E–Scooter im Test
Fünf starke Typen mit unterschiedlichen Talenten
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Fünf aktuelle E-Scooter im AUTO BILD-Test: Welches Modell überzeugt bei Komfort, Sicherheit, Reichweite und Alltagstauglichkeit?
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E-Scooter sind längst mehr als Spielzeuge für kurze Strecken. Für viele Nutzer ersetzen sie auf dem Weg zur Arbeit den Bus, bei Besorgungen das Auto oder dienen als flexible Alternative zum Fahrrad. Doch wie groß sind die Unterschiede zwischen den Modellen wirklich? Wer bietet den größten Komfort, die höchste Reichweite und das stimmigste Gesamtpaket? AUTO BILD lässt fünf aktuelle E-Scooter im direkten Vergleich antreten.
Das Wichtigste in Kürze
- Sicherheit an erster Stelle: Gute Bremsen, hohe Fahrstabilität und berechenbares Fahrverhalten zählen.
- Testsieger: VMAX New VX4 überzeugt mit hoher Reichweite, viel Fahrkomfort und einem ausgewogenen Gesamtpaket.
- Große Reifen, gute Federung: Verbessern Komfort, Kontrolle und Fahrruhe.
- Reale Reichweite zählt: Die tatsächlich erzielbare Strecke entscheidet.
Der Kraftprotz: Schon beim ersten Anfahren zeigt der VMAX New VX4, worauf sein Konzept ausgelegt ist. Die Kraft setzt unmittelbar ein und verlangt zunächst etwas Eingewöhnung. Danach überzeugen starke Beschleunigung, hohe Bergtauglichkeit und große Leistungsreserven. Mit 73 Kilometern erzielt der VX4 zudem die höchste Reichweite im Test. Auch bei niedrigem Akkustand bleiben Tempo und Durchzug über weite Strecken bemerkenswert konstant.
Dazu kommen eine außergewöhnlich robuste Konstruktion, hohe Fahrstabilität und ein Fahrwerk, das selbst auf schlechten Straßen viel Kontrolle vermittelt. Die einstellbare Federgabel erlaubt zudem eine Anpassung an Fahrergewicht und persönliche Vorlieben.
Das große Trittbrett mit Kicktail bietet viel Bewegungsfreiheit und unterstützt unterschiedliche Fußpositionen. Die App gehört zu den umfangreichsten im Vergleich und bietet Navigation, Tourenplanung sowie zahlreiche Fahrdaten.
Das hohe Gewicht macht sich beim Tragen bemerkbar. Auf der Straße spielt dieser Nachteil jedoch eine deutlich geringere Rolle. Hier überzeugt der VX4 mit einer Kombination aus starken Fahrleistungen, viel Komfort, hoher Fahrstabilität und der größten gemessenen Reichweite im Test. Damit sichert sich der VMAX New VX4 den Testsieg. AUTO BILD-Testnote: 1,4 (sehr gut).
Der Allrounder: Der Egret Unit setzt auf Kontrolle, praktische Lösungen und ein stimmiges Gesamtkonzept. Das niedrige Trittbrett erleichtert das Auf- und Absteigen spürbar und sorgt gemeinsam mit dem tiefen Schwerpunkt für ein sehr kontrolliertes Fahrgefühl. Der Roller fährt sich berechenbar, reagiert gutmütig und vermittelt schnell Vertrauen. Dazu kommen gut dosierbare Bremsen, hohe Fahrstabilität und ein serienmäßiger Center Rack Gepäckträger, der die Transportmöglichkeiten deutlich erweitert. Einkäufe, Taschen oder zusätzliches Gepäck lassen sich so unkompliziert mitnehmen.
Auch abseits der Fahreigenschaften verfolgt Egret einen eigenen Ansatz. Mitgelieferte Design-Aufkleber ermöglichen eine individuelle Gestaltung des Rollers. Ersatzteilversorgung, technische Dokumentation und Service gehören zu den Bereichen, in denen die Hamburger Marke Egret besonders gut aufgestellt ist.
Schwächen zeigt der E-Scooter beim Display, das sich auf die nötigsten Informationen beschränkt. Zudem bietet das Trittbrett weniger Bewegungsfreiheit als die größeren Modelle im Vergleich. Ein weiterer Kritikpunkt: Im Fußgängermodus fährt der Roller bereits ohne vorheriges Anschieben an und reagiert beim Betätigen des Gashebels etwas zu spontan.
Dem gegenüber stehen ein ausgewogenes Fahrverhalten, praktische Alltagslösungen und ein inzwischen auf 699 Euro gesunkener Preis. Damit bietet der Egret Unit ein besonders attraktives Gesamtpaket und sichert sich den Titel des Preis-Leistungs-Siegers. AUTO BILD-Testnote: 1,5 (gut).

Kurven, Unebenheiten und schnelle Richtungswechsel machen Unterschiede sichtbar.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Eine kurze Testrunde reicht nicht aus, um die Stärken und Schwächen eines E-Scooters realistisch einzuordnen. Deshalb müssen die fünf Testkandidaten unter unterschiedlichsten Bedingungen zeigen, was in ihnen steckt.

Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Den Anfang macht die Erstmontage: Sind die E-Scooter bereits vormontiert oder besteht hoher Aufwand bei der Einrichtung? Gleichzeitig prüfen wir Lieferumfang, Ausstattung, Verarbeitung und dokumentieren die wichtigsten Herstellerangaben. Anschließend werden die Akkus geladen, die Apps eingerichtet und die Fahrzeuge für die Testfahrten vorbereitet.

Wie souverän ein E-Scooter mit wechselnden Untergründen umgeht, zeigt sich unter anspruchsvollen Bedingungen.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Dann geht es auf die Straße. Die E-Scooter müssen sich im Stadtverkehr, auf längeren Strecken, an Steigungen, auf nasser Fahrbahn und auf unterschiedlichen Untergründen beweisen. Schon beim Anfahren zeigen sich erste Unterschiede. Wie kontrolliert setzt die Leistung ein? Lässt sich die Beschleunigung fein dosieren? Und wie harmonisch baut der Roller sein Tempo auf?
Mit zunehmender Fahrstrecke wird spürbar, wie gut das Fahrwerk Unebenheiten ausgleicht, wie angenehm die Fahrposition bleibt und wie viel Bewegungsfreiheit das Trittbrett bietet.
Auch Qualität und Verarbeitung bewähren sich erst während der Fahrt. Sitzt alles dort, wo es sitzen soll? Bleiben Verriegelungen und Klappmechanismen frei von Spiel? Treten Klapper-, Knarz- oder andere Störgeräusche auf? Und wirkt die Konstruktion auch nach längerer Nutzung solide und durchdacht?

Heckblinker verbessern die Sichtbarkeit beim Abbiegen und erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Zur Sicherheit eines E-Scooters gehört mehr als ein kurzer Bremsweg. Die Fahrzeuge müssen Bremsungen aus unterschiedlichen Geschwindigkeiten absolvieren, Vollbremsungen sowie Fahrten auf trockener und nasser Fahrbahn. Entscheidend ist dabei nicht nur die Verzögerung, sondern auch die Frage, wie kontrollierbar und berechenbar der Roller bleibt. Eine gute Lichtanlage, gut sichtbare Blinker, Reflektoren und die allgemeine Sichtbarkeit im Straßenverkehr tragen ebenfalls zu einem hohen Sicherheitsniveau bei.

Bild: Sven Krieger / Auto Bild
Die Reichweitenmessung erfolgt auf einer festgelegten Strecke mit unterschiedlichen Profilen. Verschiedene Fahrbahnbeläge und Steigungen sorgen dafür, dass die Fahrzeuge unter anspruchsvollen Bedingungen geteset werden. Gefahren wird mit vollständig geladenem Akku, korrekt eingestelltem Reifendruck und im jeweils leistungsstärksten Fahrmodus. Neben der tatsächlich erzielten Reichweite dokumentieren wir auch, wie sich Beschleunigung, Geschwindigkeit und Fahrverhalten mit sinkendem Akkustand verändern.

Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Auf der Straße zeigt sich vieles, aber nicht alles. Ebenso wichtig ist der Umgang mit dem Fahrzeug. Wie leicht lässt sich der Klappmechanismus bedienen? Wie handlich bleibt der Roller beim Tragen? Sind Schalter und Bedienelemente während der Fahrt gut erreichbar? Und lassen sich wichtige Funktionen direkt aufrufen oder muss erst die App geöffnet werden?
Außerdem prüfen wir, welche Informationen das Display liefert und wie übersichtlich App und Bedienung aufgebaut sind. Ergänzend berücksichtigen wir Lieferumfang und Ausstattung sowie die Angaben der Hersteller zu Ersatzteilversorgung, Reparaturmöglichkeiten und Serviceangeboten.

Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Fünf E-Scooter zwischen 700 und 1800 Euro im direkten Vergleich: Der AUTO BILD-Test zeigt, dass die Kandidaten trotz vieler Gemeinsamkeiten unterschiedliche Schwerpunkte setzen.

Navigation direkt auf dem Fahrzeugdisplay zeigt, wie stark sich moderne E-Scooter technisch weiterentwickelt haben.
Bild: Claudia Bode / AUTO BILD
Der Segway Max G3 D verbindet moderne Technik mit einem sehr ausgewogenen Fahrverhalten. Navigation, AirLock, Apple Find My und die umfangreiche App-Ausstattung gehören zu den größten Stärken des Rollers. Gleichzeitig überzeugt er mit hoher Fahrstabilität, gutem Komfort und kurzen Ladezeiten. Wer Wert auf digitale Funktionen legt und ein besonders modernes Gesamtpaket sucht, findet hier einen modernen E-Scooter.

Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Der NAVEE XT5 Max kombiniert hohen Fahrkomfort mit großer Reichweite. Die komfortable Federung, die 12-Zoll-Offroad-Reifen und die hohe Fahrstabilität sorgen dafür, dass auch längere oder schlechtere Wegstrecken für den Fahrer entspannt bleiben. Dazu kommen ein kräftiger Antrieb und spürbare Leistungsreserven an Steigungen. Sein hohes Gewicht macht sich allerdings bemerkbar, sobald der Roller getragen oder verladen werden muss.

Hoher Fahrkomfort, viel Fahrstabilität und ein sicheres Fahrgefühl machen den Xiaomi 6 Ultra zu einem ausgewogenen E-Scooter.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Der Xiaomi 6 Ultra verbindet hohen Fahrkomfort, viel Fahrstabilität und eine überzeugende Reichweite zu einem stimmigen Gesamtpaket. Große Reifen, Federung und die robuste Konstruktion sorgen für ein kontrolliertes Fahrverhalten auf unterschiedlichsten Untergründen. Das hohe Gewicht und die lange Ladezeit gehören zu seinen größten Schwächen. Wer Wert auf Komfort, Stabilität und Reserven für längere Strecken legt, bekommt einen ausgewogenen E-Scooter.
Hinweis: Nach Abschluss des Tests ließ die Bremswirkung der Hinterradbremse unseres Testfahrzeugs nach. Ob es sich um einen Einzelfall oder ein technisches Problem handelt, ist derzeit offen. Eine Rückmeldung des Herstellers steht noch aus.
E-Scooter im Vergleichstest
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.

Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Fünf starke Typen, fünf unterschiedliche Schwerpunkte. Der VMAX New VX4 gewinnt den Test, der Egret Unit bietet besonders viel E-Scooter fürs Geld. Die übrigen Kandidaten zeigen, wie unterschiedlich moderne E-Scooter heute aufgestellt sind. Ob Pendelstrecke, Einkauf oder längere Tour: Die beste Wahl hängt nicht nur von der Testnote, sondern auch von den eigenen Ansprüchen ab. Und Spaß machen sie alle.
Testsieger: VMax New VX4
Preis–Leistungs–Sieger: Egrit Unit
Darauf ist beim Kauf und bei der Nutzung von E-Scootern zu achten
E-Scooter sind praktisch für kurze Wege, doch vor dem Kauf lohnt ein genauer Blick auf die Zulassung. Für den Straßenverkehr benötigt der Roller eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) und eine gültige Haftpflichtversicherung mit Versicherungsplakette. Die Höchstgeschwindigkeit darf 20 km/h betragen, ein Führerschein ist nicht erforderlich, das Mindestalter liegt bei 14 Jahren. Wer häufig unterwegs ist, sollte außerdem auf Reichweite, Bremsen, Beleuchtung und die Verarbeitungsqualität achten.
Im Alltag gelten für E-Scooter weitgehend die gleichen Verkehrsregeln wie für andere Fahrzeuge. Gefahren wird grundsätzlich auf Radwegen, Radfahrstreifen oder, falls diese fehlen, auf der Fahrbahn. Gehwege sind tabu, sofern sie nicht ausdrücklich für E-Scooter freigegeben sind.
Auch wenn keine Helmpflicht besteht, erhöht ein Kopfschutz die Sicherheit deutlich. Wichtig: Alkohol am Lenker kann teuer werden, denn hier gelten ähnliche Promillegrenzen wie beim Auto. Und ganz gleich, wie kurz die Strecke ist: Auf einem E-Scooter darf immer nur eine Person fahren.
Ein Helm ist zwar nicht vorgeschrieben, gehört aus Sicherheitsgründen aber zur empfehlenswerten Ausrüstung!
Hinweis
Dieser Test wurde unterstützt von Egret, Navee, VMax und Xiaomi . Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie hier.
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