Sonnenschutz fürs Auto im Test
Sonnenfinsternis oder Sichtbehinderung?
Für angenehme Temperaturen auf der Rückbank sorgen nachrüstbare Sonnenschutzsysteme. Doch welches schützt am besten? AUTO BILD hat 10 Modelle getestet!
Unser Versprechen
Redaktionelle Produktauswahl, unabhängige Empfehlungen! Käufe über unsere Links unterstützen unsere Arbeit – ohne Zusatzkosten für Sie.
Inhaltsverzeichnis öffnen

1.
Munchkin
Sun Safety 2 Rollers
1,6
gut
- sehr hochwertige Verarbeitung
- einfache Befestigung
- einfache Montage

2.
Akapola
Car Side Window Sunshade
1,7
gut
- guter UV-Schutz
- stabile Befestigung
- kann bei offenem Fenster genutzt werden
- Qualität zeigt leichte Mängel

3.
Lechin
Magnetisch Baby Vorhang
1,7
gut
- hochwertige Verarbeitung
- stabile Befestigung
- sehr guter UV-Schutz
- blickdicht ausgeführt
- Montage nicht in jedem Auto möglich

4.
Pemotech
Upgraded Car Sun Shades
1,7
gut
- stabile Befestigung
- kann bei geöffnetem Fenster verwendet werden
- mäßige Qualität
- Montage etwas fummelig

5.
Asstikoo
Sonnenschutz
2,2
gut
- guter UV-Schutz
- wird mit Tasche ausgeliefert
- einfache Montage
- Qualität weißt leichte Mängel aus

6.
Systemoto
Sonnenschutz
2,3
gut
- hochwertige Verarbeitung
- einfache Montage
- Lässt sich leicht aus den Saugnäpfen ziehen

7.
Laneta
Leon & Sophie Sonnenschutz
2,3
gut
- guter UV-Schutz
- Zubehör (Tasche)
- Einfache und stabile Befestigung
- Material reißt leicht kaputt

8.
Chwnibay
Sonnenschutz Auto
2,7
befriedigend
- einfache Montage
- stabile Befestigung
- Verarbeitung zeigt Mängel
Sommerhitze im Auto ist für viele Familien ein Dauerthema. Selbst mit Klimaanlage heizen sich Fahrzeuge schnell auf, und die Sonne blendet zusätzlich und ganz besonders Kinder auf der Rückbank leiden darunter. Das Ergebnis: Stress, Unwohlsein und oft schlechte Laune. Getönte Scheiben oder integrierte Sonnenrollos können helfen, sind aber nicht in jedem Auto vorhanden und bieten häufig nur begrenzten Schutz. Abhilfe versprechen nachrüstbare Sonnenschutzsysteme: von Saugnapfblenden über Magnetvorhänge bis zu Türüberzügen. Doch welche Produkte halten wirklich kühl? AUTO BILD hat verschiedene Systeme getestet und zeigt, welche im Alltag überzeugen.
Das Wichtigste in Kürze
- Einsatz: Sonnenschutzsysteme sollen die Aufheizung des Innenraums reduzieren und besonders Kinder auf der Rückbank vor Blendung und UV-Strahlen schützen.
- Test: AUTO BILD hat verschiedene Nachrüstlösungen geprüft, darunter Saugnapfblenden, Magnetvorhänge und Türüberzüge. Bewertet wurden UV-Schutz, Montage, Handhabung und Verarbeitung.
- Ergebnisse: Alle Systeme schützen wirksam vor UV-Strahlung. Unterschiede zeigten sich bei Komfort, Montageaufwand und Haltbarkeit. Bedruckte Varianten können stärker blenden.
- Kauf-Tipp: Rollos wie das Testsieger-Modell bieten den besten Kompromiss aus Schutz und Handhabung. Günstige Überzüge sind funktional, können aber bei der Montage fummelig sein.
Gleich im Doppelpack werden die Sun Safety 2 Rollers von Munchkin ausgeliefert. Die Funktionsweise ist dabei wie ein Rollo im Haushalt: Oben werden sie über die Scheibe gehakt, der Sonnenschutzmesh wird herausgezogen und dann per Saugnapf an der Scheibe befestigt. Die Rollos sind hochwertig verarbeitet und schützen - obwohl sie nicht blickdicht sind - gut vor Sonneneinstrahlung. Praktisch: Wird kein Sonnenschutz benötigt, wird das Rollo einfach per Knopfdruck aufgerollt und muss nicht demontiert werden. Noch dazu haben die Sun Safety 2 Rollers keinen unangenehmen Eigengeruch und sind sehr reißfest und stabil gebaut. Mit der Note 1,6 (gut) wird er unser Testsieger.
Der Akapola Car Side Window Sunshade ist ein klassischer Überzug: Um den Sonnenschutz am Auto zu befestigen, wird er einfach über die offene Tür gezogen. Dadurch ist der vor Sonne schützende Mesh-Stoff doppellagig vorhanden - einmal im Auto, einmal außerhalb des Autos. Um den Sonnenschutz zu montieren, der schon beim Überziehen den Drang hat, wieder hochzurutschen, ist er mit Klettstreifen versehen, dessen Gegenstücke am Auto montiert werden - eine Fummelarbeit, bis man die richtige Stelle gefunden hat. Die Qualität zeigt an manchen Ecken leichte Schwächen, doch die UV-Durchlässigkeit ist gut - und auch unseren Testfahrten hält der Sonnenschutz stand. Mit der Note 1,7 (gut) und dem recht niedrigen Preis von 13,99 Euro wird der Akapola Car Side Window Sunshade unser Preis-Leistung-Sieger.

Mit einer speziellen UV-Lampe, die wir in einem festen Abstand und Winkel zur Scheibe angebracht haben und einem fixierten UV-Strahlenmessgerät konnten wir die Wirksamkeit der Sonnenschutz-Systeme ermitteln.
Bild: Sven Krieger / Auto Bild
Logisch: Ein Sonnenschutz soll vor Sonne schützen. Aber wie unterscheiden wir, ob er seine einfache Aufgabe gut oder schlecht macht? Wichtigstes Testkriterium ist natürlich die Hauptaufgabe der Produkte: der UV-Schutz. Um den zuverlässig und wiederholgenau für alle Produkte testen zu können, haben wir eine Vorrichtung gebaut, mit der wir alle Sonnenschutz-Systeme aus dem gleichen Winkel und Entfernung mit einer UV-Lampe beleuchten und die Strahlung auf der anderen Seite mit einem Messgerät feststellen konnten.

Der Aufwand und die Stabilität der Montage der Sonnenschutzsysteme wird von uns ebenfalls bewertet. Während einige mit Saugnäpfen halten, müssen bei anderen Klettstreifen verklebt werden.
Bild: Sven Krieger / Auto Bild
Durchgeführt haben wir den Test dafür in einem abgedunkelten Raum. Als Referenz-Produkt haben wir übrigens das am Testwagen werksseitig verbaute Sonnenschutzrollo getestet. So verschieden wie die Produkte sind auch ihre Befestigungsarten: Saugnäpfe, Magneten oder Überzüge – nicht alle Kandidaten ließen sich komfortabel und vor allem problemlos montieren. Die Einfachheit der Montage und, ob sich die Fenster trotz Sonnenschutz öffnen lassen, haben wir auch bewertet. Nach diesem sehr technischen Testpunkt stand dann die Funktionalität der Systeme im Vordergrund.

Auf einer Testfahrt wurde geschaut, wie gut der Sonnenschutz hält und auf Klappergeräusche geachtet.
Bild: Sven Krieger / Auto Bild
Einmal montiert mussten sie eine Probefahrt mit einem Audi Q5 und mit einem Toyota Yaris in verschiedenen Fahrsituationen überstehen, ohne sich zu lösen oder zu verrutschen – dazu gehörte eine abrupte Kurvenfahrt mit 60 Kilometern pro Stunde und, wenn möglich, das Fahren mit offenem Fenster.

Reißtest: Im Anschluss an die Messungen und Tests haben wir die Verarbeitungsqualität und die Widerstandsfähigkeit der Materialien untersucht – zwischen den Herstellern gibt es eindeutige Unterschiede.
Bild: Sven Krieger / Auto Bild
Am Ende haben wir noch bewertet, wie gut sich die Produkte wieder entfernen lassen und wie die Verarbeitungsqualität ist. Auch für die Nachhaltigkeit des verwendeten Verpackungsmaterials haben die Sonnenschutz-Systeme eine Bewertung bekommen.

Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Das Wichtigste zuerst: Vor den UV-Strahlen und der Erwärmung des Fahrzeuginnenraums schützen alle getesteten Sonnenschutz-Systeme wirksam. Den besten Komfort und eine gute Verarbeitung bietet der Testsieger – die automatischen Sonnenrollos von Munchkin. Ganz ohne mechanische Features und Schnickschnack kommt der Preis-Leistungs-Sieger von Akapola; der Fensterüberzug ist schlicht, aber funktional und vor allem preiswert für die gebotene Qualität.

Bild: Sven Krieger
Für etwas Fummelei können die Sonnenschutzsysteme von Akapola, Pemotech und Chwnibay sorgen: Sie werden wie Socken über die Autotüren gezogen. Während Chwnibay und Akapola noch zusätzlich mit Klettverschlüssen befestigt sind, deren Gegenstücke vorher noch an Auto geklebt werden, wird der Sonnenschutz von Pemotech nur durch das eingenähte Gummi gehalten - und rutscht an unserem Test-Audi immer wieder hoch, bevor man die Tür schließen kann. Doch sind die Sonnenschutzsysteme erst einmal montiert, funktionieren sie richtig gut: Da sie an der Tür befestigt sind, kann man das Fenster trotzdem noch runterlassen und für frische Luft im Auto sorgen.

Zwar sind Motive wie Elefanten oder Häschen ganz lustig, doch bei einigen Sonnenschutzsystemen können sie blenden, wenn sie angestrahlt werden.
Bild: Sven Krieger / Auto Bild
Eine Entdeckung während unseres Tests überraschte uns: Zwei der Sonnenschutzsysteme waren mit Mustern bedruckt - zum einen ein Elefant, zum anderen ein Wald mit Tieren. Und auch wenn diese Muster das Sonnenschutzsystem für Aufheiterung sorgen, können sie bei direkter Sonneneinstrahlung tatsächlich messbar mehr blenden als Sonnenschutzsysteme ohne Druck.

Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Der magnetische Babyvorhang der Firma Lechin blendet hingegen überhaupt nicht: Er ist komplett blickdicht. Was natürlich gut gegen die UV-Strahlung und auch gegen die Hitzeentwicklung (eine Seite wirkt silber reflektierend) ist, kann für Übelkeit während der Fahrt sorgen. Auch die Montage ist nicht so leicht: Bei vollverkleideten Türen wie bei unserem Test-Audi findet man kaum eine Stelle, an der man noch aufs blanke Blech stößt - hier wird die Befestigung eher schwer. An unserem Test-Toyota war es deutlich einfacher, die Befestigung war dann auch sehr stabil.
Sonnenschutz-Systeme im Überblick
Alle getesteten Sonnenschutz-Systeme schützen vor direkter Sonneneinstrahlung. Für welches System man sich entscheidet, ist tatsächlich fast Geschmackssache. Während einige Sonnenschutz-Vorrichtungen einfach zu montieren sind, können andere für graue Haare sorgen - oder sie fallen dann plötzlich während der Fahrt ab, weil die Saugnäpfe nicht richtig halten. Unser Testsieger, das Rollo von Munchkin, bietet den besten Kompromiss aus allen Welten.
Testsieger: Munchkin Sun Safety 2 Roller
Preis-Leistungs-Sieger: Akapola Car Side Window Sunshade
Blenden: Sie sind wohl das gängigste System. Dabei wird der Sonnenschutz in der Regel mit einem Saugnapf in der Scheibe befestigt. Oftmals passen sie jedoch nicht exakt ins Fenster.
Folie: Sie wird passgenau ins Fenster geklebt und bleibt dort dauerhaft. Wer hier ein schönes Ergebnis möchte, muss Zeit und Fingerspitzengefühl in das Anbringen investieren.
Rollos/Gardinen: Rollos und Gardinen werden fest eingebaut und können bei Bedarf heruntergelassen oder zugezogen werden. Wer flexibler sein möchte, findet auch Modelle, die mit Saugnapf angebracht werden können.
Sonnenschutzüberzug: Wie der Name schon sagt, werden sie über die Autotür gezogen. Dadurch bieten sie guten Sonnenschutz, bei dem trotzdem das Fenster geöffnet werden kann. Allerdings ist es während der Fahrt nicht möglich, den Sonnenschutz zu bedienen.
In der Straßenverkehrsordnung (§ 40) ist geregelt, welche Fenster im Auto mit einem Sonnenschutz versehen werden dürfen. Dort heißt es: "Scheiben aus Sicherheitsglas, die für die Sicht des Fahrzeugführers von Bedeutung sind, müssen klar, lichtdurchlässig und verzerrungsfrei sein." Entsprechend dürfen an der Windschutzscheibe und an den vorderen Seitenscheiben keine Sonnenschutze angebracht werden. Auch eine Tönung mit Folien ist in diesem Bereich untersagt. Erlaubt ist maximal ein Streifen oben an der Windschutzscheibe, dieser ist in der Regel bereits ab Werk getönt. (Mehr zum Thema "Autoscheiben tönen" lesen Sie hier!)
Nützliches Wissen über Sonnenschutz fürs Auto
Welcher Sonnenschutz ist der beste?
Die Munchkin Sun Safety 2 Roller werden paarweise geliefert und funktionieren ähnlich wie ein Haushaltsrollo: Sie werden oben an der Scheibe eingehängt und mittels Saugnapf befestigt. Trotz ihrer Transparenz bieten sie effektiven Sonnenschutz. Sie sind hochwertig verarbeitet, geruchlos, reißfest und stabil. Bei Nichtgebrauch können sie einfach per Knopfdruck eingezogen werden. Im AUTO BILD-Sonnenschutz-Test erreichen die Munchkin Sun Safety 2 Roller die Note 1,6 und werden damit Testsieger.
Wie teuer ist ein Sonnenschutz fürs Auto?
Der Akapola Car Side Window Sunshade ist ein Sonnenschutz für Autotüren, der einfach über die Tür gezogen wird und aus doppellagigem Mesh-Stoff besteht. Die Montage erfolgt mit Klettstreifen, die am Auto befestigt werden, was etwas umständlich sein kann. Trotz leichter Qualitätsmängel bietet der Sonnenschutz eine gute UV-Durchlässigkeit und hat sich in Tests bewährt. Mit einer Bewertung von 1,7 und dank des günstigen Preises von 13,99 Euro wird er im AUTO BILD Sonnenschutz-Test der Preis-Leistungs-Sieger.
Welcher Sonnenschutz ist erlaubt?
Die Straßenverkehrsordnung (§ 40) schreibt vor, dass Windschutzscheiben und vordere Seitenscheiben von Autos klar, lichtdurchlässig und verzerrungsfrei bleiben müssen, weswegen dort keine Sonnenschutzvorrichtungen oder Tönungsfolien angebracht werden dürfen. Ein Sonnenschutzstreifen oben an der Windschutzscheibe ist jedoch erlaubt und oft bereits vom Hersteller getönt
Service-Links













