Hitze, Rauch, Enge, Dunkelheit: Ein Rettungseinsatz kann kaum gefährlicher sein als in einem Tunnel. Selbst Spezialfahrzeuge haben es da manchmal schwer. Feuerwehrauto-Hersteller Ziegler hat für den Fall der Fälle ein zweiköpfiges Tunnelrettungsfahrzeug entwickelt. Es verfügt über zwei identische Fahrerhäuser und kann somit ohne zu Rangieren in einen Tunnel ein- und ausfahren. Zwei Wärmebildkameras helfen bei der Orientierung. Der Merkur hat Raum für zwölf Personen in Not, jeder Platz ist mit einer Sauerstoffmaske ausgestattet. Die Rettungskabine ist gleichzeitig Durchgang von einer Schaltzentrale zur anderen. Ist ein Fahrerhaus aktiv, wird das andere automatisch abgeschaltet.
Der zweite entscheidende Vorteil des Merkur ist sein Antrieb: Als Elektromobil fährt der Spezial-Lkw unabhängig vom Sauerstoff – anders als ein Verbrennungsmotor. Dieser kann bei Tunnelbränden weges des sinkenden Sauerstoffgehalts an seine Grenzen stoßen. Die Elektromotoren leisten zweimal 95 kW, bei einer elektronisch begrenzten Maximalgeschwindigkeit von 60 km/h. Die maximale Reichweite beträgt rund 200 Kilometer. Im Einsatz ist der Merkur bereits am fünf Kilometer langen Ucka-Tunnel in Kroatien.