Der Name Ontour dürfte vielen bekannt vorkommen. Er bezeichnet schon seit Jahren die Wohnwagen-Einstiegsbaureihe aus Fockbek (Schleswig-Holstein), die mit reisefreundlich schmalen 2,20 Metern Aufbaubreite auch auf langen Touren mit vielen Zwischenstopps unkompliziert mitläuft. Folgerichtig wurde ab 2019 auch die Einstiegsbaureihe bei den teilintegrierten Reisemobilen Ontour genannt (Ontour C, 2,23 Meter schmal, zwei Grundrisse).

Aus einer Idee wird eine Modellfamilie

Mittlerweile hat diese Zuwachs bekommen – in der Breite und in der Auswahl: Beim 2,40 Meter breiten Ontour T gibt es drei Grundrisse, beim gleich breiten Ontour A mit Alkoven einen Grundriss. So viel zur Theorie.
So viel Platz! Die Größen von Tisch und Sitzgruppe passen zusammen.
Bild: Sven Krieger
In der Praxis beweisen darf sich bei uns ab sofort der Ontour T 700 FH. Er hat denselben Grundriss wie der T 700 F (französisches Bett und Bad im Heck), allerdings mit zusätzlichem Hubbett. Alternativ gibt es den T 710 GE – ohne Hubbett und mit klassischen Längseinzelbetten im Heck. Unser Grundriss bietet also die größte Anzahl an Schlafplätzen, wozu seine ausladende L-Sitzgruppe passt.
Motorisierung 
2.2 Multijet 3 180 EAT 8 
Motor/Bauart/ Zylinder/Einbaulage 
Diesel/in Reihe/4/vorn quer 
Hubraum 
2184 cm3 
kW (PS) bei U/min 
132 (180) bei 3500 
Nm bei U/min 
450 bei 1500 
Höchstgeschwindigkeit 
100 km/h (>3,5 t) 
Getriebe 
Achtstufen- Wandlerautomatik 
Antrieb 
Vorderrad 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
225/75 R 16 CP M+S 
Reifentyp 
Continental VanContact Camper 
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 
90 l/Diesel + 19 l AdBlue 
Anhängelast gebremst/ ungebremst 
2000/750 kg 
Länge/Breite/Höhe 
7009/2400/2883 mm 
Radstand 
4035 mm 
Grundpreis 
80.990 Euro 
Testwagenpreis 
90.137 Euro 
Doch bevor wir uns dort gemütlich niederlassen, ist erst mal Arbeit angesagt. Für uns genauso wie fürs Mobil. Das prüfen wir nämlich auf dem Contidrom, einem Testgelände des Autozulieferers Continental, in guter Tradition zu Beginn des Dauertests auf seine fahrtechnischen Nehmerqualitäten.
Das ist er: Ein unprätentiöser Reisebegleiter für vier, die Wert auf Komfort legen. Denn seine umfangreiche Ausstattung lässt schon ab Werk nichts vermissen.

Praktische Details im Alltag

Der Aufbau ist solide gemacht und gefällt mit praktischen Details wie den Klappenverschlüssen mit Einhandbedienung, Fenster und Mülleimer in der Aufbautür, einem ausziehbaren Handtuchhalter in der Küche sowie zahlreichen Häkchen und Ablagen. Im Heckstauraum findet sich zudem deutlich mehr Platz als vermutet. Der große Kleiderschrank, in dem die Leiter des Hubbetts sicher mitfährt, fasst zusammen mit den Dachschränken ebenfalls ausreichend Gepäck.
Bad und Bett teilen sich das Heck. Der Lattenrost schwingt weit auf, um ans Gepäck im Stauraum zu gelangen. Ablagen am Kopfende.
Bild: Sven Krieger
Das hat er: Eine Sitzgruppe, die ihren Namen verdient. Hier sitzt nämlich eine ganze Gruppe von Leuten bequem, und für jeden ist auf dem großen Tisch etwas frei. Dahinter wartet, durch einen Tresen getrennt, die Winkelküche. Sie gefällt mit praxistauglicher Aufteilung und großem Kochfeld. Ihr gegenüber sind Aufbautür und Kühlschrank (mit beidseitig öffnendem Portal) platziert. Darauf folgt das Bett, das mit härteverstellbarem GFK-Lattenrost punktet, sich jedoch bauarttypisch am Fußende einseitig verjüngt. Gleich daneben bietet ein große Rolltür ebenen Zugang zum Bad. Waschtisch und Spiegelschrank fallen schmal aus, die Dusche hingegen opulent.
max. Innenhöhe/-breite 
2050/2180 mm 
Bettenmaß Heck (L x B) 
1990 x 1050-1380 mm, Kopffreiheit 1240 mm 
Bettenmaß Hubbett (L x B) 
2040 x 1180-1350 mm, Kopffreiheit 660 mm 
Masse fahrbereit 
3083 kg 
Zuladung/zlg. Gesamtgew. 
1317/4400 kg 
Beschleunigung 0–50 km/h 
5,8 s 
0–80 km/h 
11,6 s 
0–100 km/h 
17,8 s 
Zwischenspurt 60–100 km/h 
10,4 s 
80–120 km/h 
17,1 s 
Wendekreis links/rechts 
15,1/14,9 m 
Bremsweg aus 100 km/h kalt 
49,7 m 
aus 100 km/h warm 
52,4 m 
Innengeräusch bei 50 km/h 
64 dB(A) 
bei 100 km/h 
73 dB(A) 
bei 120 km/h 
76 dB(A) 
Testverbrauch – CO2 
10,8 l D – 286 g/km 
Reichweite 
833 km 
So fährt er: So sicher wie gewünscht. Das ESP greift bei harschen Ausweichmanövern stets blitzschnell und an den richtigen Rädern abbremsend ein, sodass nach einem kurzen massebedingten Schiebemoment über die Vorderräder der Kurs gehalten werden kann. Auch auf der nassen Kreisbahn regelt es die Geschwindigkeit passend herunter.
Wie sich Fahrwerk, Bremsen und ESP auf nasser Strecke verhalten, testen wir in der Kreisbahn.
Bild: Sven Krieger
Standhaft zeigt sich auch nach hoher Belastung die Bremse, verlangt aber nach Pedalkraft. Top: Motor und Getriebe, die bestens harmonieren und bei niedrigem Geräuschniveau Leistung satt bieten.

Fazit

Sicher ist sicher! Jetzt wissen wir, dass der Hobby ein sauber abgestimmtes Fahrwerk mit knackigen Bremsen und fein regelndem ESP hat. Man weiß ja nie, wer einem wann mal in die Quere kommen könnte. Seine Reisequalitäten werden wir in den kommenden Monaten testen. Der durchdachte Grundriss macht schon Lust darauf.