WEC: Fahreranalyse
Rast muss aufsteigen!

Eine Analyse der Zeiten der einzelnen Fahrer zeigt: In der LMP2-Klasse überragt René Rast den Rest des Feldes. Kommt die Rückkehr ins LMP1-Cockpit bei Audi?
Bild: Hersteller; picture-alliance
- Michael Zeitler
In der Langstrecken-Weltmeisterschaft stehen vor allem die Fahrzeuge im Vordergrund. Es geht darum, ob Audi, Porsche oder Toyota das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewinnt, ob sich Ford gegen Ferrari behaupten kann, oder welche Fahrzeuge über die Distanz kommen. Die Fahrer werden oft vergessen – weil pro Auto immer drei, manchmal auch nur zwei von ihnen zum Einsatz kommen.
Wer aber sind die schnellsten Fahrer in der Sportwagen-WM? Der Programmierer David Heinemeier Hansson veröffentlicht für die WEC nach jedem WM-Lauf eine genaue Analyse auf seinem Twitter-Kanal. Er listet die schnellsten Rundenzeiten der einzelnen Fahrer auf, aber auch den Durchschnittswert aus einem 20-Runden-Stint. Natürlich sind die Zeiten mit Vorsicht zu genießen: Es kommt auch immer darauf an, wann welcher Fahrer unter welchen Bedingungen auf der Strecke liegt. Und mit welchem Auto er fährt.

Er ist einer der schnellsten LMP1-Fahrer: Timo Bernhard
In der GT-Pro-Klasse war Nicki Thiim der schnellste Fahrer des Wochenendes. Der Sohn von Ex-DTM-Meister Kurt Thiim hielt im Aston Martin zwei Ferrari- und zwei Ford-Chauffeure in Schach. Der schnellste Ford-Star war Harry Tricknell vor Olivier Pla, bei Ferrari führt Gianmaria Bruni vor Sam Bird die Zeitenliste an.
Am interessantesten ist die Zeitenanalyse in der LMP2-Klasse, der zweiten Prototypen-Kategorie. Zum einen, weil dort die Autos sehr eng beisammen sind und der Fahrer wirklich den Unterschied machen kann. Zum anderen, weil hier ein Lenkradakrobat herausragt: René Rast. Der Deutsche ist im erweiterten Audi-Werkskader, musste nach dem Wegfall des dritten Audi LMP1 aber in die LMP2 zurück. Und beherrscht dort mit seinem rund 500 PS starken Oreca-Nissan von G-Drive die Klasse.
René Rast im Interview: "LMP2 im Verkehr noch schwieriger."

Ex-Formel-1-Pilot Gianmaria Bruni war schnellster Ferrari-Pilot
Wie stehen die Chancen, dass Rasts Performance mit einem Comeback in die LMP1 belohnt wird? Audi-LMP1-Projektleiter Stefan Dreyer schließt gegenüber ABMS eine Rückkehr des dritten Audi 2017 aus. Damit muss Rast hoffen, dass einer der sechs Stammverträge nicht mehr verlängert wird.
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