Aktuelle Umfrage: Bürger wollen Pkw-Maut
Drei Viertel sagen Ja

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Laut einer aktuellen Umfrage sind drei Viertel der Deutschen für die Einführung der Pkw-Maut. Die CSU geht auf Konfrontationskurs und die Ländern fordern Geld.
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(dpa/Reuters/mas) Während die EU angekündigt hat, juristisch gegen die geplante Pkw-Maut vorzugehen, bekommt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) Rückendeckung aus dem Volk: Wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts dimap im Auftrag des "Bayernkuriers" ergab, halten drei Viertel der Deutschen die Einführung der sogenannten Infrastrukturabgabe für richtig, wenn gleichzeitig die Kfz-Steuer gesenkt wird. In Bayern sind demnach sogar 90 Prozent der Befragten dafür. Besonders große Zustimmung, so der "Bayernkurier", erfahre die Pkw-Maut unter den Unionsanhängern: Hier sprachen sich 83 Prozent für die Einführung aus, bei SPD-Wählern waren es 72. Bei Anhängern der Grünen (50:48) und der Linken (54:40) ist laut Umfrageergebnis eine knappe Mehrheit für die Maut. "Während die EU-Bürokraten noch prüfen, haben die Bürgerinnen und Bürger längst entschieden. Die deutsche PKW-Maut sorgt für Gerechtigkeit auf den europäischen Straßen und ist von der überwältigenden Mehrheit unserer Bevölkerung gewollt", so CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer laut "Bayernkurier".
CSU will es auf Prozess ankommen lassen

Die EU-Kommission hat ein Verfahren gegen die Pkw-Maut angekündigt und sie so ausgebremst.
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Länder wollen Geld für Infrastruktur
Mit Mauteinnahmen ist also 2016 wohl noch nicht zu rechnen. Die Länder wollen aber trotzdem Geld für die Straßen; mehrere Ministerpräsidenten forderten laut der Nachrichtenagentur dpa den Bund auf, mehr Geld in die Infrastruktur zu investieren. Der niedersächsische Regierungschef Stephan Weil (SPD) sagte der "Welt am Sonntag", der Bund solle "den Mitteleinsatz für die Infrastruktur auf das nun einmal notwendige Niveau erhöhen".
Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) nannte es in derselben Zeitung völlig unstrittig, dass in die Infrastruktur investiert werden müsse. Die Frage, woher die fehlenden Mittel kommen sollten, müsse die Bundesregierung beantworten: "Wir brauchen auf jeden Fall rasch Klarheit." Kramp-Karrenbauer forderte zugleich einen europaweiten Ansatz bei der Pkw-Maut. "Das Saarland ist als Grenzland besonders von der Maut betroffen. Deshalb hielten wir schon immer eine europäische Lösung für besser", sagte die CDU-Politikerin. Sie empfahl allerdings, auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu warten.
Durchgewunken: Gauck genehmigt Maut
Brüssel hatte bereits angekündigt, die für 2016 angekündigte Maut genau zu prüfen. Denn die Abgabe zahlen letztlich nur ausländische Fahrer, Inländer sollen ihr Geld über eine Senkung der Kfz-Steuer zurückbekommen. Das EU-Recht untersagt aber die Benachteiligung von Ausländern. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat stets betont, die Maut stehe im Einklang mit europäischem Recht. Inländer zahlen künftig für Autobahnen und Bundesstraßen eine Jahresmaut, die nach Größe und Umweltfreundlichkeit des Autos gestaffelt ist, im Schnitt 74 Euro. Ausländer sind nur auf Autobahnen mautpflichtig, für sie gibt es auch eine Zehn-Tages- oder eine Zwei-Monats-Maut.
Behrens: "Das ist perfide und echte Wählertäuschung"
Die Linke im Bundestag erwartet, dass die EU-Kommission die Maut zu Fall bringen wird. Ihr Verkehrspolitiker Herbert Behrens sagte der Deutschen Presse-Agentur, vermutlich werde die Maut dann nicht mit der Kfz-Steuer verrechnet werden können. Seine Fraktion gehe davon aus, dass genau das das Kalkül Dobrindts sei. "Das ist oder wäre perfide und eine echte Wählertäuschung."
EU-Kommissionssprecher Jakub Adamowicz erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Für die Europäische Kommission ist von großer Bedeutung, dass bei der Einführung der Pkw-Maut das Prinzip der Nicht-Diskriminierung beachtet wird." Generell begrüße die Behörde, dass die Maut nach dem Verursacherprinzip funktioniert und die Autofahrer zur Finanzierung von Straßen heranzieht. Nach Abzug der Kosten soll die im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbarte Maut laut Verkehrsministerium jährlich 500 Millionen Euro einbringen. Kritiker bezweifeln dies.
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