Abt AS1 gegen MS Design Fiesta GT: Vergleich — 30.11.2010
Die Jungen Wilden
Auf Ihrer Wunschliste steht ein Kompakter mit sportiven Leistungswerten? Mit dem Abt AS1 und dem MS Design Fiesta GT stellt AUTO BILD SPORTSCARS zwei äußerst reizvolle Rivalen vor.
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Keine gigantisch große Abweichung auf dem Papier zwischen den beiden Kontrahenten also, in Sachen Fahrdynamik aber verhalten sie sich aufgrund ihrer komplett unterschiedlichen Motorcharakteristik – der AS1 besitzt einen Turbolader, der Fiesta GT geht als Sauger zu Werke – deutlich konträrer. Okay, sportlich sind sie beide. Doch während sich der Ingolstädter wohl am besten als "Drehmomentauskoster" mit gutem Durchzugsvermögen, aber einem insgesamt mäßig drehfreudigen Motor definieren lässt, ist der Kölner Jung ein "Drehzahlgierer", der erst ab 4000 Umdrehungen richtig munter wird, dann aber gut und spontan am Gas hängt.Das Doppelkupplungsgetriebe Stronic im Audi arbeitet vorbildlich und hält den Vierzylinder bei Laune. Die aufpreispflichtigen Schaltwippen am Lenkrad kann man nutzen, braucht sie aber nicht wirklich zum sportlichen Fahren.
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Das Fünfgang-Schaltgetriebe im Ford, die einzig erhältliche Kombination mit dem 120-PS-Motor ab Werk, ist knackig-kurz übersetzt und sehr gut zu befehligen. Einzig der letzte Gang könnte etwas länger übersetzt sein – oder es hält gleich ein sechster Einzug. Die von MS Design installierte Auspuffanlage verpasst dem Motor einen beeindruckend rotzigen und nachdringlichen Klang, ist auf längeren Autobahnetappen bei mittlerer Geschwindigkeit aber zu präsent und schlägt dröhnend aufs Gehör. Mit 8,3 Sekunden für den Standardspurt von 0 auf 100 km/h ist der Abt-A1 0,6 Sekunden schneller als die Serienversion, beim MS Design- Fiesta vergehen 8,8 Sekunden bis zur Messmarke – Zeitersparnis hier deutliche 1,1 Sekunden gegenüber der Serie. Bei gemessenen 222 km/h muss sich der Abt den Fahrwiderständen beugen (Serie: 203 km/h), 208 km/h erreicht der MS Design-Ford nach dem Eingriff (Serie: 193 km/h).In allen Geschwindigkeitsbereichen überzeugen beide Kontrahenten mit einem präzisen Lenkverhalten, wobei der Fiesta- Fahrer mehr Rückmeldung von der Straße erhält. Auch fühlt sich der Ford insgesamt handlicher an als der AS1. Dafür unterbindet das weicher federnde Fahrwerk Karosseriebewegungen nicht so gelungen wie die deutlich straffere Federung des Abt, die agilere Kurvenmanöver ermöglicht und den AS1 so als Sieger aus dem Kapitel Querdynamik hervorgehen lässt. Unkomfortabel ist der Audi aber bei Weitem nicht. Auch neigt keines der beiden Fahrzeuge trotz Tieferlegung zum Achspoltern auf Querfugen. Die Bremse ist in beiden Testwagen gut dosierbar, das Pedalgefühl ebenfalls gut. Das ABS regelt im Grenzbereich im AS1 feiner als im Fiesta GT, der Kaltbremsweg des Kölners ist trotz hinterer Trommeln mit 36,3 Metern im Vergleich zu 33,6 Metern des Ingolstädters völlig im Rahmen.
Der MS Design Fiesta brüllt jugendlich frech
Äußerlich ist der Abt-Audi eher der Zeigefreudige der beiden Kontrahenten: Als Version "High-Voltage" trumpft er mit Anbauteilen in Grasgrün, Lavendel oder Alu gebürstet auf, dazu gibt es ein verspieltes Totenkopfdesign. Über den mittig montierten Schalldämpfer wird ausgeatmet, das 18-Zoll-Rad verbessert nicht nur das Fahrverhalten, sondern passt sich mit farblich abgestimmten Felgenringen auch noch dem Blechdekor an. Der Fiesta von MS Design geht da unauffälligere Wege: Seine neuen Anbauteile sind in Wagenfarbe lackiert, die 17-Zoll-Räder in kontrastierendem Schwarz. Beim Kaufpreis scheiden sich die Geister: Mit 30.210 Euro ist der Abt AS1 rund 9000 Euro teurer als der MS Design Fiesta für 21.063 Euro. Ein Teil davon geht auf den Audi-Premiumzuschlag zurück, der sich schon im höheren Basispreis zeigt.
| Technische Daten | ABT AS1 1.4 TSI | MS Design Fiesta GT |
|---|---|---|
| Motor | R4, Turbo | R4 |
| Einbaulage | vorn quer | vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
| Hubraum | 1390 ccm | 1596 ccm |
| Bohrung x Hub | 76,5 x 75,6 mm | 79,0 x 81,4 mm |
| Verdichtung | 10,0 : 1 | 11,0 : 1 |
| kW (PS) bei 1/min | 110 (150)/5800 | 103 (140)/6700 |
| Literleistung | 108 PS/l | 88 PS/l |
| Nm bei 1/min | 250/2200 | 170/4250 |
| Antriebsart | Vorderrad | Vorderrad |
| Getriebe | 7-Gang-Doppelkupplung | 5-Gang manuell |
| Bremsen vorn | 288 mm/innenbelüftet | 259 mm/innenbelüftet |
| Bremsen hinten | 232 mm | 201 mm/Trommeln |
| Radgröße vorn/hinten | 8 x 18 | 7 x 17 |
| Reifengröße vorn/hinten | 225/35 R 18 | 205/40 R 17 |
| Reifentyp | Continental SportContact 2 | BF Goodrich G-Force Profi ler |
| Länge/Breite/Höhe | 3954/1740/1416 mm | 3953/1709/1481 mm |
| Radstand | 2469 mm | 2489 mm |
| Tankvolumen | 45 l | 45 l |
| Beschleunigung | ||
| 0– 50 km/h | 3,0 s | 2,8 s |
| 0– 80 km/h | 5,8 s | 6,0 s |
| 0–100 km/h | 8,3 s | 8,8 s |
| 0–130 km/h | 13,9 s | 14,6 s |
| 0–160 km/h | 23,2 s | 25,0 s |
| 0–402,34 m (Viertelmeile) | 16,13 s | 16,37 s |
| 60–100 km/h im 4. Gang | 5,2 s | 9,3 s |
| 80–120 km/h im 5. Gang | 7,5 s | 14,5 s |
| 80–120 km/h im 6. Gang | 10,7 s | - |
| 80–120 km/h im 7. Gang | 15,0 s | - |
| Bremsweg | ||
| 100–0 km/h kalt (Verzögerung) | 33,6 m (–11,5 m/s2) | 36,3 m (–10,6 m/s2) |
| 100–0 km/h warm (Verzögerung) | 34,3 m (–11,3 m/s2) | 37,0 m (–10,4 m/s2) |
| Testverbrauch | ||
| Ø auf 100 km | 8,3 l Super Plus | 7,4 l Super Plus |
| Reichweite | 540 km | 610 km |
| Leergewicht | 1204 kg | 1094 kg |
| Leistungsgewicht | 8,0 kg/PS | 7,8 kg/PS |
| Zuladung | 371 kg | 406 kg |
| Hochstgeschwindigkeit | ||
| GPS-Messung (www.leitspeed.de) | 222 km/h | 208 km/h |
| Preise | ||
| Serienfahrzeug ohne Extras | 19.900 Euro (inkl. S-tronic) | 15.550 Euro |
| Tuning | ||
| Leistungssteigerung | 1720 | 1700 |
| Aerodynamikpaket | 3490 | 1112 |
| Leichtmetallräder | 2175 | 1654 |
| Auspuffpaket | 1375 | 399 |
| Fahrwerksfedern | 650 | 299 |
| Tagfahrlicht | 900 (inkl. Xenon, ab Werk) | 349 |
| Preis Testwagen | 30.210 Euro | 21.063 Euro |
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Kommentare zum Artikel (51)
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Mein guter Tim ob Klo oder nicht solange der Rücken nicht weh tut... Auserdem ist des Mini Cabrio auf Platz 7 beim Gay Car des Jahres... Also etwas Schwul ist jedes Auto auser der A1 der ist SUPERGAY da stimme ich dir zu! :-)
Teurer Müll von Audi mit Kinder-Tuning-Decals. Aber die Kids bzw. Prolls, die NFS Tuning Spielchen auf der Konsole lieben, werden zugreifen :D
8,3 l Verbrauch mit nur 8,3s ...sportlich, sparsam ist anders. Da ist mein 5 Jahre altes Auto besser und hat gebraucht nur ein Drittel gekostet!
Aber mit Marketing kann man wohl so einiges erreichen - Dreckskisten...
naja, der a1 ist ja wohl hier das gay auto. mit justin timberlake als markenbotschafter passt das zum a1 auch.
Der getunte A1 mit 150 PS von Abt soll ca. 22.000 € kosten.
Audi selbst bietet den A1 neuerdings mit 185 PS und optimierter Ausstattung für ca. 24.000€ an.
Wer nimmt denn da den Tuner??
@ Theses
Der wissenschaftliche Suchbegriff lautet "Sinus-Milieus". Google oder die örtliche Universitätsbibiliothek können Ihnen hier sicherlich weiterhelfen.
Ich habe selbst noch einmal nachgelesen (sorry, kein Scan-Upload) und festgestellt, dass Ford neben den Unterschichten auch eine weite Verbreitung im traditionsbewußten unteren Bürgertum findet. Stichwort Häkeldecke, Wackeldackel und Hut am Steuer. Auch nicht besser.