WTCC: Nach Saisonfinale
Tourenwagen-WM mit Problemen

Am Wochenende ging in Katar die Tourenwagen-WM zu Ende. Jetzt steht den Organisatoren ein unruhiger Winter bevor. Die Serie steckt in Problemen.
Bild: Hersteller
- Michael Zeitler
Die Saison 2016 ist vorbei. Haudegen Gabriele Tarquini und Privatfahrer Mehdi Bennani gewannen die Rennen in Katar. Als Meister stand schon im Vorfeld Formel-E-Umsteiger José María López fest.
Doch viel interessanter ist die Frage, wie es nach zwölf Jahren mit der Tourenwagen-WM weitergeht. Mit Citroën und Lada steigen zwei Werksteams aus. Mit Honda und Volvo sind damit nur noch zwei Hersteller an Bord. Beide könnten 2017 je vier Autos einsetzen, der Rest müsste mit Privatteams aufgefüllt werden.

Die TCR International läuft der WTCC mehr und mehr den Rang ab
Daher soll in Kürze ein neuer Plan abgesegnet werden: Eine WTCC2-Klasse. Hier würden die TCN2-Autos gewertet werden, also TCR-Tourenwagen, die noch etwas überarbeitet wurden – etwa mit anderen Feuerlöschern und Sicherheitspaketen. Die Tourenwagen-EM fährt bereits mit den TCN2-Autos – also mit dem Seat León Cup Racer, dem Peugeot 308 Racing Cup oder dem Honda Civic TCR. Doch sie sind wesentlich langsamer als die TC1-Fahrzeuge aus der WTCC.
Die aktuellen Probleme in der Tourenwagen-WM zeigen, dass die TCR International der WTCC allmählich den Rang abläuft. In der TCR sind Werksteams verboten, hier gibt es reinen Kundensport. Immer mehr Hersteller bauen TCR-Autos und verkaufen sie an Kunden. In den Top-10 der TCR International Series sind fünf Fahrer, die aus der WTCC kommen. Und den nächsten Trumpf zog die TCR, die von Ex-WTCC-Boss Marcello Lotti gegründet wurde, gestern mit der Veröffentlichung des 2017er Kalenders: Die TCR International fährt demnach 2017 in Monaco im Rahmenprogramm der Formel 1!
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