Abt Audi RS 6-R Facelift (2015): Fahrbericht

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Abt Audi RS 6-R Facelift (2015): Fahrbericht

— 30.04.2015

Ritt in Abts 730-PS-Kombi

Tuner Abt bringt den 4,0-Liter-Biturbo-V8 des gelifteten Audi RS 6 auf atemberaubende 730 PS. Wie sich der bärenstarke Abt RS 6-R fährt, zeigt unser Fahrbericht.

Video: Abt Audi RS6-R (2015)

So startet das Facelift

Die Gerade des Contidroms liegt vor der Motorhaube des Abt RS 6-R. Seine 730 PS stellen sich der Launch-Control. Linken Fuß auf die Bremse, mit rechts das Gaspedal bis auf die Fußmatte drücken. Es brodelt dumpf im Motorraum, die Drehzahl hält der Abt nahe der 3000er-Marke. Dann schlagartig den Fuß von der Bremse nehmen und ohne mit der Wimper zu zucken, schießt der Höllen-Kombi ohne jeglichen Schlupf nach vorne. Abt sagt, dass der RS 6-R in 3,3 Sekunden auf 100 beschleunigt. Wer den Kickstart im RS 6-R erlebt hat, hat daran keine Zweifel. Die Beschleunigung im Ferienflieger ist gegen den Abt ein müder Witz. Doch der Reihe nach. Verlassen wir zunächst also den Handlingkurs des Contidroms, auf dem der getunte RS 6 im Rahmen des Conti-Tuning-Tags der AUTO BILD Sportscars-Kollegen antritt und schauen uns den Allgäuer Stier von außen an.
Alles Wissenswerte zum Audi RS 6

Extrabreite Walzen an der Vorderachse

Abt-Kur für das Facelift: Vorne hat der geliftete RS 6 einen geänderten Grill und neue Leuchtgrafiken der Scheinwerfer.

Optisch lässt die Abt-Kur den nicht gerade schwachbrüstig aussehenden RS 6 noch streitlustiger wirken. Die erhöhte "R"-Dichte im neuen Namen, RS 6-R, gibt einen Vorgeschmack auf den verschärften Look: An der Front des RS 6-R sollen eine breite Carbon-Spoilerlippe und seitliche Flaps die anströmende Luft so um den Bug lenken, dass der scharfe Audi auf den Boden gedrückt wird. Rundum steht der Abt-RS 6 auf 22-Zöllern, die sowohl an der Vorder- als auch an der Hinterachse mit Reifen der Dimension 295/25 bezogen sind. Zur Einordnung: Derart gewaltige vordere Walzen hat sonst nur der stärkste Porsche Cayenne, der Turbo S (295/35/21). Auf den Kotflügeln geht Abt dem RS 6 ans Blech: Die dreispaltigen Entlüftungskiemen verleihen dem Sport-Kombi in der Seitenansicht deutlich mehr optischen Biss als der Serie. Weitere Abt-Zutaten sind die Heck-Schürze mit Carbon-Einsätzen und der große Dachkantenspoiler. Zudem versprechen die vier Endrohre eine Soundkulisse, die dem bedrohlichen Look des RS 6-R angemessen ist.

Audi RS6 Facelift: Sitzprobe

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Dank neuer Motorelektronik und Edelstahl-Auspuffanlage leistet der V8-Biturbo jetzt 730 PS (Serie: 560 PS).

Das Cockpit des Abt RS 6-R Facelift überzeugt mit der Audi-typischen makellosen Verarbeitung. Die serienmäßigen Sportsitze sind mit eingestickten Abt- und Typen-Logos verziert und schaffen den Spagat zwischen viel Seitenhalt bei gleichzeitig hohem Komfort. Das runde, Alcantara-bezogene Abt-Lenkrad liegt hervorragend in den Händen und versprüht mit seinem LED-Schaltblitz einen Hauch Rennsport-Feeling. Dieses verstärkt sich beim Druck auf den Start/Stopp-Knopf, wenn der 4,0-Liter-Biturbo-V8 bollernd zum Leben erwacht. Ihn haben die Tuning-Spezialisten auf 730 PS und 920 Newtonmeter maximales Drehmoment gedopt. Im Vergleich zur Serie macht das einen Leistungszuwachs von 170 PS und 220 Newtonmeter (RS 6-Serie: 560 PS und 700 Newtonmeter). Damit verfügt der scharfgemachte V8-Biturbo des RS 6-R über gigantische Kraftreserven, ohne dass er den Fahrer mit all seiner Power überfordert, denn schon auf den ersten Metern zeigt sich: Der RS 6-R hat gute Manieren. Trotz der hohen PS-Ausbeute ist ein Turboloch nicht spürbar, das Getriebe schaltet zügig und handelt die Urkraft des V8 souverän.
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Die Abt-Auspuffanlage entfacht ein Sound-Gewitter

Gewohntes Audi-Ambiente im Cockpit: schicke Materialien und top Haptik. Das runde Lenkrad montiert Abt.

Viel muss die Achtgang-Automatikbox eigentlich gar nicht tun, denn genügend Bums ist auch bei niedrigen Drehzahlen vorhanden. Locker schüttelt sich der geladene V8 die Newtonmeter im Hunderterpack aus dem Ärmel. Das Ergebnis ist beeindruckend: Selbst wenn nicht das maximale Drehmoment anliegt, verkrampfen unvorbereitete Beifahrer unwillkürlich, wenn der durchtrainierte V8-Biturbo zum lockeren Zwischenspurt ansetzt. Ist dabei die Fahrstufe "S1" eingelegt, verstärkt das nochmals verschärfte Klangbild die Endorphinausschüttung beim Gasgeben. Denn dann braut sich im Abgastrakt des RS 6-R ein einschüchterndes Sound-Gewitter zusammen, das sich beim Gaswegnehmen in imposantem Donnergrollen aus den vier Endrohren entlädt. So klingt Macht.

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Am Heck trägt der geliftete Audi RS 6-R die neuen, serienmäßigen Rückleuchten.

Und obwohl der grollende Motor und der ehrfurchtgebietende Antritt der RS 6-R zunächst die ganze Aufmerksamkeit des Fahrers in Anspruch nehmen, sorgt der Abt auch in Kurven für gute Laune. Die Lenkung ist sportlich straff und trotz der auf unserem Testfahrzeug montierten 285er an der Vorderachse erstaunlich präzise. Willig folgt der Zwei-Tonnen-Kombi (Leergewicht: 2010 Kilogramm) den eingeschlagenen Radien, ohne Rollen, ohne Taumeln. Das mit neuen Federn ausgestattete Fahrwerk und der Allrad-Antrieb setzen die enorme Leistung unaufgeregt um. Auf der Rennstrecke fühlt sich der Über-RS 6 spürbar wohl und dreht beim Gaswegnehmen in schnellen Kurven sachte mit dem Heck ein. Bei aller Agilität kommt auch der Komfort nicht zu kurz: Die großen 22-Zöller rollen geschmeidig ab, das Fahrwerk ist trotz seiner sportlichen Qualitäten nicht zu hart und präsentiert sich genauso gut abgestimmt wie die Antriebseinheit des RS 6-R. Für alle Umbaumaßnahmen verlangt Abt 61.650 Euro – zusammen mit der RS 6-Basis (ab 110.000 Euro) kostet der Abt RS 6-R somit 171.650 Euro.
Peter R. Fischer

Peter R. Fischer

Fazit

Der Abt RS 6-R beschleunigt wie ein Porsche 911 Turbo, hat dank des Kofferraums Nutzwert und ist obendrein komfortabel. Ganz zu schweigen von der makellosen Verarbeitung und Passgenauigkeit der Abt-Teile. Was bleibt, ist – wie so oft bei getunten Hochkarätern – der saftige Preis und die Sinnfrage. Bei der Zerstreuung derartiger Gedanken hilft wohl nur die Launch-Control.

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