Werkzeugkoffer im Test: Ergebnisse

Werkzeugkoffer-Test (2018)

Welcher hat das Zeug zum Werken?

Schraube locker? Im Test vergleichen wir acht universelle Werkzeugkoffer zwischen 25 und fast 400 Euro. Warum der günstigste Kandidat empfehlenswert ist – und was die teuren noch besser können.
Für 130 Euro können Sie Ihr Auto eine Stunde vom Mechaniker in der Werkstatt reparieren lassen. Oder fürs gleiche Geld den Testsieger dieses Vergleichs von Werkzeugkoffern kaufen. Ab der zweiten Mechanikerstunde sind Sie somit schon im Plus. Wer Wartungs- und Reparaturarbeiten am Auto selbst erledigt, spart also Geld. Vom Zündkerzen-Check über den Ölwechsel bis hin zum Batterietausch – dafür braucht es nicht unbedingt einen ausgebildeten Fachmann. Wohl aber das richtige Werkzeug. Alle unsere Modelle eint, dass sie in jedem Kofferraum Platz finden und somit auch für den Einsatz unterwegs geeignet sind. Bei Preis, Umfang und Verarbeitungsqualität trennen sie hingegen Welten: Mal liegt die Knarre perfekt in der Hand, mal verbiegt sich der schrottige Schraubendreher beim ersten Einsatz.

Werkzeugkoffer im Test: Ergebnisse

Acht Werkzeugkoffer im Test: Ergebnisse

Dopplung bei Black+Decker: Wozu zweimal das gleiche?

Viel hilft nicht immer viel: Zwar trumpft der Werkzeugkoffer von Famex als Allrounder mit atemberaubenden 197 Komponenten auf, während sich der Gedore-Steckschlüsselsatz naturgemäß auf seine Kernkompetenz beschränkt. Doch die Anzahl der mitgelieferten Teile ist nicht immer entscheidend: Black+Decker packt diverse Bits sogar doppelt rein – das sieht nach mehr aus, bringt aber nichts. AUTO BILD-Tester und Kfz-Meister Thomas Schreiber: "Wasserwaage, Säge, Phasenprüfer, Tacker oder Teppichmesser sind was für Heimwerker. Die braucht man fürs Auto so gut wie nie. Beim Rest muss die Qualität stimmen." Die automobile Bordwerkstatt im Kofferraum sollte Sie im Ernstfall nicht im Stich lassen. Die gute Nachricht: Dieses Schicksal droht Autofahrern mit keinem unserer Kandidaten. Vorausgesetzt, Sie haben die zum Sortiment passende Panne – und das nicht zu oft. Einer regelmäßigen Beanspruchung hält nicht jedes Schnäppchen-Set stand.

Bei Billig-Sets ist Vorsicht geboten

Wenig überraschend: Tools im Set sind deutlich günstiger als einzeln. Bei Set-Preisen von unter 50 Euro ist allerdings Skepsis geboten. Hochwertiges Werkzeug hält Jahrzehnte, überdauert vielleicht sogar Generationen, hat aber auch seinen Preis. Eine größere Investition kann sich also lohnen. Die goldene Mitte bildet am Ende ein umfangreicher Universalist für 130 Euro: Nicht ganz billig, aber er überzeugt auf ganzer Linie.
# Werkzeugkoffer im Test  
1.

Famex 136-29 Werkzeugkoffer

Preis: 130 Euro*
Gesamturteil: sehr gut

 
2.

Gedore Red Steckschlüsselsatz

Preis: 95 Euro*
Gesamturteil: gut

 
2.

Hyundai K70 Werkzeugkoffer

Preis: 80 Euro
Gesamturteil: gut

 
2.

Hazet-Tasche 1520/64

Preis: 394 Euro
Gesamturteil: gut

 
5.

Powerfix Profi+ Universal-Werkzeugkoffer

Preis: 25 Euro
Gesamturteil: gut

 
6.

Meister Werkzeugkoffer

Preis: 40 Euro
Gesamturteil: befriedigend

 
7.

Black+Decker X71 A7144-XJ Werkzeugkoffer

Preis: 32 Euro
Gesamturteil: befriedigend

 
8.

Tussi on Tour-Werkzeugkoffer

Preis: 30 Euro
Gesamturteil: ausreichend

 

So haben wir getestet

Gegen Rost ist leider keiner der Kandidaten gewappnet.

War nach 50-mal Öffnen und Schließen noch alles an Ort und Stelle? Ist das Werkzeug gut verarbeitet, passgenau, sauber gefräst? Liegt es gut in der Hand? Je zwei Komponenten setzten wir 48 Stunden lang gesättigter Salzlösung aus – der Rost-Test. Auf je ein Teil pro Set schlugen wir zwölfmal mit dem Hammer – Macken geben Punktabzug. Dann fallen uns Ratschen und Zangen aus einem Meter Höhe, Kopf voraus, auf den Betonboden. Und unser Profi-Schrauber ging mit allen Kandidaten hart ins Gericht.
Das sagt der Experte: "Bei dem Set 'Tussi on Tour' und dem von Black+Decker ist es schade ums Geld. Meister und Powerfix enthalten zwar viele Extras, die braucht man im Auto aber nicht, außerdem ist die Verarbeitung mies. Der Name Hazet bringt Mechanikeraugen zum Leuchten – die Tasche ist aber überteuert. Hyundai und Gedore hätte ich beide gern bei mir im Kofferraum oder in der Werkstatt. Prima verarbeitet, Hammer und Zange kauft man separat dazu. Am besten fahren Sie mit dem Famex: stimmiges Sortiment, gute Qualität, vernünftiger Preis."

Fabian Pickel

Fazit

Mit hochwertigem Werkzeug macht das Schrauben am Auto Spaß: Reparaturen gehen leichter von der Hand und sind eher von Dauer. Unsere getesteten Billigkandidaten sind im Notfall besser als nichts, sorgen bei passionierten Hobbyschraubern aber eher für Frust als für Lust. Überlegen Sie vor dem Kauf, was Sie wirklich brauchen. Verzichten Sie auf Schnickschnack, und geben Sie lieber ein paar Euro mehr aus. Um das ein oder andere Teil ergänzt, sind die Knarrenkästen ebenso empfehlenswert wie der Testsieger.

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