Alles zu Kennzeichengröße und -form

Kennzeichengröße und -form Kennzeichengröße und -form

Alles zu Kennzeichengröße und -form

— 01.09.2003

Die deutsche Nummer

Typisch deutsch: Gibt es Streit um die Nummer, geht es fast immer um die Kennzeichenlänge. Gerade Exoten bieten oft wenig Platz fürs Schild.

Warum es genormt sein muss ...

Was heißt hier zu kurz? — Jetzt schön ruhig bleiben, seit zwei Minuten misst der nette Herr von der Zulassungsstelle am neuen Kennzeichen rum. Dabei ist es doch wohl logisch: Am frisch importierten Ami, findet ein Backblech-großes Schild keinen Platz. Aber Vorsicht: Die Beamten sind im Zweifel verpflichtet nachzumessen.

Wurde beim Schildermacher mit der Kennzeichenlänge rumgetrickst, verweigern sie das Aufkleben der Plaketten. Grund: Kennzeichenform und -größe sind in einem Anhang der StVZO und einer DIN genau geregelt. Da bleibt wenig Raum für Ausnahmen. Was durchaus Sinn macht – denn die Schilder dienen der schnellen Identifizierung.

Außerdem hätten Fälscher ohne genaue Regeln zu Aussehen und Größe leichtes Spiel. Nur schade, dass Oldie- oder Exotenliebhaber beim Wunsch auf ein passendes Schild für ihren Liebling oft auf taube Behördenohren stoßen – denn etwas Spielraum ist durchaus drin:

Wenn der Platz nicht reicht ...

• Reicht der am Auto vorgesehene Platz nicht aus, möglichst zweioder dreistellige Buchstaben-Ziffern-Kombinationen wählen. Die sind von der StVZO für Exoten und Motorräder vorgesehen.

• Wird es selbst mit kurzer Nummer knapp, besteht die Möglichkeit, mit Engschrift weiteren Raum zu sparen. Dafür wird je nach Zulassungsstelle eine Vorführung des Fahrzeugs oder ein Gutachten verlangt.

• Lässt sich immer noch kein passendes Kennzeichen finden, kann die Zulassungsstelle den Umbau der Nummernschildaufnahme verlangen. Der Aufwand darf aber nicht unverhältnismäßig hoch sein. Als Daumenwert gelten Kosten bis zu zehn Prozent des Fahrzeugwerts. Wer nicht umbauen will, muss die Unzumutbarkeit durch das Gutachten eines Fahrzeugsachverständigen nachweisen. Stellt der fest, dass Veränderungen am Auto nicht zu vertretbaren Kosten machbar sind, kann die Zulassungsstelle ein kleines, zweizeiliges Leichtkraftradkennzeichen vergeben.

Was sonst zu beachten ist ...

Die von Roadster-Fans so heiß begehrten Aufkleberschilder haben kaum eine Chance. Grund: Sie sind nicht geprägt, entsprechen nicht der DIN, werden, wenn überhaupt, nur von obersten Behördenstellen abgesegnet. Besitzer des alten Kennzeichens ohne Euro-Feld brauchen dagegen keine Angst um ihr schlichtes Blech zu haben. Es besitzt Bestandsschutz, darf sogar nach vorübergehender Stilllegung weiter verwendet werden.

Tipp: Achten Sie beim Abmelden auf die Frist von 18 Monaten, um die Nummer nicht zu verlieren. Denn ist die Zeitspanne abgelaufen, gilt Ihr Fahrzeug als endgültig aus dem Verkehr gezogen. Das Kennzeichen wird nach kurzer Pause neu vergeben. Möchten Sie die Initialen der Ehefrau aufs Blech prägen? Kein Problem. Gegen eine Gebühr von rund zehn Euro bieten Behörden Wunschkennzeichen an.

Schwierig kann es mit der Wunschnummer beim Fahrzeugwechsel werden, denn Kennzeichen sind fahrzeuggebunden, bleiben nach dem Verkauf am Wagen. Viele Behörden bieten aber die Möglichkeit, das alte Kennzeichen zum neuen Auto mitzunehmen. Die Bedingungen sind unterschiedlich. Deshalb rechtzeitig bei der Zulassungsstelle nachfragen.

Noch mehr zu den Maßen und der FE-Schrift findet sich unter diesem Link.

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