Kia-Werkstätten im Test

Werkstatt-Test: Kia

Kia schraubt mit halber Kraft

Kia im Werkstatt-Test: Die koreanische Marke erzielt große Zuwächse, der Kundendienst hält da nicht mehr mit, übersieht nahezu die Hälfte der Fehler.
Dieser Werkstatt-Test beginnt mit einer Erläuterung. Denn mitten im Testzeitraum zwischen Juni und Oktober ändert Kia plötzlich die Wartungsanweisungen. Was dazu führt, dass von den sorgsam ausgewählten, mit Kia abgestimmten und von den DEKRA-Experten präparierten fünf versteckten Mängeln plötzlich zwei aus den Wartungsanweisungen verschwunden sind. Nummer eins: das Gewinde der Dachantenne, das gegen Korrosion geschmiert werden musste. Nummer zwei: das Reifen-Reparaturset, dessen Vorhandensein und Ablaufdatum es zu prüfen galt. Verfügt das Fahrzeug dagegen über ein Not- oder Reserverad, muss dessen Luftdruck auch weiterhin kontrolliert werden. Drei der Testfahrzeuge werden nach den neuen Wartungsanweisungen bewertet. Für die übrigen gelten die alten, da sie bereits in der Werkstatt gewesen waren, als Kia die Wartungsregeln änderte.  Bei Letzteren bewerten wir somit alle fünf präparierten Fehler. Bei den anderen Autos entweder vier (Ersatzrad vorhanden) oder drei Fehler. Wobei das Schema in jedem Fall dem in der Schule entspricht: Bleibt mehr als die Hälfte der Fehler unentdeckt, lautet die Note für die Arbeitsleistung "mangelhaft".

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Kia im Werkstatt-Test: Nur wenige machen Probefahrt

Gleiches gilt für die Endnote, wenn die Probefahrt als elementarer Bestandteil einer Inspektion weggelassen wird oder kürzer als drei Kilometer ausfällt. Die DEKRA-Leute sind auch in diesem Punkt sehr akribisch, notieren sich den Kilometerstand bei der Abgabe des Fahrzeugs auf die 100-Meter-Stelle genau. Denn abgesehen davon, dass der Kunde die Probefahrt mit der Inspektionspauschale bezahlt, ist sie auch ein sicherheitsrelevantes Kriterium jeder Wartung. Zwei Betriebe fahren nicht Probe, Auswirkungen hat dies aber nur für von der Weppen. Bei Metzen dagegen ist die Arbeitsleistung ohnehin schon ungenügend. Der ganze Ablauf dort in Monzelfeld macht den Eindruck, als gäbe es keine Richtlinien seitens Kia. Einen Serviceberater bekommt der Tester nicht zu Gesicht, dessen Job erledigt die Dame von der Kasse nebenbei. Und zur Abholung steht das Auto unverschlossen auf dem Gelände, "Schlüssel steckt". Ebenfalls nicht die feine Art: unverlangt eingefüllte Additive wie Diesel-Systemschutz für fast 18 Euro oder ein Fettspray für 7,90 Euro.

Nur 53,5 Prozent der Mängel entdeckt

Wobei sich solche Aktionen bei Kia im Rahmen halten, nur GECA setzt ebenfalls ähnliche Kassenfüller auf die Rechnung. Und will 2,9 Liter Frostschutz zur Ergänzung des Kühlwassers benötigt haben, obwohl der Tester nur etwa einen halben Liter abgesaugt hat. Natürlich gibt es auch positive Aspekte. Alle Betriebe ersetzen die defekte Sicherung. Was dagegen bei Kia wie bei den meisten anderen Marken verbesserungswürdig ist: Bei der telefonischen Terminvereinbarung sollte zwingend auch die Fahrgestellnummer notiert werden. Denn nur so kann die Werkstatt herausfinden, ob für das Fahrzeug offene Serviceaktionen des Herstellers anstehen. Auch der Auftrag kann so bereits vor der Fahrzeugabgabe erstellt werden, was dem Kunden Wartezeit und dem Werkstattpersonal hektisches Getippe erspart. Oder erhält der Tester deshalb bei von der Weppen, Menn und Metzen gar keine Auftragskopie? Allerdings nützt ihm die so gut wie gar nichts, wenn darauf – wie bei Pfohe – kein voraussichtlicher Preis notiert ist. Schließlich kommt es gerade dort zu einer delikaten Überschreitung des nur mündlich genannten Voranschlags. Unter dem Strich betrachtet ist Kia, was den Service betrifft, auf einem guten Weg. Was aber dringend verbessert werden muss, ist die Arbeitsqualität. Nur 53,5 Prozent der Fehler beseitigt! 2012 schafften die Koreaner noch 72,9 Prozent.

Wie gut ist die 7-Jahres-Garantie?

Sieben Jahre volle Herstellergarantie, damit ist Kia seit 2010 einzigartig. Allerdings führt das auch zu einer hohen Erwartungshaltung bei den Kunden, die nicht immer das Kleingedruckte gelesen haben.  So sind Verschleißteile, wie woanders auch, generell davon ausgenommen. Zudem gelten für gewisse Bauteile andere Garantiezeiträume: zwei Jahre für die Batterie, drei Jahre für Navigations-, Entertainment- und Audiosysteme sowie fünf Jahre auf den Lack. Außerdem gilt für diesen eine Kilometergrenze: 150 000 km. Die kommt auch zum Tragen, wenn der Kia älter als drei Jahre ist. Denn die Garantie gilt sieben Jahre oder 150 000 km. Ohne Kilometerbegrenzung sind nur die ersten drei Jahre abgedeckt. Nicht eindeutig geregelt ist die Stellung eines kostenlosen Ersatzfahrzeugs, die Mobilitätsgarantie greift nur in einem Pannenfall. Weitere Details zum Kia-Werkstatt-Test gibt es in der Bildergalerie.

Kia-Werkstätten im Test

Hendrik Dieckmann

Hendrik Dieckmann

Fazit

Das 2012 eingeführte Testschema sieht fünf versteckte und einen benannten Fehler vor. Kia erreicht hier das schlechteste Ergebnis aller Vertragswerkstätten, beseitigt nur 53,5 Prozent. Lässt man den von allen – als einzigen – gut bewältigten Bonusmangel außer Acht, sind es gar nur 43 Prozent. Da ist noch deutlich Luft nach oben, schließlich bezahlt der Kunde 100 Prozent. Das bedeutet noch viel Arbeit für den rührigen Kia-Kundendienst, denn der deutsche Kunde erwartet Erfüllungsquoten bis 95 Prozent. Das ist durchaus machbar, wie VW 2014 gezeigt hat.

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