Allrad-Kombis im Vergleich

A4 allroad/Passat Altrack/Subaru Outback: Vergleich

— 08.05.2012

So viel Schotter für so wenig Offroad

Gummistiefel-Kombis mit Allrad – Mogelpackung oder kluger Kauf? Der neue VW Passat Alltrack stiefelt mit Audi A4 allroad und Subaru Outback zum ersten Vergleich los.

Warum nur wollen alle SUV fahren? Wir laufen ja auch nicht das ganze Jahr über in Schneeschuhen und Lammfellmantel durch die Gegend, nur weil es im Winter schneien könnte. Für guten Überblick und das erhabene Gefühl, sich aus der Masse hervorzuheben, reichen ein paar Zentimeter Höhe. Dafür langt ein SUV light – wie der Passat Alltrack, mit dem VW den Auftritt eines A4 allroad oder des Subaru Outback nachahmt. Allrad-Kombis im Holzfällerhemd: dynamischer, sparsamer als SUV, aber behaftet mit dem Image, "koan echta Bursch" zu sein. Und ganz schön viel Schotter verlangen die Hersteller auch für das bisschen Offroad. Soll ich trotzdem zugreifen? Wir vergleichen die Argumente für drei Benziner-Versionen.

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Video: VW Passat Alltrack

So fährt der VW Passat Alltrack

Der Passat Alltrack hebt sich optisch vom "Kassenmodell Studienrat" ab: drei Zentimeter höher, graue Spoiler ringsum, matter Glanz an Unterfahrschutz, Dachreling und Mittelkonsole. Das wird Frau Lehmann nebenan auffallen. Das Kombi-Können eines Variant bleibt im Alltrack voll erhalten: Der Kofferraum ist so durchdacht und geräumig (bis 1716 Liter), dass nicht mal der Touareg, das große SUV von VW, mithalten kann. Nur der Subaru Outback. Auf dessen weitläufiger Rückbank können Kin der Verstecken spielen. Die Lehnen fallen per Hebel vom Kofferraum aus und ergeben eine ebene Ladefläche. Hinterm Steuer sitzt der Fahrer zehn Zentimeter höher als im VW – im Outback steckt am meisten SUV-Gefühl. Rustikal fühlen sich auch die harte, aber solide Plastiklandschaft und das klappernde Laderollo an. Für 40.500 Euro ist der Subaru am besten ausgestattet, mit Sitzheizung, Tempomat und MP3-Anschluss. Solch ein Luxuspaket würde im engen Audi (41.150 Euro) teuer kommen. Dafür verwöhnt der allroad mit piekfeiner Verarbeitung, ist solide und gedämmt wie ein Tresor. Für mehr Geld gibt es so gut wie alles extra (vom Sportfahrwerk bis zum hellen Holzdekor aus dem Audi A7), nur keinen zusätzlichen Platz im knappen Fond oder Kofferraum.

Überblick: Alle News und Tests zum Audi A4

Geht super: Der Turbo-Benziner schiebt den Audi A4 allroad mit viel Nachdruck vorwärts.

Benziner statt Diesel? Gern, wenn er so kultiviert und lebendig antritt wie der Turbomotor im A4. Der Vierzylinder schiebt wie eine mächtige Faust (7,0 Sekunden bis 100 km/h), dreht bis 6700 Touren und kommt im Testschnitt mit 8,5 Liter Super aus. Genau der passende Partner für diesen hochgelegten Sportkombi mit seiner exakten Handschaltung und einer Lenkung, die trotz Elektronik (drive select für 200 Euro) immer eine feste Hand fordert. Mit seinem straffen Fahrwerk fliegt der Allroad um die Ecken, dass man den höheren Schwerpunkt glatt vergisst. Wer's zu toll treibt, den fangen die beste Bremse und der feinfühlige Schleuderschutz ESP ein. Der Passat hat den gleichen Zweilitermotor, aber (wie im Golf GTI) ohne die Einlassnockenwellen-Verstellung und mit 280 statt 350 Nm Drehmoment. Der Unterschied ist kaum zu spüren, auch weil das Direktschaltgetriebe (DSG) den Antrieb in Richtung Komfort trimmt.

Das sanfte Abrollen, das entrückte Verwöhnen, das SUV beliebt macht, beherrscht der Alltrack bestens. Das verstellbare Fahrwerk DCC (1085 Euro) hat er gar nicht nötig – die Normalstellung N stellt sich schnell als goldene Mitte heraus. Viel mehr Gewöhnung verlangt Subarus Gummiband-Automatik: nichts für Hektiker, wenn beim Gasgeben der große Boxer lautstark aufheult und die Power mit Verspätung folgt. So fährt der 43 PS schwächere Outback nur hinterher und schluckt trotzdem am meisten (9,5 Liter im Testschnitt). Auch die rumpelnde Vorderachse und die träge Lenkung animieren nicht zum flotten Streifen. Zudem greift das ESP auf Nässe erst verzögert ein. Doch wenn es dreckig wird, dann kommt der Subaru im Gelände am weitesten. Ist eben ein halbes SUV.

Alle drei Allrad-Kombis kosten kaum weniger als echte Vollkorn-SUVs. Sparsamer werden sie erst im Alltag, weil Steuer und Versicherung deutlich günstiger sind. Beim Subaru schlagen die kurzen Werkstattintervalle (alle 15.000 Kilometer) zu Buche, dafür bietet der Japaner drei Jahre Garantie. Bei allen drei Modellen erstaunt der geringe Wertverlust – offensichtlich gelten sie auch als Gebrauchte mit Allrad und rustikaler Optik als ein smarter Kauf.
Fahrzeugdaten Audi Subaru VW
Motor Vierzylinder, Turbo, vorn längs Vierzylinder-Boxer, vorn längs Vierzylinder, Turbo, vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb Kette Zahnriemen Kette
Hubraum 1984 cm³ 2457 cm³ 1984 cm³
kW (PS) bei 1/min 155 (211)/4300 123 (167)/5600 155 (210)/5300
Nm bei 1/min 350/1500 229/4000 280/1700
Vmax 230 km/h 198 km/h 212 km/h
Getriebe Sechsgang manuell Stufenlose Automatik Sechsgang-DSG
Antrieb Allrad permanent Allrad permanent Allrad permanent
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 225/55 R 17 Y 225/60 R 17 V 225/50 R17 V
Radgröße 8 x 17" 7 x 17" 7 x 17"
Abgas CO2 169 g/km 194 g/km 199 g/km
Verbrauch* 9,1/6,1/7,2 l 11,3/6,7/8,4 l 11,5/6,8/8,6 l
Tankinhalt 61 l/Super 65 l/Super 68 l/Super
Vorbeifahrgeräusch 74 dB (A) 71 dB (A) 73 dB (A)
Anhängelast gebr./ungebr. 1700/750 kg 1800/750 kg 2000/750 kg
Kofferraumvolumen 490–1430 l 526–1726 l 588–1716 l
Preis (wird bewertet) 41.150 Euro** 40.500 Euro 40.835 Euro***
* innerorts/außerorts/gesamt pro 100 km; **inklusive drive select für 200 €; ***inklusive adaptives Fahrwerk DCC für 1085 €
Messwerte Audi Subaru VW
Beschleunigung
0–50 km/h 2,3 s 3,7 s 2,5 s
0–100 km/h 7,0 s 9,8 s 6,8 s
0–130 km/h 11,4 s 16,4 s 11,1 s
Zwischenspurt
60–100 km/h 3,6 s 5,1 s 3,7 s
80–120 km/h 5,0 s 7,0 s 4,8 s
Leergewicht/Zuladung 1706/479 kg 1574/466 kg 1690/580 kg
Gewichtsverteilung v./h. 54/46 % 57/43 % 57/43 %
Wendekreis links/rechts 11,6/11,8 m 11,8/11,9 m 11,1/11,2 m
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 34,7 m 40,3 m 35,8 m
aus 100 km/h warm 34,2 m 41,1 m 35,5 m
Innengeräusch
bei 50 km/h 58 dB (A) 59 dB (A) 57 dB (A)
bei 100 km/h 63 dB (A) 65 dB (A) 63 dB (A)
bei 130 km/h 69 dB (A) 71 dB (A) 69 dB (A)
Testverbrauch – CO2 8,5 l S – 202 g/km 9,5 l S – 226 g/km 9,3 l S – 220 g/km
Reichweite 710 km 680 km 730 km


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Kombis im rustikalen Offroad-Look

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Audi A4 Allroad 2.0 TFSI quattro (Typ 8K), VW Passat Alltrack 2.0 TSI 4Motion (Typ B7), Subaru Outback 2.5i Active

Veröffentlicht:

04.05.2012

Preis:

1,00 €





Joachim Staat

Joachim Staat

Fazit

Gelände-Look ist schwer angesagt – sogar wenn es sich um reine Verkleidung handelt wie beim A4 Allroad. Auch der neue Passat Alltrack gehört mit bescheidenem Offroad-Talent eher zu den Typen, die so tun, als ob. Na und? Die meisten SUV pendeln eh nur zwischen Café und Kita. Das können Aufpreis-Kombis besser, sparsamer und dynamischer. Nur der Subaru kommt einem SUV näher: Auf diesem halben Hochsitz darf das Gelände auch etwas tiefer sein – mit Betonung auf "etwas".

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