Eigentlich ist es nur die dritte Klasse in der Langstrecken-WM. Die GT-Pro-Fahrzeuge basieren auf richtigen Gran-Tourismo-Straßenmodellen. Hersteller, die teilnehmen, müssen eine Mindeststückzahl der Modelle für Straßenkunden bauen. Das macht sie langsamer als die reinrassigen Prototypen in der LMP2- und vor allem der LMP1-Klasse.
Der Vorteil aber sind die geringeren Kosten. Es wird geschätzt, dass die Spitzenteams in der GT-Pro-Wertung rund 50 Millionen Euro für die Teilnahme ausgeben. Das ist nur ein Viertel von dem, was die LMP1-Werksteams verballern. Die Konsequenz: Während in der LMP1 mit Porsche und Toyota nur noch zwei Werke mitmischen, boomt die GT-Kategorie.
Sportwagen
Der Porsche 911 GTE
Aktuell sind Ferrari, Ford, Aston Martin und Porsche werksseitig vertreten. 2018 kommt BMW dazu. Und dabei soll es nicht bleiben. Im Interview mit ABMS erklärte WEC-Promoter Gérard Neveu: „Es gibt zwei, drei weitere Hersteller, die Interesse haben. Wenn wir 2018 fünf, 2019 sechs und 2020 sieben GT-Hersteller haben, wird das faszinierend zu sehen sein.“ Zu den interessierten Herstellern zählen Chevrolet, Lamborghini und McLaren. Chevrolet  ist mit der Corvette schon in der amerikanischen Sportwagen-Meisterschaft vertreten, McLaren mischt den GT3-Sport erfolgreich auf.
Diese Vielzahl an Teilnehmern trägt jetzt Früchte: Die GT-Pro-Klasse bekommt ab 2017 den WM-Status, wird also zu einer Weltmeisterschaft. Das ist wichtig für die gesamte WEC. Weil die Statuten des Automobilweltverbandes FIA den WM-Status nur ab drei Herstellern zulassen, musste die WEC bangen, den Weltmeister-Status zu verlieren. Mit einer GT-WM ist diese Gefahr minimiert worden.
2016 holte sich Ferrari den Herstellertitel in der GT-Pro-Klasse. Die erfolgreichsten GT-Fahrer waren Nicki Thiim und Marco Sørensen für Aston Martin. Sie könnten 2017 von GP2-Ass und Williams-Formel-1-Testfahrer Alex Lynn verstärkt werden.
Porsche hat als erster Hersteller bereits die ersten drei Fahrer verkündet: Michael Christensen, Frédéric Makowieki und Richard Lietz. In einem zweiten von Manthey Racing eingesetzten Porsche 911 GTE sitzen drei Fahrer aus dem Porsche-Kader, der umfasst: Romain Dumas, Sven Müller, Laurens Vanthoor, Dirk Werner, Patrick Long, Kevin Estre, Patrick Pilet, Jörg Bergmeister und Wolf Henzler.