unterstützt im Rahmen des Förderprogramms Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Bayern 2.0 in regelmäßigen Abständen neue Ladepunkte. Bedingung ist aber der öffentliche Zugang, private Wallboxen fallen hier raus. Der vierte Förderaufruf endete am 30. August 2024.
  • Berlin: Im Rahmen des Förderprogramms Wirtschaftsnahe Elektromobilität (WELMO) unterstützt die Hauptstadt unter anderem Ladeinfrastruktur für Selbständige sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Hier gibt es unter anderem bis zu 2500 Euro pro Ladepunkt, Antragsfrist ist der 31. Dezember 2025.
  • Brandenburg: Das Bundesland fördert aktuell keine Wallboxen.
  • Bremen: Das Bundesland fördert aktuell keine Wallboxen.
  • Hamburg: Das Bundesland fördert aktuell keine Wallboxen.
  • Hessen: Das Bundesland fördert aktuell keine Wallboxen.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Das Bundesland fördert aktuell keine Wallboxen.
  • Niedersachsen: Hier gibt es ein paar Förderprogramme für E-Mobilität. Diese gelten nicht für Privatpersonen, aber unter anderem für Unternehmen (Frist: 1. November 2024).
  • Nordrhein-Westfalen: Für private Ladestationen gibt es hier bis zu 1000 Euro Zuschuss im Rahmen von ElektroMobilitätNRW. Auch für nicht-öffentliche Ladeinfrastruktur (etwa auf Stellplatz- oder Garagenkomplexen) und für Netzanschlüsse (ab vier Stellplätzen) spendiert NRW Zuwendungen.
  • Rheinland-Pfalz: Private Wallboxen sind nicht Teil des Förderprogramms in Rheinland-Pfalz, Zuschüsse gibt es aber etwa für nicht-öffentliche Schnellladeinfrastruktur für Unternehmen (Frist: 1. November 2024).
  • Saarland: Das Bundesland fördert aktuell keine Wallboxen.
  • Sachsen: Das Bundesland fördert aktuell keine Wallboxen.
  • Sachsen-Anhalt: Mit dem Ladeinfrastrukturprogramm fördert das Land öffentliche Normal- und Schnellladepunkte.
  • Schleswig-Holstein: Das Bundesland fördert aktuell keine Wallboxen, doch stellt eine Wiederauflage der Förderung von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge II in Aussicht.
  • Thüringen: Das Bundesland fördert aktuell keine Wallboxen.
Neben den Bundesländern gibt es einige Kommunen, die Ladestationen fördern. Schauen Sie daher unbedingt, ob das auch in Ihrer Region der Fall ist. Wichtig zu beachten: Bei den Förderprogrammen von Ländern, Städten und Kommunen gilt – ebenso wie bei der KfW –, die Grundregel, dass zuerst ein Kostenvorschlag benötigt wird. Dann wird der Förderantrag ausgefüllt, immer zum Schluss folgt die Bestellung der Geräte.

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Wie hoch war die Förderung beim vorherigen Programm?

Zwischen Herbst 2020 und Oktober 2021 lief die erste staatliche Förderung heimischer Wallboxen für Elektrofahrzeuge, dabei gab es bis zu 900 Euro. Der Bund hatte für die Anschaffung von privaten Ladestationen einen Fördertopf von insgesamt 800 Millionen Euro aufgelegt, der schließlich leer war. Wie die staatliche Förderbank direkt nach dem Auslaufen des Programms auf AUTO BILD-Anfrage mitteilte, wurden von gut 825.000 Haushalten Förderanträge für knapp eine Million Ladepunkte gestellt.

Wie viele Antragsteller gingen leer aus?

Nach endgültiger Auswertung wurden laut golem.de genau 689.980 der beantragten 974.449 Ladepunkte tatsächlich mit 900 Euro bezuschusst, 284.469 Wallboxen gingen demnach leer aus.
Am häufigsten brachten die Antragsteller die Wallbox in ihrer Garage an (56,2 Prozent). In jeweils rund einem Fünftel der Fälle wurden diese an einem Carport (20,3 Prozent) oder an einem nicht überdachten Stellplatz (18,2 Prozent) montiert. Nur in 2,4 Prozent der Fälle wurden die Wallboxen in einer Tiefgarage installiert.
Bewohner von Einfamilienhäusern profitierten laut Auswertung mit 68 Prozent der ausgezahlten Förderungen überdurchschnittlich, lediglich 15,8 Prozent der Wallboxen wurden an Mehrfamilienhäusern errichtet, gefolgt von Reihen- und Doppelhäusern mit 14,7 Prozent.

Wallbox-Förderung für Unternehmen und Kommunen ausgelaufen

Auch für Betriebe gab es zwischenzeitlich von der KfW staatliche Wallbox-Förderung. So konnten seit Ende 2021 Kommunen ("Zuschuss 439") und Unternehmen ("Zuschuss 441") ebenfalls über die KfW 900 Euro pro Ladepunkt bekommen. Doch auch damit ist mittlerweile Schluss. Das Volumen des Fördertopfes betrug 350 Millionen Euro.