Wer sein Elektroauto zu Hause günstig und schnell aufladen möchte, sollte eine Wallbox installieren. Das ist eine spezielle Steckdose an der Wand für das schnelle und komfortable Laden von E-Autos. Die Wallbox lädt den Akku bis zu zehnmal schneller wieder auf als eine Haushaltssteckdose.

Doch die richtige Wallbox zu finden, ist gar nicht so einfach. AUTO BILD und Kooperationspartner Edison haben fünf Exemplare namhafter Hersteller im Zertifizierungszentrum der DEKRA im niederländischen Arnheim ausgiebig testen lassen. Mit dabei: Wallboxen von der VW-Tochter Elli, vom Zulieferer Webasto und vom Druckmaschinenhersteller Heidelberg sowie von wallbe.
Außerdem war eine mobile Ladestation, der sogenannte Juice Booster 2, mit von der Partie. Die vier Wallboxen sind an einen festen Montageort gebunden, liefern 11 kW Strom – und ermöglichen es den Energieversorgern, bei künftigen Versorgungsengpässen die Ladeleistung zu drosseln (welche regionalen Zuschüsse es nach dem Wegfall der staatlichen Wallbox-Förderung noch gibt).

11-kW-Wallboxen im Test

AUTO BILD wollte von den Spezialisten der DEKRA – die in ihren Labors im Auftrag der Industrie permanent sogenannte Niederspannungsgeräte prüfen – wissen, wie sicher Wallboxen aus europäischer Produktion sind, worauf beim Kauf zu achten ist und wie sich die zum Teil eklatanten Preisunterschiede erklären lassen: Den günstigsten und den teuersten Kandidaten in unserem Testfeld trennen immerhin fast 2000 Euro!
Im Test blieben bei allen Geräten die Messwerte im grünen Bereich. Hitzestaus gab es bei keiner Wallbox, alle Ladevorgänge verliefen reibungslos. Unterschiede zwischen den Geräten offenbarte der Test trotzdem – die auch die Preisdifferenz erklären. Das teuerste Gerät, die wallbe Pro, hat ein stabiles, wetterfestes Gehäuse und eine Verkabelung im Inneren, die deutlich stärker und damit belastbarer ausfällt als die der Konkurrenz. 
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Vor allem aber glänzt die Box mit Funktionalitäten, die den Ladekomfort erhöhen und die Abrechnung der Stromlieferungen etwa mit dem Arbeitgeber erleichtern. Im Vergleich dazu sind die übrigen Wallboxen deutlich spartanischer ausgestattet. Grundsätzlich erfüllen sie ihren Zweck zuverlässig: nämlich sicher Strom in den Akku des Elektroautos zu leiten. Allerdings sind sie nur teilweise internetfähig. Wofür braucht man das? Um die Wallbox etwa über das Smartphone und eine App zu steuern.
Wer darauf verzichten kann, ist mit der Webasto Pure sehr gut bedient – der Wallbox mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit den 300 Euro, die das Gerät günstiger ist als der ID. Charger Pro von Volkswagen, lässt sich möglicherweise der Elektriker bezahlen.

Bestes Preis-Leistungsverhältnis: Webasto Pure

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Preis-Leistungssieger: Webasto Pure.
Mit ihrem vergleichsweise günstigen Preis von 685 Euro bekommt die Wallbox von Webasto den Titel "Preis-Leistungssieger". Sie ist die günstigste Wallbox im Test. Sie bietet keine App zur Steuerung, aber dafür reibungslose Ladevorgänge und keine Probleme mit Hitzeentwicklung. Zwar ist sie im Vergleich zu den teureren Testkandidaten weniger komfortabel ausgestattet, dafür spart man im Vergleich zur teuersten Wallbox aber auch fast 2000 Euro.

Flexible Lademöglichkeit: Juice Booster 2

Eine interessante Alternative zur fest installierten Wallbox ist der Juice Booster der Schweizer Firma Juice Technology AG. Für 999 Euro bekommt man einen mobilen Universallader mit bis zu 22 kW Leistung, der gegen Aufpreis an einem Dutzend Adaptern für Haushalts- und Industriesteckdosen aller Art Anschluss findet. Ob rote Drehstromdose in der Werkstatt oder blaue CEE-Campingplatzbuchse, ob 16 oder 32 Ampere Stromstärke – mit dem Juice Booster lassen sich Elektroautos vielfältig aufladen.
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Flexible Lösung: Juice Booster 2.
Der Ladevorgang wird mittels farbiger LED signalisiert. Und falls er mal von einem Reifen überrollt wird, soll er bis zu drei Tonnen Gewicht überstehen können. Die DEKRA-Tester Laurens Mooi und Sahin Sahin waren jedenfalls sehr angetan von der mobilen Ladelösung aus der Schweiz. Wer auf die maximale Flexibilität verzichten kann, wählt den Juice Charger easy für 1189 Euro. Zum Booster gibt es dann eine Box mit Wandhalterung, die ein Elektriker nur noch zu verplomben braucht.

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Vier Wallboxen im AUTO BILD-Test
Fazit von Franz Rother (Edison-Chefredakteur): Alle fünf Ladesysteme arbeiten sicher und einwandfrei. Trotzdem vorm Kauf bitte überlegen, welche Aufgaben die Box erfüllen soll, welche Features verzichtbar sind. So lassen sich leicht Hunderte Euro sparen.

So haben AUTO BILD und DEKRA getestet

Drei Tage lang wurden die Boxen im Zertifizierungszentrum der DEKRA in Arnheim unter die Lupe genommen. Nach dem theoretischen Teil (EU-Vorschriften, Verständlichkeit der Bedienungsanlagen) ging es an die Inspektion des Innenlebens. Dann folgte die praktische Erprobung. Simuliert wurden Ladevorgänge über jeweils sechs Stunden.
Geprüft wurden Ladeströme und die entstehende Hitze an verschiedenen Stellen. Am Ende wurde noch gemessen, wie schnell die integrierten Sicherungen auf Fehlerströme reagieren. Schnellster war hier übrigens der ID. Charger Pro mit 153 Millisekunden.

ADAC: Sechs Wallboxen im Test

Der ADAC hat ebenfalls sechs 11-kW-Modelle getestet. Die Bewertung erfolgte nach Noten von 1,0 (sehr gut) bis 5,0 (mangelhaft). Gewichtung: Lieferumfang und Montage (10 Prozent), Sicherheit (30 Prozent), Funktion (30 Prozent), Ausstattung (20 Prozent) und die App (10 Prozent). Dabei ist das Urteil jedoch nie besser als die Einzelnote in "Sicherheit".

Die Kostad TX-1000 ist der Testsieger

Insgesamt konnten fünf von sechs Wallboxen im Test überzeugen, die sechste wurde inzwischen überarbeitet und ist damit ebenfalls empfehlenswert. Testsieger wurde die Kostad TX-1000 (Note 1,8). Laut Test funktioniert die Wallbox zuverlässig und ist sicher und umfangreich ausgestattet. Ihre Bedienung wird als einfach beschrieben. Das Kabelmanagement ist exzellent und eine Steckergarage vorhanden.
Auch die App überzeugte im Test mit einer komfortablen Energieanzeige. Das Starten und Stoppen des Ladevorgangs ist auch zeitgesteuert per App möglich. Die Kostad ist allerdings inzwischen nicht mehr erhältlich. Sie basiert aber auf der Terra AC-Wandladestation von ABB, die weiterhin verfügbar ist. So sind laut ADAC die Testergebnisse auch wahrscheinlich auf diese Wallbox übertragbar.
ADAC Wallboxen Test - Ladesäule Kostad
Testsieger: die Kostad TX-1000.

Drei Wallboxen schlossen mit gutem Ergebnis ab

Gute Ergebnisse erlangten auch die Vestel EVC04-AC11SW-T2P (Note 2,1), der Volkswagen ID. Charger Connect (Note 2,1) und die Hesotec Electrify eBox wr30 rechts 11kw (Note 2,2). Die Vestel überzeugt mit einer sehr guten App, umfangreicher Ausstattung und zuverlässiger Funktion. Die günstigste Wallbox im Test stammt von Volkswagen und liefert eine ausgewogene Vorstellung ab. In der Kategorie Sicherheit konnte sie mit der Note 1,5 zusammen mit der Wallbox von Kostad das beste Ergebnis im Test erzielen. Die VW-Wallbox glänzt auch zusammen mit der Kostad im Bereich Sicherheit.
ADAC Wallboxen Test - Ladesäule VW
Volkswagen-ID. Charger Connect: Die günstigste Wallbox im Test liefert eine ausgewogene Vorstellung ab.
Der ADAC lobte das Kabelmanagement bei der Vestel und VW-Box. So lässt sich das Kabel einfach um die Boxen wickeln und bei der Vestel sogar in einer Steckergarage parken. Die Design-Wallbox von Hesotec kommt im hochwertigen Edelstahlgehäuse, schwächelt aber etwas bei der Ausstattung und ist zudem recht teuer. Sie überzeugt aber mit sicherer und zuverlässiger Funktion und einer attraktiven Statusanzeige.

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ADAC Wallboxen Test - Ladesäule
ADAC Wallboxen Test - Ladesäule
ADAC Wallboxen Test - Ladesäule Kostad
Kamera
ADAC-Test: Wallboxen

EVBox-Elvi fiel erst durch, bestand den Test nach Überarbeitung

Mit einem befriedigenden Ergebnis schloss die Stark-in-strom.de Wallbox Pro Connect 11 kw ab. Sie ist modular aufgebaut und daher sehr reparaturfreundlich. Die anderen Testkandidaten haben integrierte Platinenlösungen. Allerdings gab es laut Test bei diesem Modell Abweichungen zwischen verbauter und bei der Bestellung versprochener Sicherheitstechnik.
ADAC Wallboxen Test - Ladesäule Evbox
Mangelhafte Sicherheit: EVBox Elvi.
Ein Ausreißer: Die EVBox Elvi (E3160-A35062-10.2) flog mit mangelhaftem Ergebnis aus dem Test: Der integrierte Fehlergleichstrom-Schutzschalter Typ A löste bei einer Messreihe nicht aus. Das könne zu einer Gefährdung führen, bemängelten die ADAC-Tester. EVBox nahm sich das Ergebnis zu Herzen und besserte nach. Käufer erhalten seit Juni 2021 ein kostenloses Software-Update. Der ADAC hat diese neue Steuerung inzwischen überprüft und sein "Okay" gegeben. Heißt: Die EVBox Elvi erfüllt nun die Norm. In Ausstattung, Funktion und App liegt sie nahezu auf dem Niveau des Testsiegers.

Von

Matthias Techau
Franz Rother