Alkohol am Steuer

Alkohol am Steuer

Alkohol am Steuer

— 13.12.2003

Der Tod fährt mit

Jeder siebte Tote im Straßenverkehr ist ein Opfer von Alkohol am Steuer. Jeder Unfall eine Tragödie. Doch die Muster wiederholen sich immer wieder.

Fahrlässige Tötung – immer wieder

Zwei Autowracks, vier Leichtverletzte, zwei Schwerverletzte – eine Tote: die Bilanz eines schrecklichen Unfalls. Eine Tragödie für sich – und leider doch ein typisches Unglück. Ursache: Alkohol am Steuer.

Die Durchgangsstraße in Hamburg ist um ein Uhr nachts nur schwach befahren, als die Fahrerin (32) eines BMW X5 beim Abbiegen die Kontrolle über ihren Wagen verliert. Dabei kollidiert der schwere SUV mit einem VW Golf, in dem zwei ältere Ehepaare unterwegs sind – die Frau (66) am Steuer des Golf stirbt noch an der Unfallstelle. Die drei BMW-Insassen werden nach kurzer Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen.

Die Blutprobe der BMW-Fahrerin ergibt 1,5 Promille. Die Polizei ermittelt nun gegen sie wegen Trunkenheit am Steuer, Straßenverkehrsgefährdung und – der schwerste Vorwurf – wegen fahrlässiger Tötung. Die Frau erwartet eine hohe Geld- oder eine Freiheitsstrafe – doch keine noch so harte Strafe bringt ein Menschenleben zurück. Ermittelt wird auch gegen den Beifahrer, wegen Beihilfe. Denn der ist der Halter des BMW, und er war ebenfalls betrunken.

Neues Risiko durch Alcopops

Das Leid, das Alkohol am Steuer jedes Jahr anrichtet, ist durch nackte Zahlen nur schwer zu beschreiben: 932 Menschen wurden 2002 bei Verkehrsunfällen getötet, bei denen eindeutig Alkohol die Ursache war. Das ist etwa jedes siebte Todesopfer. Dazu kommen 33.000 Verletzte, darunter 10.000 Schwerverletzte. Was hilft? Nur die Disziplin im Kopf, sagen alle Experten. Und die muss entscheiden, bevor man in der Gruppe mit dem Auto zu einer Feier, in die Disko oder zu einer langen Partynacht aufbricht.

Bedeutet: Wer später fährt und deshalb stocknüchtern bleiben muss, sollte immer vor dem Aufbruch zu einer Feier entschieden werden. Denn das Prinzip "Schaun wir mal" kann fatale Folgen haben, wie der Unfall in Hamburg zeigt. Denn vermutlich hatte der Halter des Unfallautos den Schlüssel an seine Bekannte abgegeben, weil er seine Fahrtüchtigkeit selbst angezweifelt hatte. Doch wer sein Auto einem Fahrer überlässt, von dessen Alkoholisierung er wissen kann, macht sich ebenfalls strafbar.

Deshalb: Schon bei geringsten Zweifeln an der Fahrtüchtigkeit das Auto stehen lassen. Ein Taxi kann niemals so teuer sein wie ein Unfall, eine Bus- und Bahnfahrt nie so beschwerlich wie die Folgen einer Alkoholfahrt – selbst wenn nichts passiert, kann nach einer Kontrolle der Führerschein weg sein.

Ein brandgefährliches neues Risiko, vor allem für junge Fahrer, sehen Experten in den angesagten "Alcopops". Das sind bunte, süße Drinks – mit dem Alkoholgehalt eines Schnapses. Doch viele Jugendliche trinken die roten, blauen oder grünen Getränke wie Limonade. Deshalb diskutieren Politiker jetzt, diese Getränke durch eine Sondersteuer drastisch zu verteuern. Andernfalls seien auch die Folgen im Straßenverkehr programmiert.

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