Tachos fürs Fahrrad im Test

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Testsieger
Sigma Rox 4.0
sehr gut (38/40 Punkten)
2.
Preis-Leistungs-Sieger
Ciclo Protos 213
gut (35/40 Punkten)
2.
Sigma BC 14.16 STS
gut (35/40 Punkten)
4.
Cycplus M1 GPS
gut (33/40 Punkten)
5.
Bryton Rider 15 Neo
gut (30/40 Punkten)
6.
Cateye Quick
befriedigend (28/40 Punkten)
Reichen die aktuelle Geschwindigkeit und die zurückgelegte Strecke oder darf es etwas mehr Information sein? Trotz fortschreitender Digitalisierung muss es nicht immer der Hightech-GPS-Radcomputer mit Navigation für mehrere Hundert Euro sein. Auch das teure Smartphone am Lenker ist für diese Aufgabe fehl am Platz. Dann also einen Fahrradtacho kaufen? BIKE BILD hat sechs preisgünstige Geräte mit und ohne GPS getestet und gibt die Antwort.

Sieger des BIKE BILD-Fahrradtacho-Tests: Sigma Rox 4.0

Sigma Rox 4.0
Rox 4.0
Sigma
Rox 4.0

sehr gut (38/40 Punkte)

  • einfache, intuitive Bedienung
  • Konnektivität auf Höhe der Zeit
  • komfortable Einrichtung
  • gut ablesbar
Preis 89,95 €

Der modernste Tacho im Test punktet mit einfacher Bedienung, Konnektivität auf Höhe der Zeit und hochwertiger Verarbeitung. Besonders gefällt die komfortable Einrichtung der Datenseiten über die App Sigma Ride. Das Display ist in jeder Situation top ablesbar. Nach kurzer Eingewöhnung gelingt die Bedienung des Sigma Rox 4.0 unterwegs mit den drei großen Tasten intuitiv. Die Navigation per komoot-App funktioniert zwar, aber Entfernung und Abbiegepfeil sind zu wenig für eine zuverlässige und komfortable Zielführung. Zugriff auf die gespeicherten Tracks gibt es per App oder USB-C-Kabel. Einige E-Bikes lassen sich mit dem Sigma verbinden, um genaue Daten zu Akkustand, Reichweite & Co anzuzeigen. Im Test erreichte der Sigma Rox 4.0 die Note "sehr gut" – mit 38 von 40 Punkten.

Preis-Leistungs-Sieger Ciclo Protos 213

Ciclo Protos 213
Protos 213
Ciclo
Protos 213

gut (35/40 Punkte)

  • schnelle Ersteinrichtung
  • einfache Bedienung
  • hervorragende Ablesbarkeit
  • Hintergrundbeleuchtung
Preis 29,99 €

Trotz lediglich zweier Tasten lief die Ersteinrichtung des Ciclo Protos logisch und schnell ab. Auch unterwegs geht die Bedienung einfach von der Hand. Ein langer Druck auf die linke Taste setzt die Zähler auf null, und schon kann die Tour beginnen. Die Informationen verteilen sich auf vier hervorragend ablesbare Zeilen. Zwei davon sind mit Uhrzeit und Geschwindigkeit fix. Die linke Taste blättert das untere Datenfeld durch, die rechte Taste wechselt die Information im anderen Datenfeld. Die Kalorien-Angaben sollte man aufgrund der begrenzten Datenbasis (kein Puls) lediglich als sehr grobe Schätzung ansehen. Eine Hintergrundbeleuchtung ermöglicht die Ablesbarkeit auch in der Dunkelheit. Im Test erreichte der Ciclo Protos 213 die Note "gut" – mit 35 von 40 Punkten.

Die Testergebisse im Überblick

Woher der Tacho seine Informationen bezieht, das ist der große Unterschied bei den Fahrradtachos – auch in diesem Test. Entweder füttert ihn ein Geschwindigkeitssensor am Vorderrad oder die Daten kommen über das GPS-Satellitensystem. Dabei steht ein GPS-Empfänger keinesfalls gleichbedeutend für Navigation.

Bildergalerie

Fahrradtachos im Test
Cateye Quick
Bryton Rider 15 Neo
Kamera
Sechs Fahrrad-Tachos im Test: die Ergebnisse

Wer sich für die puristische Variante ohne GPS entscheidet, muss einen Sensor an der Gabel befestigen und den Magneten an einer Speiche montieren. Beides liefert bei korrekt eingestelltem Radumfang die Informationen für Geschwindigkeit und Entfernung. Mehr Daten gibt dieses System nicht her. GPS gestützte Radcomputer sind ohne Sensormontage schneller einsatzbereit. Auch eine Nutzung an mehreren Fahrrädern ist über günstige Ersatz-Lenkerhalterungen einfach zu realisieren. Die genauen Positionsdaten bieten zudem noch mehr Informationen, beispielsweise die Höhe oder den genauen Standort für eine präzise Touraufzeichnung.
Tachos fürs Fahrrad im Test
Wichtig für die Bestimmung der Geschwindigkeit ohne GPS: ein korrekt montierter Geschwindigkeitssensor.

Bereits die preiswerten Geräte liefern im Test alle wichtigen Daten ordentlich ablesbar an den Lenker. Gerade beim günstigsten Tacho im Test kam es jedoch gelegentlich zu Störungen bei der Datenübertragung vom Sensor zum Tacho. Hier sollte man vielleicht doch auf die Variante Ciclo Protos 113 mit störungsfreier Kabelverbindung setzen.
Die einfachen Tachos ohne GPS brauchen etwas mehr manuelle Informationseingaben vor dem Start. Wenige, teilweise schlecht zu erreichende Tasten machen diese Schritte nicht gerade einfacher. Meist ist dazu ein Blick in die Bedienungsanleitung notwendig. Wobei diese aufgrund ihres Posterformats mehr an medizinische Beipackzettel erinnern als an verständliche Handbücher. Teilweise bieten die Hersteller im Netz hilfreiche Video-Tutorials. GPS-Radcomputer machen es einem leichter. Datum und Uhrzeit liefern die Satelliten, und über die Bluetooth-Verbindung zur Hersteller-App auf dem Handy lässt sich einiges an Einstellungsarbeit bequem auf dem großen Touchscreen erledigen.
Tachos fürs Fahrrad im Test
Präzision beim Messen: Die entscheidende Größe bei Fahrradtachos ohne GPS ist die korrekte Bestimmung des Reifenumfangs.

Alle getesteten GPS-Radcomputer verfügen zumindest über ein Mindestmaß an Konnektivität. Also die Möglichkeit, sich über Bluetooth oder ANT+ mit Smartphone, Fitness-Sensoren oder dem E-Bike zu verbinden. Während eine App auf dem Handy für die Einrichtung und zum Abrufen von Touraufzeichnungen noch sinnvoll erscheint, schwanken die Meinungen hinsichtlich externer Fitness-Sensoren zwischen Spielerei und wichtiger Trainings- bzw. Gesundheitsfunktion. Trittfrequenz und Pulssensor tragen jedenfalls einiges dazu bei, das Belastungsniveau beim Radfahren in einem gesunden oder effektiven (Trainings-)Bereich zu halten.
Eine Besonderheit bietet der Sigma BC 14.16 mit seinem NFC-Chip zur Nahfeld-Kommunikation. Mit der kostenlosen App Sigma Link lassen sich Einstellungen verändern und Statistiken der Fahrten vom Tacho aufs Handy übertragen. Das funktioniert allerdings nur mit Android-Handys. Apple blockiert seinen NFC-Chip für derartige Anwendungen.

Fazit zum BIKE BILD-Tachotest

Wer sich wirklich nur für die Basisinfos interessiert, kann bedenkenlos einen der günstigen Tachos wählen – gern auch die störungsfreie Variante mit Kabel. Sind mehr Informationen spannend, besser gleich zu einem GPS-Radcomputer greifen. Neben dem Plus an Daten wird auch die Montage einfacher, und der Tacho kann leicht an mehreren Rädern genutzt werden. Die Aufzeichnung des genauen Streckenverlaufs für das persönliche Tourtagebuch ist eine nette Zusatzfunktion.

Von

Matthias Schwindt