Zeekr Mix auf der CES
China mixt den Bulli neu: wie Zeekr mit dem Mix den ID.Buzz angreift

Bild: Zeekr
- Tomas Hirschberger
Auch die chinesischen Autobauer sind auf der CES in Las Vegas auf der Suche nach dem großen Glück. Mit Zocken hat das allerdings wenig zu tun. In der Glitzermetropole, in der sich die ganze Welt die Technik von morgen anschaut, loten die Chinesen ihre Chancen aus.
Optisch zitiert der Zeekr Mix seinen Gegner
Er sieht auch ein wenig so aus, mit seinen kurzen Überhängen und großen glatten Flächen – und weckt damit natürlich Erinnerungen an den legendären Bulli der 70er, der vor allem im Westen der USA absoluten Kultstatus hat.

Nicht zu leugnende Ähnlichkeit: Der Zeekr Mix erinnert optisch durchaus an seinen Konkurrenten VW ID.Buzz.
Bild: Zeekr
Auch von den Dimensionen her ist der neue Mix voll auf Buzzi-Kurs. 4,69 Meter lang, zwei Meter breit, 1,78 Meter hoch, Radstand drei Meter. Also nahezu identisch mit dem VW-Stromer. Bei fast allen anderen Daten indes lässt dieser Bus-Van-Mix aus China den ID.Buzz ziemlich alt aussehen.
Zeekr verspricht enorme Reichweiten
Im Gegensatz zu VW spendiert Zeekr seinem Fünfsitzer eine 800-Volt-Ladearchitektur. Das heißt in erster Linie: extrem kurze Ladezeiten. Zeekr verspricht eine Mega-Ladeleistung von 418 kW (VW: 195 kW). Glaubt man dem chinesischen Datenblatt, so füllt die Einstiegsversion ihren 76 kWh großen LFT-Akku in gut zehn Minuten von 10 auf 80 Prozent.

Langläufer: Mit dem größeren Akku soll der Zeekr Mix über 700 Kilometer schaffen – gemessen allerdings nach der chinesischen Norm.
Bild: Zeekr
Die größere 102-kWh-NMC-Batterie braucht rund 15 Minuten. Die angegebenen Reichweiten von 550 respektive 702 Kilometer sind nach chinesischer Norm gemessen und deshalb kaum vergleichbar.
Wendekreis unter Kleinstwagen-Niveau
Aufgewachsen in engen Megacitys, trumpft der Mix noch mit einer besonderen Finesse auf: Eine spezielle Vorderachse soll einen Wendekreis von unter fünf Metern erlauben. Weniger als Kleinstwagen.

Extrem wendig: Dank einer speziellen Vorderachse soll der Wendekreis des Zeekr Mix bei unter fünf Metern liegen.
Bild: Zeekr
Den Heckantrieb übernimmt beim Mix eine 421 PS starke E-Maschine, damit sollen 180 km/h Spitze und der Sprint auf 100 km/h in 6,2 Sekunden möglich sein.
Schiebetüren für die große Show
Viel wichtiger aber sind die inneren Werte. Die neue SEA-M Plattform (Sustainable Experience Architecture), in die Zeekr etwa eine Milliarde Euro investiert haben soll, macht das mobile Wohnzimmer superflexibel.

Einstieg leicht gemacht: Auf beiden Fahrzeugseiten geben Schiebetüren ein knapp 1,50 Meter breites Portal frei – ohne störende B-Säule.
Bild: Zeekr
Schon der Einstieg ist eine Show, die hier am Strip die Herzen öffnet. Vier große Schiebetüren surren elektrisch zur Seite, eine störende B-Säule fehlt, das "Eingangsportal" ist stolze 1,48 Meter breit. Da könnte glatt ein Smart fortwo durchfahren.
Innenraum mit großer Variabilität
Der Innenraum gibt sich dank eines riesigen Panoramadachs lichtdurchflutet und reduziert auf das Wesentliche. Am Cockpit, das sich im Stil der meisten aktuellen China-Stromer gibt, sehen wir lediglich ein großes zentrales Display und – außer am Lenkrad – keine Knöpfe.
Die beiden vorderen Sessel lassen sich um 270 Grad zu einer gemütlichen Sitzgruppe drehen, der Kabinenboden ist flach und eben. Auf Schienen, ähnlich dem ID.Buzz, lässt sich eine Multifunktions-Box mit großem Tisch einklinken und elektrisch verschieben.

Platz für Kind und Kegel: Die beiden vorderen Sessel lassen sich nach hinten drehen – so ergibt sich eine gemütliche Sitzgruppe.
Bild: Zeekr
Auf der Softwareseite will Zeekr Maßstäbe setzen, die Anzahl der Assistenten ist kaum noch zählbar, das Infotainment-Angebot für alle Insassen riesig. Zudem verfügt der Mix über eine Schnittstelle für Steer-by-Wire, wichtig für späteres autonomes Fahren.
Ab 37.000 Euro startet der Zeekr Mix in China
Seit Oktober 2024 ist der Mix schon auf chinesischen Straßen unterwegs und wurde in seiner Heimat bereits fast 30.000-mal verkauft. Die Preisliste beginnt dort bei umgerechnet rund 37.000 Euro, mit größerer Batterie kommen etwa 3000 Euro dazu. Der Start auf dem US-Markt scheint beschlossene Sache. Nach erfolgreich bestandenem Euro NCAP-Crashtest dürfte der Zeekr auch nach Europa kommen und hier den Busmarkt neu aufmixen.
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