Audi/Porsche: Neuheiten
Porsche löst Audi als Sportchef ab

Porsche wird bald groß auftrumpfen: Mit dem neuen 911er und der Tatsache, das die Zuffenhauser im Konzern die Basis-Architektur für Sportler und große Limousinen entwickeln sollen. Und was macht Audi?
- Georg Kacher
Matthias Müller wirkt erstaunlich gelassen. So, als hätten sich seine Aufgaben nicht über Nacht verdoppelt. Als wäre der Manager nicht schlagartig verantwortlich für einen der wichtigsten Jobs im VW-Reich: Der neue Porsche-Chef steuert ab sofort auch den Kurs aller Sportwagen im Konzern – was durchaus wörtlich zu nehmen ist. Zur turnusmäßigen Abnahmefahrt künftiger Neuheiten bricht er im lockeren Outfit nach Südafrika auf: Timberlands, Jeans, Sportsakko, Strahlemannblick. Doch das Büro, das Müller gerade in Stuttgart bezogen hat, ziert neben diversen Modellautos auch ein verbogener Begrenzungspfosten. Stummer Zeuge eines Unfalls mit einem Prototyp – und symbolisch ein Warnsignal, dass der Neuling anecken könnte. "Wir sind uns alle einig, dass Porsche in Zukunft für die sportlichsten Autos im Konzern verantwortlich sein soll", sagt Müller. Wirklich alle?
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Bild: Larson
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Während Audi in den R5 seinen Fünfzylinder-Turbo einbauen möchte, setzt VW beim BlueSport auf preiswerte Reihenvierzylinder. Porsche plant zwei neue Turbo-Boxer – einen 1,6-Liter-Motor mit gut 200 PS für den 550 und einen 2,5-Liter mit rund 350 PS für Boxster/Cayman. Auf gleicher Basis entstehen (wohl auch für den 911) drei Sechszylinder mit drei Liter und vier Liter Hubraum. Angepeilt sind Leistungsstufen von 400, 500 und 600 PS. Deutlich mehr Arbeit erwartet Matthias Müller beim geplanten Sportwagen-Baukasten: Der soll die nächsten Generationen aller Konzern-Kracher zusammenführen – vom Elfer bis zum Nachfolger des Lamborghini Aventador. Oder sogar bis zu Porsches angedachtem Mittelmotor-Überflieger, der mit Leichtbau gegen den Ferrari 458 Punkte sammeln soll. Als Basis dient der 918 Spyder, aus dem sich ein bildschönes Coupé zaubern lässt. Mit dem 600 PS starken V8-Biturbo könnte ein verführerischer Gegenpol zum Hybrid-Spyder entstehen. Eine teure Angelegenheit, aber die Integration in den Baukasten würde den Supersportwagen deutlich günstiger machen.
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Bild: futurecarProject
Weitere Details zum Bruderkampf zwischen Porsche und Audi gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel finden hier als Download. Ab Mittwoch auf autobild.de: Porsche gegen Audi – der große Vergleich in allen Klassen!
Fazit
Porsche punktet schon vor der Übernahme durch VW – die Denkfabrik wird wichtiger denn je. Zwei Projekte dürften die Sportwagen- Welt ganz schön durcheinanderwirbeln: die künftige Mittelmotor-Palette vom Porsche 550 bis zum 600 PS starken V8 GT sowie das Aufblühen der Sport- Limousinen. Bald fließt mehr Porsche- Blut in den starken Konzern- Autos.
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