Audi gegen BMW: Markenduell, Teil 2

Audi Q5 BMW X3 Audi A8 BMW 7er

Audi gegen BMW: Markenduell, Teil 2

— 24.09.2010

Das große Bayern-Duell geht weiter

Drei Siege in fünf Duellen – BMW führt nach dem ersten Teil des großen Vergleichs gegen Audi. Weitere vier Vergleiche entscheiden über die Marken-Krone. Und: Wir ordnen den neuen X3 ein.

Zu hart gefedert, zu eng, zu wenig Platz, zu kleiner Kofferraum, und mit der Materialanmutung steht es auch nicht gerade zum Besten – so könnte man den bisherigen BMW X3 definieren. Na ja, zumindest wenn er im direkten Vergleich auf den Konkurrenten Audi Q5 trifft. Das wird sich ändern. Eine erste Gegenüberstellung des neuen X3 (Markteinführung im November 2010) mit dem Q5 zeigt, dass es Audi künftig mit einem deutlich gefährlicheren Rivalen zu tun bekommt. Der BMW ist ein entscheidendes Stückchen gewachsen (plus acht Zentimeter Länge), bietet nun auch ordentlich Raum für Passagiere und Gepäck. Die Sitzprobe zeigt, dass besonders im Fond wertvolle Zentimeter hinzukommen – vor den Knien und an den Ellenbogen kneift nichts mehr, gefühlt herrscht im Vergleich zum Q5 erstmals unentschieden.

Auch bei der Qualität will sich BMW fortan keine Blöße mehr geben. Feinere Oberflächen und eine gehörige Portion 5er-Appeal werten das Cockpit deutlich auf. Vom Oberklasse-BMW erbt das kompakte SUV die edle Mittelkonsole mit iDrive-Stellknopf, Joystick-Wählhebel (für die Achtstufenautomatik) und Tasten für die Fahrhilfen. Zudem darf der X3 endlich das vollständige Efficient-Dynamics-Paket zum Spritsparen nutzen. So sind die intelligente Lichtmaschinenregelung und das Start-Stopp- System – analog zum Audi Q5 TDI – nun auch für das SUV verfügbar. Das soll den Verbrauch eines X3 20d Automatik von 6,5 auf spärliche 5,6 Liter drücken. So unterbietet er einen Audi Q5 2.0 TDI S tronic um bemerkenswerte 1,4 Liter. Ob er schneller, dynamischer und leiser fährt, kann natürlich nur ein erster Vergleichstest zeigen – aber nach BMW-Versprechen werden auch die Fahrqualitäten des kompakten SUV dem Ingolstädter Konkurrenten schwer zusetzen.

Hier geht es zum ersten Teil des großen Markenvergleichs Audi gegen BMW

Ganz klar vorne: In Sachen Fahrdynamik hängt der BMW X3 den Audi Q5 ab.

Fest steht bereits, dass dem neuen 20d mehr PS (184 statt 177), mehr Drehmoment (380 Newtonmeter statt 350) und eine Gangstufe mehr als beim Audi zur Verfügung stehen werden. Im Sprint von null auf 100 km/h nimmt der BMW dem Audi über eine Sekunde ab, in der Höchstgeschwindigkeit übertrumpft er den Q5 mit 210 Kilometern pro Stunde gegenüber 200 km/h klar. Das Thema Handling behandelt BMW erwartungsgemäß kompromisslos: Gegen Aufpreis wird der X3 dank variabler Lenkübersetzung besonders zackig wedeln, ein elektronisch geregeltes Hinterachsdifferenzial und heckbetont ausgelegter Allradantrieb sollen die Agilität weiter erhöhen. Ganz klar: Hier wirft BMW seine gesamte Sportwagen-Kompetenz in die Waagschale. Bei aller Dynamik will der neue X aber auch ein Held der Arbeit sein.

Hinter der elektrisch öffnenden Heckklappe (gegen Aufpreis) fasst der Kofferraum mindestens 550 Liter Gepäck – somit zehn Liter mehr als der Q5. Leider verzichtet BMW aber auf die im Audi eingesetzte verschiebbare Rückbank. Auch den Assistenzsystemen (zum Beispiel Spurhaltefunktion) hat BMW allenfalls ein Head-up-Display entgegenzusetzen. Bleibt also der Preis als entscheidendes Argument? Nicht wirklich. In der Basis trennen die beiden gerade 300 Euro. 39.100 (BMW) zu 39.400 Euro. Es wird eng.

Weitere Details zum Duell zwischen Audi und BMW finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
Markenduell Audi gegen BMW, Endergebnis
Kleinwagen Audi A1 : Mini 1:0
Oberklasse Audi A6 : BMW 5er 0:1
Mittelklasse Audi A4 : BMW 3er 1:0
Supersportler Audi R8 : BMW M6 0:1
SUVs Audi Q7 : BMW X5 0:1
Luxusklasse Audi A8 : BMW 7er 1:0
Roadster Audi TT : BMW Z4 1:0
Kompaktklasse Audi A3 : BMW 1er 1:0
Sportcoupés Audi RS 5 : BMW M3 0:1
Endergebnis Audi : BMW 5:4
Jan Horn

Jan Horn

Fazit

Dem moderneren, effizienteren und größeren Q5 hatte der betagte X3 bislang wenig entgegenzusetzen. Aber BMW hat aufgerüstet. Der neue SUV soll sparsamer sein, dazu wird er größer und komfortabler. Zudem legt er qualitativ zu, ohne preislich abzuheben. Achtung, Audi!

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