WRX-Saisonstart in Abu Dhabi

WRX-Saisonstart in Abu Dhabi

Scheider sieht keinen WRX-Zerfall

Die Hersteller Peugeot, Audi, VW sind aus der Rallycross-WM ausgestiegen. Dafür hat mit Timo Scheider ein Deutscher Chancen auf den WM-Titel.
So schnell kann es gehen. Vor zwei Jahren boomte die Rallycross-Weltmeisterschaft. Immer mehr Hersteller stiegen ein, Fahrer wie Rallye-Rekordweltmeister Sébastien Loeb oder die DTM-Stars Mattias Ekström und Timo Scheider wurden in den Bann der kurzen Sprintrennen gezogen, in denen fünf Fahrer für nur wenige Runden nebeneinander auf Asphalt und Schotter um die Wette fahren. Eine Mischung aus Rallye und Rundstrecken-Rennen also.
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Doch jetzt sind alle Hersteller ausgestiegen: Peugeot, Audi, VW. Und mit ihnen die Topstars wie Loeb und Ekström, aber auch der Meister der vergangenen zwei Jahre, Johan Kristoffersson. Timo Scheider kehrt dagegen Vollzeit ins Cockpit zurück. Er sieht im Exodus der Autokonzerne keinen Nachteil. "Natürlich wäre ich gerne gegen Johan, Mattias oder Sébastien gefahren. Hersteller sind einerseits gut für eine Rennserie, weil sie das ganze Marketing mitbringen. Aber ohne die Hersteller haben jetzt auch die Privatteams wieder Chancen. Die WM ist so offen wie nie", erklärt der Deutsche vor dem Saisonauftakt in Abu Dhabi gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT.

Timo Scheider kehrt Vollzeit ins Cockpit zurück.

Bestätigt wird seine Meinung durch die Nennliste: 17 Vollzeit-Fahrer sind gemeldet, mehr als in den letzten Jahren. Scheider: "Ich habe erstmals einen neuen Seat Ibiza, bisher bin ich immer mit vier Jahre alten Autos gefahren. Ich hoffe, dass ich vorn ein Wort mitreden kann. Aber da sind viele, die das können: Vizemeister Andreas Bakkerud, die Hansen-Brüder, das Ekström-Team ist ja auch wieder mit einem Audi dabei."
Scheider erklärt den Grund für die Herstellerausstiege: "Es ist ja kein Geheimnis, dass sie vor allem die Elektrifizierung wollten. Sie sind eingestiegen, um die Rallycross-Szene als Spielwiese mal kennenzulernen. Doch jetzt gehen die Pläne nicht in die Richtung, wie sie wollen. Also verschwinden sie wieder."
Der zweimalige DTM-Meister sieht keinen Grund, die WRX zu verlassen. Scheider: "Das hier ist ehrlicher und bodenständiger Sport. Es gibt keine strategischen Spielchen, weil die Rennen so kurz sind. Du musst kein Material schonen. Hier gehen die Ampeln aus und es gibt Krieg, wenn man das so sagen kann. Trotz der kurzen Rennen haben wir danach einen Puls von 180 – das sagt doch schon alles." 

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller

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