AUTO BILD vergleicht Wärmebildkameras
So entdecken Sie Schwachstellen an Auto und Haus
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AUTO BILD vergleicht Wärmebildkameras. Welche Modelle entdecken Motordefekte, schlechte Dämmung oder Tiere im Dunkeln zuverlässig?
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Das menschliche Auge kann keine Infrarotstrahlung wahrnehmen – Wärmebildkameras hingegen machen sie sichtbar. Sie erfassen Temperaturunterschiede und wandeln sie in farbige Thermografiebilder um, die selbst kleinste Wärmequellen oder Kältebrücken aufzeigen. Die Einsatzgebiete sind vielfältig: Feuerwehr und Rettungskräfte lokalisieren Brandherde, Jäger beobachten Wildtiere, Handwerker prüfen Gebäudedämmungen und in Werkstätten lassen sich Motorprobleme oder elektrische Defekte erkennen. AUTO BILD hat aktuelle Modelle getestet und zeigt, welche Kameras in Auflösung, Bedienung und Ausstattung überzeugen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Nutzung will gelernt sein: Das Messen, Ablesen und Interpretieren der Messergebnisse von Wärmebildkameras ist Übungssache und erfordert Vorwissen. Bei der Auswertung kommt es weniger auf die Temperatur an einem einzelnen Messpunkt an als vielmehr auf die ermittelten Temperatur-Unterschiede von beieinander liegenden Flächen an.
- Emissionsgrad: Unterschiedliche Materialien geben bei gleicher Temperatur unterschiedlich viel Infrarotstrahlung ab. Auch das muss für die richtige Bewertung eines Messbildes berücksichtigt werden, wenn sich verschiedene Stoffe im Messfeld befinden. Der Emissionsgrad wird mit einem Wert zwischen 0 und 1 angegeben. Eine sehr ausführliche Tabelle ist im Netz zu finden.
- Einfluss von Wetter: Messergebnisse werden außerdem von den äußeren Bedingungen beeinflusst. Regen etwa kühlt wegen der Verdunstungskälte Oberflächen ab – und das auch noch nach dem eigentlichen Schauer. Verfälschte Messungen sind hier ebenso wahrscheinlich wie bei direkter Sonneneinstrahlung. Schnee und Nebel können ähnliche Effekte haben.
- Große können Blender sein: Lassen Sie sich nicht von hochauflösenden oder großen Bildschirmen beeindrucken. Entscheidend ist die Zahl der Messpunkte des Sensors. Ein hochauflösendes Handy erzielt also keine besseren Ergebnisse.
Eine Wärmebildkamera für fast alle Zwecke: Die Topdon TC004 (ca. 270 Euro), hat einen großen Öffnungswinkel, läuft bis zu 12 Stunden mit einer Akkuladung und löst mit fast 50.000 Messpunkten auf dem Sensor sehr gut auf. Dazu kommt eine hohe thermische Empfindlichkeit, ein Stativgewinde, ein LED-Licht zum einfachen Erkennen des gewünschten Messpunkts in der Dunkelheit, ein ausreichend großer Speicher und eine Tasche für das sichere Verstauen und Transportieren. Allenfalls die Bildwiederholrate von 20 Hertz kann bei Messungen bewegter Gegenstände zu verschwommener Darstellung führen – und die Verbindung zum Computer ist nur zu einem PC möglich, nicht aber zu OS X-Geräten.
Eine interessante Alternative zum Handheld-Gerät sind Aufsteck-Erweiterungen für das Smartphone. Darunter fällt auch das InfiRay P2 Pro, das unglaubliche 9 Gramm wiegt und etwa 350 Euro kostet. Bei den technischen Daten steht der Winzling den größeren Standalone-Systemen in kaum etwas nach: Fast 50.000 Messpunkte, ein großer Messbereich bis 550 °C und diverse Anzeige-Modi sind integriert, dazu eine solide Darstellung mit 25 Hertz. Achtung: Zwar ist das Gerät sowohl für Android als auch iOS (Apple) erhältlich, kann aber nicht mit beiden Betriebssystemen gleichzeitig. Wer also von Samsung auf Apple oder umgekehrt wechselt, muss auch das Gerät tauschen. Wegen des Wechsels bei Apple von Lightning auf USB-C sind Telefon-Generationen nach dem iPhone 14 nicht kompatibel. Ferner hat das Gerät keinen eigenen Akku, der Betrieb geht also zulasten des Energiespeichers im Handy.
Für etwa 200 Euro liefert das Hikmicro E01 die wichtigsten Funktionen einer Wärmebildkamera. Eine schlaue Software namens SuperIR, so das Versprechen des Herstellers, macht aus den Messungen des 96x96-Messpunkte-Sensors ein aussagekräftiges 240x240-Messpunkte-Bild. Der Akku hält bis zu acht Stunden, was für den Hausgebrauch locker ausreichen sollte. Auch der Speicher ist groß genug, und der eingebaute Laserpointer deutet auf die potenziellen Problemstellen. Das Gerät fällt mit 620 Gramm allerdings etwas klobiger aus und lässt sich nur mit einem PC verbinden.
Nicht für die Werkstatt, sondern für die Waidfrau oder den Waidmann ist das Bresser TNS3 gedacht. Für rund 1300 Euro bekommt man ein sehr empfindliches und hochauflösendes Gerät, das noch in 800 Metern Entfernung Tiere und noch bis 1500 Meter Fahrzeuge anzeigt. Wie es sich für einen Optik-Spezialisten wie Bresser gehört, gibt es eine Dioptrienkorrektur, einen 4-fach-Digitalzoom und eine auf fünf Jahre erweiterbare Garantie.
Bosch GTC 400 C: Wer Bosch hat, kann Bosch nehmen
Wer schon Bosch-Geräte zu Hause hat (beispielsweise die Bosch-Werkstattlampe), sollte sich die Anschaffung der GTC 400 C aus demselben Hause überlegen. Die herstellereigenen Standard-Akkus lassen sich auch mit diesem Gerät nutzen, das zwar nicht mit übermäßig vielen, aber für den Hausgebrauch ausreichenden Messpunkten und einer sehr robusten Bauweise daherkommt. Allein der Preis schreckt ein wenig ab: rund 900 Euro.
Die Auswahl der hier vorgestellten Produkte erfolgt insbesondere aufgrund ihrer Relevanz auf dem Zubehör-Markt sowie einer signifikanten Anzahl von positiven Bewertungen. Außerdem ist deren flächendeckende und kurzfristige Verfügbarkeit zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Vergleichs gewährleistet – mit Ausnahme von akuten Produktions- oder Lieferschwierigkeiten. Die Produkte wurden keinem Praxis-Test unterzogen. Dieser Vergleich dient vielmehr einer schnellen Übersicht zu gefragten Wärmebildkameras und ihren technischen Daten sowie deren Ausstattung. Die wichtigsten produktspezifischen Kriterien des Vergleichs sind eine sinnvolle und vollwertige Ausstattung nach aktuellem Stand der Technik sowie ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Wer eine Wärmebildkamera sucht, wird sicher fündig, denn die Auswahl ist groß. Abgesehen von Speziallösungen wie dem Bresser TNS3, das vor allem der Tierbeobachtung dient, müssen sich Käufer vor allem zwischen zwei Geräteklassen entscheiden: Handy-Erweiterung oder eigenständiges Handheld-Gerät. Am Handy macht sich das InfiRay P2 Pro (ca. 350 Euro) auf dem Papier ganz gut und hat das Zeug dazu, brauchbare Ergebnisse zu liefern. Nachteil: Weil es keinen eigenen Akku hat, bezieht es die nötige Energie aus dem Telefon, was dessen Laufzeit spürbar herabsetzt. Für den Dauereinsatz sind darum eigenständige Geräte wie das hier empfohlene Topdon TC004 besser geeignet. Kosten: rund 330 Euro. Für die gelegentliche Messung taugt auch der Preis-Tipp, das relativ schwere E01 von Hikmocro, das für rund 200 Euro zu bekommen ist.
- Messentfernung: Als Faustregel gilt: Auf dem gewünschten Messpunkt sollten mindestens drei mal drei Pixel des Sensors Platz finden für eine zuverlässige Messung. Soll also beispielsweise eine Platine genauer untersucht werden, kann auch schon eine geringere Auflösung reichen. Sind dagegen weiter entfernte Fassaden oder gar Tiere in der freien Wildbahn die Messobjekte, sollte der Sensor schon etwas leistungsstärker sein.
- Einsatzhäufigkeit und -dauer: Hochwertige Geräte können 1000 Euro und mehr kosten. Doch das lohnt sich nur, wenn die Kamera auch regelmäßig zum Einsatz kommt oder eine bestimmte Güte der Messung unbedingt erforderlich ist. Für den gelegentlichen Einsatz in der Schrauberwerkstatt muss man nicht so viel Geld in die Hand nehmen. Sind allerdings längere Messungen geplant (z. B. die Temperaturentwicklung an bestimmten Motor-Bauteilen in Abhängigkeit von der Last), ist ein Gerät mit Stativ-Gewinde von Nutzen, um die Hände frei zu haben.
- Datenmanagement: Die meisten Geräte haben einen internen Speicher, lassen sich mit Speicherkarten erweitern oder legen ihre Daten auf dem Smartphone ab. Für genauere Auswertungen oder die aufbereitete Weitergabe von Messungen bieten viele Geräte entsprechende Software für das Mobiltelefon oder den PC an.
Häufige Fragen zu Wärmebildkameras
Wie arbeitet eine Wärmebildkamera?
Das für die Darstellung von Temperaturzonen und -unterschieden genutzte Verfahren heißt Thermografie. Jedes Objekt reflektiert nicht nur das sichtbare Licht, sondern strahlt auch Wärme entsprechend ihres eigenen Energiezustands ab. Der Sensor in einer Wärmebildkamera kann diese abgestrahlte Wärme in Form von Infrarotstrahlung erkennen und quantifizieren. Der Computer in der Kamera sorgt dafür, dass die Messwerte der für das menschliche Auge nicht sichtbaren Strahlung in ein durch den Nutzer interpretierbares Bild übersetzt werden.
Was sind die typischen Anwendungen einer Wärmebildkamera?
Die Anwendungsmöglichkeiten einer Wärmebildkamera sind vielfältig: Sie eignen sich zum Auffinden von Leckagen an Leitungen und Motoren, Fehlern und Lücken in Dämmungen von Wänden, Fenstern, Dächern oder Klimaanlagen. Auch bei der Jagd kommen sie in der Dämmerung zum Einsatz.
Worauf muss man bei der Messung mit einer Wärmebildkamera achten?
Die Bilder der Kamera sind interpretationsbedürftig und geben vor allem über Temperaturunterschiede in einer bestimmten Umgebung Aufschluss. Das liegt unter anderem daran, dass Materialien unterschiedlich viel Wärmeenergie abstrahlen. Dieser Wert wird Emissionsgrad genannt und kann – je nach Material – zwischen 0 und 1 liegen. Damit sind gerade Messungen an Orten, an denen sich diese Emissionsgrade stark unterscheiden, nur mit Übung richtig zu interpretieren. Auch können Regen, Nebel, direkte Sonneneinstrahlung und der Messwinkel Einfluss auf die Messung nehmen. Hier sind die genaue Kenntnis der jeweiligen Einflüsse und etwas Übung wichtig.
Lassen sich mit einer Wärmebildkamera auch Motorschäden erkennen?
Ja, mit etwas Übung und gewissen Vorkenntnissen über die grundsätzlichen thermischen Verhältnisse sowohl in und an Verbrennungsmotoren als auch Elektromotoren ist das möglich. Experten erkennen an erhöhten Temperaturen und Temperaturunterschieden an Bauteilen oder Bereichen wie dem Motorgehäuse, den Anschlüssen im Verteilerkasten, Wellenlagern und weiteren Bauteilen fehlerhafte Verbindungen oder andere Defekte oder können die Fehlerquelle zumindest weiter eingrenzen.
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