AdBlue: Herstellerangaben auf einen Blick

Audi Q3 VW Passat Variant BMW 5er

AdBlue: Preise und Verbrauchstest

— 25.08.2016

AdBlue-Vebrauch im Praxistest

Wie viel AdBlue verbrauchen unsere Autos? AUTO BILD hat mit dem VW-Tiguan einen Praxistest gemacht. Außerdem: Welche Autos brauchen AdBlue, wie oft muss nachgefüllt werden und wo sitzt der Tank? Alle Infos im Überblick.

AdBlue ist eine Harnstofflösung, die in den Abgasstrang gespritzt wird und die Stickoxide im Abgas vermindert. Ein Schadstoffkiller. Der Nachteil: Jetzt hat der Autofahrer noch eine Sorge mehr. Er muss sich beim Autokauf in einigen Fällen fragen, ob der serienmäßige AdBlue-Tank ausreicht oder ob eine aufpreispflichtige größere Version nicht sinnvoll wäre. Er muss den Harnstoffverbrauch im Auge behalten, weil der Wagen sonst möglicherweise ins Notlaufprogramm springt oder gar nicht mehr weiterfährt. Und muss dann noch herausbekommen, wie er an seinem Fahrzeug den ominösen Zaubertrank überhaupt nachfüllt, ohne sich dabei die Finger schmutzig zu machen oder die Hose zu versauen.

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Lesen Sie auch: So funktioniert AdBlue

Zwei Testrunden über knapp 800 Kilometer

Vorbereitung: Vor der ersten Testrunde wird der AdBlue-Tank im Tiguan randvoll aufgefüllt. Knapp 13 Liter passen rein.

Der praktische Umgang mit AdBlue und die Frage, wie viel AdBlue eigentlich auf einer Autofahrt verbraucht wird, ist für Dieselbesitzer also elementar wichtig geworden. Deshalb hat AUTO BILD den AdBlue-Verbrauchstest gemacht. Als Testfahrzeug dient ein VW Tiguan 2.0 TDI SCR. Zwei Mal fahren wir eine Teststrecke von jeweils 785 Kilometern. Einmal im Bummelmodus, schön langsam. Und einmal so schnell, wie es der Verkehr zulässt. Die Vorbereitung verläuft so: Vor den beiden Testrunden wird der AdBlue-Tank im Tiguan randvoll aufgefüllt, der Wagen dabei ordentlich gerüttelt und geschüttelt, um letzte Luftblasen aus dem System zu treiben. Zum Teststart landen so knapp 13 Liter AdBlue im Tiguan. Zusätzlich wird der Kraftstofftank komplett befüllt, um anschließend den AdBlue-Verbrauch zum Diesel-Verbrauch ins Verhältnis setzen zu können.
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Der Verbauch fällt überraschend gering aus

109 Liter Diesel benötigten wir bei schneller Fahrt für die 785 Kilometer. Gemütliches Rollen sparte über 50 Liter ein, die Fahrzeit verlängerte sich um vier Stunden.

Der erste Testdurchlauf ist unsere schnelle Runde. Kurz gesagt: es geht mit Vollgas durch die Nacht. Nach guten fünf Stunden ist die Etappe auch schon wieder zu Ende, auf dem Kilometerzähler steht 785. Beim Tanken ermitteln wir einen Durchschnittsverbrauch von 13,8 Liter Diesel. Und wie viel AdBlue fehlt? Messbecher raus und die Harnstofflösung über den gut erreichbaren Einfüllstutzen hinter der Tankklappe nachkippen. Ergebnis: Es sind 510 Milliliter. Umgerechnet ergibt das einen AdBlue-Verbrauch von 0,47 Prozent pro Liter Diesel. Ein geringer Wert, schließlich sprechen die meisten Hersteller von rund zwei Prozent. Einige gehen sogar von bis zu fünf Prozent aus. Zeit für die zweite Testrunde, diesmal geht es vormittags los, gemütlich durch die Stadt, mit Richtgeschwindigkeit über die Autobahn und viel Überland. Nach neuneinhalb Stunden zeigt der Tageskilometerzähler endlich die 785 Kilometer an. Der Diesel-Verbrauch hat sich mehr als halbiert, lag im Schnitt während der zweiten Testrunde bei 6,6 Litern. Etwas überraschend: Der AdBlue-Verbrauch ist im Vergleich zur deutlich schneller gefahrenen Testrunde gestiegen. 690 Milliliter müssen wir nachfüllen, das ergibt einen Verbrauch von 1,34 Prozent AdBlue pro Liter Diesel. Immer noch wenig, passt aber besser zu den Angaben der Autobauer.
Das haben wir im Test verbraucht
Autobahn Überland und Stadt
Geschwindigkeit im Schnitt: 153 km/h 82 km/h
Fahrstrecke: 785 km 785 km
Verbrauchter Diesel: 108,5 Liter 51,6 Liter
Durchschnittsverbrauch Diesel: 13,8 l/100 km 6,6 l/100 km
Verbrauchtes AdBlue: 510 Milliliter 690 Milliliter
Verbrauch AdBlue (pro Liter Diesel): 0,47 Prozent 1,34 Prozent

Probleme bei der Abgasreinigung? Das sagt VW

Warum hat der Tiguan auf der ersten Fahrt so wenig AdBlue verbraucht – funktioniert etwa die Abgasreinigung nicht richtig? VW sagt dazu: "Insgesamt erscheinen uns die von Ihnen genannten AdBlue-Verbrauchswerte als zu niedrig. Wir vermuten jedoch, dass es aufgrund des Nachtankens mit Kanistern zu Messungenauigkeiten gekommen sein kann. Im Übrigen ist eine Parallelität zwischen dem Diesel-Verbrauch und dem AdBlue-Verbrauch aufgrund der innermotorischen Maßnahmen zur NOx-Senkung nicht immer gegeben. Das heißt, forcierte, verbrauchssteigernde Fahrweise hat nicht zwingend einen in gleicher Weise erhöhten AdBlue-Verbrauch zur Folge."

AdBlue-Verbrauch, Tankgröße und andere Angaben der verschiedenen Hersteller finden Sie in der Bildergalerie!

AdBlue: Herstellerangaben auf einen Blick

AdBlue Audi Q3 VW Passat Variant
Bernd Volkens

Bernd Volkens

Fazit

AdBlue als Schadstoffkiller im Diesel wird zum Standard. Darum müssen sich Autofahrer jetzt also auch noch kümmern. Deshalb sind drei Dinge wichtig: Der Füllstutzen am Auto muss gut zugänglich sein, der Tank eine ausreichende Größe haben, und Tankstellen sollten AdBlue zum Zapfen anbieten.

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