WRC: Rallye-WM in Wales
Sieg für Ogier, Titel für Volkswagen

Sébastien Ogier und Volkswagen dürfen auch in Wales feiern. Ford-Privatfahrer Ott Tänak verpasst indes zum zweiten Mal in dieser Jahr eine Sensation.
Bild: Picture-Alliance
- Christian Schön
Ihre persönlichen Weltmeistertitel haben Sébastien Ogier (32) und Beifahrer Julien Ingrassia (36) schon seit zwei Wochen in der Tasche. Mit dem Sieg bei der Rallye Großbritannien krönten die Franzosen jetzt auch ihren Arbeitgeber Volkswagen zum vierten Mal in Folge zum Champion.

Kein Herbstspaziergang: Trotzdem Jubel bei Ogier
Tänak profitierte dabei von seinem Reifen-Lieferanten. Im Gegensatz zu allen Werksteams, die auf Michelin vertrauen, verwendet Tänak Reifen des chinesisch-britischen Herstellers DMack. Beide Marken brachten, entsprechend dem Reglement, eine harte und eine weiche Gummimischung mit nach Wales. Doch die weichere Variante von DMack ist noch einen Grad weicher als die Alternative von Michelin. Damit war Tänak auf den abwechselnd aufgeweichten und durch eine fast polierte Oberfläche sehr rutschigen Wertungsprüfungen rund um Chester deutlich besser aufgestellt als die Konkurrenten in den Werksteams.

Was fürs Auge: Die Landschaft bei der Rallye Wales
Die Ränge drei bis fünf gingen an Hyundai. „Mehr war nicht drin. Wenn es rutschig wird, fehlt uns im Vergleich zu den Volkswagen eindeutig Traktion“, beschrieb Neuville, der Schnellste aus dem Werkstrio. Der Belgier widmete seinen Podiumsplatz einem guten Freund, der letzte Woche bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war.Und wieder einmal hatte Teamchef Michel Nandan (58) kein glückliches Händchen bei der Nominierung der Punktelieferanten. Er entschied sich für Neuville und Dani Sordo (33), der zuletzt bei der Heimrallye auf Schotter überzeugt hatte. Doch dieses Mal stand der Spanier im Schatten von Hayden Paddon (29), der als Vierter keine Marken-Punkte für Hyundai holte. Kleiner Trost für Nandan: Am Ausgang des Titelkampfes hätte es nichts geändert. Vize-Weltmeister Hyundai kann allerdings stolz darauf sein, wesentlich dichter an Volkswagen herangekommen zu sein als noch 2015.

Ott Tänak sorgt fast wieder für eine Sensation
In „down under“ ist dann Sommer. Entsprechend trocken und staubig sind die Wertungsprüfungen. In der Theorie hat Weltmeister, Tabellenführer und Straßenfeger Sébastien Ogier keine Siegchance. Aber der Franzose hält sich häufig nicht an die Theorie. 2015, unter identischen Bedingungen, gewann er die Rallye Australien.
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