Audi/Porsche: Neuheiten — 21.12.2010
Porsche löst Audi als Sportchef ab
Porsche wird bald groß auftrumpfen: Mit dem neuen 911er und der Tatsache, das die Zuffenhauser im Konzern die Basis-Architektur für Sportler und große Limousinen entwickeln sollen. Und was macht Audi?
Überblick: Alle News und Tests zum Porsche 911
In Ingolstadt werden sie die Entscheidung nicht ohne Knurren hingenommen haben. Zu sehr hat Audi in der Vergangenheit auf PS gesetzt – der Knatsch im Konzern scheint programmiert. Im September 2011 wird Porsche demonstrieren, wer in der deutschen Sportwagenhierarchie oben rangiert. Zur IAA feiert der neue 911 Premiere. Wie unsere Exklusiv-Bilder beweisen, erleben wir keinen lauen Aufguss des aktuellen Modells, sondern ein komplett neues Auto. Straffer, kantiger und ganz neu proportioniert: Der Elfer wächst um 56 Millimeter auf 4,49 Meter Länge, legt um das gleiche Maß in der Breite zu, duckt sein Dach elf Millimeter tiefer. Trotzdem soll der Sportler um 20 Kilogramm leichter werden – warten wir's ab. Vom längeren Radstand (plus zehn Zentimeter) profitieren der gewachsene Innenraum wie auch die Querdynamik. Das neue Cockpit erinnert im Stil an den Panamera, allerdings wird die schmalere Mittelkonsole den Insassen mehr Platz einräumen. Hinten baut Porsche eine neue Mehrlenkerachse ein, die Räder wachsen auf 19 Zoll beim Basis-Elfer und 20 Zoll am S-Modell.Überblick: Alle News und Tests zu Porsche
Bei den Motoren – Achtung! – wird der Hubraum erstmals wieder schrumpfen: Der Basis-Boxer mit nur noch 3,4 statt 3,6 Litern legt dennoch auf 350 PS zu (0–100 km/h 4,8 s, Spitze 289 km/h). So sinkt der Normverbrauch um 13 Prozent auf 8,5 Liter. Das S-Modell bleibt beim 3,8-Liter-Boxer, der künftig 400 PS leistet (4,5 s, 302 km/h Spitze) und mit 9,1 Litern 14 Prozent weniger schlucken soll. Pünktlich zur Messe startet der Verkauf des neuen Elfers. Das Flaggschiff übernimmt Matthias Müller ebenso fertig entwickelt wie die neuen Boxster und Cayman, die ab 2012 auf den Markt kommen. Zu früh für den zweiten großen Job des Porsche-Lenkers, der einen Baukasten für alle Sportwagen im Konzern kreieren muss –und damit auch bei Audi anecken könnte. Das erste Produkt dieses Baukastens ist bereits beschlossen: Der kleine Mittelmotor-Porsche, der angeblich 550 heißen soll, steht auf einer gemeinsamen Plattform, die für Audi und VW in Porsches Denkfabrik Weissach entwickelt wird. Im Prinzip ein veränderter Boxster, doch allein durch Übernahmeteile aus dem Konzern-Regal wollen die Schwaben rund 2500 Euro pro Auto einsparen.Während Audi in den R5 seinen Fünfzylinder-Turbo einbauen möchte, setzt VW beim BlueSport auf preiswerte Reihenvierzylinder. Porsche plant zwei neue Turbo-Boxer – einen 1,6-Liter-Motor mit gut 200 PS für den 550 und einen 2,5-Liter mit rund 350 PS für Boxster/Cayman. Auf gleicher Basis entstehen (wohl auch für den 911) drei Sechszylinder mit drei Liter und vier Liter Hubraum. Angepeilt sind Leistungsstufen von 400, 500 und 600 PS. Deutlich mehr Arbeit erwartet Matthias Müller beim geplanten Sportwagen-Baukasten: Der soll die nächsten Generationen aller Konzern-Kracher zusammenführen – vom Elfer bis zum Nachfolger des Lamborghini Aventador. Oder sogar bis zu Porsches angedachtem Mittelmotor-Überflieger, der mit Leichtbau gegen den Ferrari 458 Punkte sammeln soll. Als Basis dient der 918 Spyder, aus dem sich ein bildschönes Coupé zaubern lässt. Mit dem 600 PS starken V8-Biturbo könnte ein verführerischer Gegenpol zum Hybrid-Spyder entstehen. Eine teure Angelegenheit, aber die Integration in den Baukasten würde den Supersportwagen deutlich günstiger machen.
Überblick: News und Tests zu Audi
Stuttgart erhält die Sportwagen-Hoheit, Audi regiert im Baukasten für längs eingebaute Motoren, wozu Porsches nächster SUV zählt. Der Cajun, wie der Zweitürer heißen soll, ist ein zweitüriger Q5 in Coupé-Optik. Natürlich bekommt der Porsche ein markentypisches Gesicht, mehr Leistung und den sportlicher abgestimmten Allradantrieb. Nach diesem Vorbild wird sich auch der nächste Q7 technisch an seinen Modellbruder Cayenne heranrobben. Der Audi soll mit Alu-Karosserie und leichterem Chassis um 400 Kilo abspecken. Der V12-TDI entfällt, ein V8-Diesel gilt im Cayenne als gesetzt. Doch das delikateste Problem, das Porsche-Chef Müller angehen muss, wartet in der sportlichen Oberklasse, wo ein sogenannter Modularer Standard-Baukasten (MSB) Geld sparen soll. Der Plan: Unter Porsche-Regie werden so unterschiedliche Autos konzipiert wie der Nachfolger des aktuellen Panamera, alle künftigen Bentley sowie die großen Coupés von Audi (A9) und Lamborghini.Weitere Details zum Bruderkampf zwischen Porsche und Audi gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel finden hier als Download. Ab Mittwoch auf autobild.de: Porsche gegen Audi – der große Vergleich in allen Klassen!
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Kommentare zum Artikel (41)
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Ich finde die Pläne machen Sinn. Um die Produktion im Land halten zu können, sind Sparmassnahmen immer notwendig. Der Kunde merkt davon nichts.
911er: Super, es war höchste Zeit dass der 911er innen grösser und hochwertiger wurde.
Boxter: Sollte den 6-Zyl. beibehalten, als Einstiegs-911er. Hoffentlich innen anders als der 911.
550: Finde die 4-Zyl. Boxer Idee toll, fände hier auch d- und e-Versionen gut.
Panamera: Bitte keine Lang-Version, kommt ja über keinen Hügel. Könnte mir hier aber einen Shooting-Brake vorstellen. Ferry Porsche bekam mal einen langen 928er zum Geburtstag ...
@s1L: Das tut fast schon ein wenig weh ... *kopfschüttel*
Die Zeiten in denen bei BMW die Masse des Gewichts vorne lag sind doch lange vorbei. die sind ungefähr 50/50 oder sogar leicht hecklastig (hängt natürlich auch von motor, etc. ab). Natürlich ist ein Golf auf Schnee beim Anfahren besser, hat ja 2/3 seines Gewichts vorne. Bei höherer Geschwindigkeit und allen anderen Fahrbahnbegebenheiten ist die Kopflastigkeit aber von Nachteil.
Fahr also weiter Deinen Fronttriebler und genieße das Anfahren im Schnee und ich genieße die restlichen 360 Tage die grandiose Lenkung ohne Antriebseinflüsse und die Traktion auf Nässe und im Trockenen;-)
Meine güte grausig, wie ahnungslos einige hier sind die Physik kann man nicht ausser Kraft setzen. Bei allen Hecktrieblern von BMW und Mercedes sitzt der Motor sowie das Getriebe vorn, und der antrieb hinten, da vorne mehr Gewicht ist und dieses Gewicht erstmal bewegt werden muss kann der Fronttriebler nur besser vorran gehen
Porsche war mal was von 1977-1995 dann wurde der 928er eingestellt, seitdem gehts bergab, finanziell natürlich nicht aber wer will schon nen 997 der an jeder Ecke steht und in den USA zum Kleinwagenpreis erhältlich ist...