Den Fiat Multipla gab es auch mit Elektroantrieb! Nicht mitbekommen? Das könnte daran liegen, dass dieses Modell nur in China gebaut wurde. Der chinesische Automobilhersteller Zotye ist bekannt dafür, europäische Designs von beispielsweise VW, Porsche oder Range Rover zu kopieren. Aber sie kauften auch Lizenzen ein, so wie beim Fiat Multipla. Dessen Produktion begann in China 2010 und endete bereits drei Jahre später wieder. Der größte Unterschied ist, dass Zotye auch einen Multipla mit Elektro-Antrieb baute — Fiat nicht.
Vattenfall-Wallboxen
Vattenfall-Wallbox

Vattenfall-Wallbox + Ökostrom

Vattenfall-Ladepakete samt günstiger Wallboxen mit Hardware-Bonus: Charge Amps Halo™ ab 299 Euro

In Kooperation mit

Vattenfall-Logo

M300EV und Multipla optisch quasi nicht zu unterscheiden

Der Zotye M300EV ist an den Fiat Multipla von 2004 angelehnt, also das Modell nach dem Facelift. Optisch lassen sich das italienische und chinesische Modell nur durch kleinste Feinheiten auseinanderhalten. Der erste Unterschied liegt natürlich im Logo. Weiter hat der Fiat zweifarbige Scheinwerfer, die des Zotye sind jedoch ausschließlich transparent. Und schließlich ist es noch die Schrift auf dem Heck, die den Unterschied macht. Beim Multipla steht Fiat in Versalien, beim M300EV sind es Schriftzeichen. Auch in ihren Abmessungen sind die beiden Autos identisch.

Reichweite entspricht der eines aktuellen Mazda MX-30

Während sich bei der Optik nicht viel getan hat, änderte sich beim Antrieb umso mehr. Denn wie erwähnt, fährt der chinesische Multipla auch rein elektrisch. Sein Elektro-Motor bringt 62 kW (82 PS) auf die Straße. Zum Vergleich: Der Benziner hat 103 PS. Die vier Batterien des M300EV liegen jeweils unter den Sitzen, können ausgetauscht werden und das laut Hersteller in nur fünf Minuten. Zotye bot das Modell auch mit fünf, statt der gewohnten sechs Sitze an. Damit verliert der geräumige Wagen jedoch einen Aspekt seiner Praktikabilität. Der Kaufpreis lag bei umgerechnet 9415 Euro und das für eine Reichweite von 160 bis 200 Kilometer. Damit kommt er ungefähr so weit, wie der aktuell angebotene Mazda MX-30. Zotye hat also bereits im Jahr 2010 an alternative Antriebe gedacht, während das Thema hier zu Lande erst seit circa fünf Jahren wirklich etabliert ist.

Der Zotye war kein Verkaufsschlager

Gebaut wurden innerhalb der drei Jahre nur 20.536 Stück. Ursprünglich war geplant, dass der Zotye M300EV auch auf dem US-amerikanischen Markt angeboten werden soll, doch dazu kam es nie, denn der Automobilhersteller ging 2021 pleite.

Von

Kim-Sarah Biehl