(dpa/AUTO BILD/KI) Bei Ford in Saarlouis wurde ein wichtiger Schritt zur Zukunftssicherung der dortigen Arbeitsplätze gemacht. Der Betriebsrat, vertreten durch seinen Vorsitzenden Markus Thal, und die Geschäftsleitung von Ford Deutschland haben eine umfassende Einigung erzielt. Diese Einigung wurde in Form einer 28-seitigen Eckpunktevereinbarung festgehalten, die am Mittwoch während einer Belegschaftsversammlung vorgestellt wurde.
Die Eckpunkte der Vereinbarung umfassen:
  • Die Zusicherung der Weiterbeschäftigung für 1000 Mitarbeiter bis zum Ende des Jahres 2032.
  • Die Ausarbeitung von Abfindungs- und Prämienregelungen für die Beschäftigten.
  • Die Gründung einer Transfergesellschaft zur Unterstützung der Arbeitnehmer.
  • Die Bereitstellung von Qualifizierungsprogrammen für die Belegschaft.
Zudem wurde vereinbart, das geplante Produktionsende des Ford Focus im Werk Saarlouis, welches ursprünglich für Mai 2025 vorgesehen war, um sechs Monate zu verschieben.
Die IG Metall und Ford haben parallel zu der Eckpunktevereinbarung einen Sozialtarifvertrag unterzeichnet, welcher die genannten Regelungen flankiert. Der Betriebsratsvorsitzende Thal hebt hervor, dass ein vergleichbares Gesamtpaket in der deutschen Industrielandschaft selten zu finden sei.
Die IG Metall plant, ihre Mitglieder bei Ford am 22. Februar darüber abstimmen zu lassen, ob das Gesamtpaket akzeptiert wird. Sollte das Paket abgelehnt werden, steht die Möglichkeit eines unbefristeten Arbeitskampfes im Raum. Die Gewerkschaftsmitgliedschaft bei Ford ist mit rund 98 Prozent der Belegschaft außergewöhnlich hoch.
Abschließend betrachtet der Betriebsrat die getroffene Vereinbarung als die zweitbeste Lösung, nachdem Verhandlungen mit potenziellen Investoren gescheitert waren. Der Betriebsrat empfiehlt die Annahme der Vereinbarung, da nach seiner Auffassung alle Punkte in den Verhandlungen zu einem maximalen Ergebnis geführt wurden.