Selbstfahrender Tesla Model S: Tödlicher Unfall

Autonomes Fahren: Tesla Autopilot

— 29.11.2016

Starttermin für den Autopilot

Wann kommt denn nun der Autopilot 8.1 für Model S und X? Tesla-Chef Elon Musk gibt auf Twitter Antwort. Mit Video: Das kann der Autopilot!

Die ersten Tesla Model S und Model X mit der neuen Hardware sind ausgeliefert. Doch die Mitte Oktober 2016 vorgestellten neuen Features des Autopiloten laufen noch nicht. Wann geht's endlich los mit Version 8.1, fragte ein Tesla-Besitzer den Firmen-Chef Elon Musk über Twitter. Der antwortete prompt: In etwa drei Wochen (gerechnet ab dem 27. November) sei es so weit. Die Features würden in den kommenden Monaten dann "schrittweise" aufgespielt.

Video zeigt autonome Fahrt im Nebel

Zwei Fußgänger irritierten den Tesla, er bremste unnötig ab. Der einzige Wackler im Hersteller-Video.

Was die neue Autopilot-Version angeblich kann, demonstriert ein Hersteller-Video. Zeigten frühere Demos "einfache" Fahrten auf dem Highway (und dafür war Autopilot Version 1 als unterstützendes System auch gedacht), geht's nun ein Level höher: durch ein Wohngebiet und über kurvenreiche Straßen, sogar bei leichtem Nebel. Im Video meistert der Tesla alle Situationen mühelos, erkennt Schilder, andere Fahrzeuge und Fußgänger ohne Probleme. Letztere fast zu gut: Einmal verwirren ihn zwei Jogger am Straßenrand, das Auto bremst unnötig ab. Offenbar nach dem Motto: Lieber einmal zu oft bremsen als einmal zu wenig! Insgesamt ist die Performance beeindruckend. Von einem autorisierten Hersteller-Video war aber auch nichts anderes zu erwarten.

Kalifornien will Begriff "Autopilot" verbieten

Kalifornien plant, den Begriff "Autopilot" in Tesla-Werbung zu verbieten.

Ob die neue Version die seit Monaten andauernde Diskussion um den Autopiloten entschärft? Erst am 16. Oktober 2016 hatte das Kraftfahrtbundesamt (KBA) einen Bericht der BILD am SONNTAG bestätigt, es habe den US-Konzern in einem Brief aufgefordert, "nicht weiter den irreführenden Begriff Autopilot für das Fahrassistenzsystem des Fahrzeugs zu verwenden". Die Eigentümer von Tesla-Elektroautos hatte das KBA bereits davor gewarnt, sich beim Fahren alleine auf das Assistenzsystem zu verlassen. Derzeit plant bereits der US-Bundesstaat Kalifornien, wo der Firmensitz von Tesla ist, Werbung mit dem Begriff Autopilot zu verbieten, meldet die WELT. Dem Gesetzentwurf zufolge dürfe kein Fahrzeug als autonom fahrend beworben werden, solange es nicht tatsächlich selbstständig ohne Eingriff eines Menschen fahren kann.

Sicherheitsdebatte nach tödllichen Unfällen

Künftig setzt das Model S beim Autopilot stärker auf Radar statt auf Sensoren.

Seit Monaten läuft eine Debatte über die Sicherheit des Assistenz-Systems, nachdem zwei tödliche Unfälle mit dem Autopiloten in den USA und China bekannt geworden waren. Zuletzt hatte ein Gutachten vor dem Fahrassistenzsystem im Tesla Model S gewarnt, hatte das Magazin "Spiegel" gemeldet. Danach gehe vom "Autopilot" eine erhebliche Verkehrsgefährdung aus, berichtete das Magazin am 7. Oktober 2016 und berief sich dabei auf ein internes Gutachten im Auftrag des Verkehrsministeriums. Das Ministerium teilte auf Reuters-Anfrage mit, es gebe im eigenen Haus noch keine abschließende Bewertung zu der Autopilot-Funktion. Im September 2016 gab es auch in Deutschland einen Unfall mit einem Leichtverletzten, bei dem ein im Autopilot-Modus fahrender Tesla Model S einen Reisebus gerammt hatte. Zahlreiche Hersteller setzen für die Zukunft auf das sogenannte autonome Fahren. Der Erfolg der neuen Technologie dürfte in erster Linie von ihrer Sicherheit abhängen.

Radar schlägt Kamera

Zuletzt hatte Tesla angekündigt, beim Autopiloten im Model S künftig stärker auf Radar als auf Kameras zu setzen. Als Reaktion auf die jüngsten Unglücke hatte der Hersteller reagiert, und die verkauften Autos mit einem Software-Update nachgerüstet. Bei einem tödlichen Unglück im Mai war ein Mann in den USA im Tesla ums Leben gekommen, weil Sensoren des Autos im Autopilot-Modus offenbar einen querenden Lkw nicht erkannt hatten.

So funktioniert das autonome Fahren

Autonomes Fahren – was ist möglich, was erlaubt? Autonomes Fahren – was ist möglich, was erlaubt? Autonomes Fahren – was ist möglich, was erlaubt?

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'Würden Sie dem Computer das Steuer überlassen?'

Tesla-Gründer und CEO Elon Musk kündigte das Software-Update für den "Autopilot" selber an. Das System sollte per Funk auf alle ab Oktober 2014 ausgelieferten Modelle aufgespielt werden. Elon Musk räumte ein, dass der tödliche Unfall möglicherweise mit Hilfe aktualisierter Radarsensoren hätte verhindert werden können. Tesla setzt stärker auf Radar, weil diese Technik weniger von Wetterverhältnissen beeinflusst wird. Um die Sicherheit bei der Nutzung des "Autopilots" noch weiter zu erhöhen, wird die Technik so abgeändert, dass der Fahrer die Hände dauerhaft am Lenkrad behalten soll. Merkt der Wagen, dass der Fahrzeugführer die Hände vom Mann Steuer nimmt, schaltet sich der "Autopilot" automatisch ab, und kann erst nach einem Stopp wieder eingeschaltet werden.

Unglücks-Tesla war zu schnell

Der Tesla-Autopilot arbeitet mit mehreren Erkennungs- und Sicherheitsfunktionen.

Tesla überprüft bereits, wie beim tödlichen Unfall in den USA der herannahende Lkw sowohl der Kamera als auch dem Radar entgehen konnte. Auch forschten die Mitarbeiter daran, ob das Radar des automatischen Bremssystems eventuell den weißen Lkw-Anhänger gesichtet, die Informationen aber nicht an den Bremsassistenten weitergegeben habe, sagte ein Mitarbeiter. Das Ergebnis dieser Untersuchung mündete möglicherweise in das jetzt erfolgte Software-Update. Klar ist mittlerweile, dass der Unglücks-Tesla schneller als erlaubt unterwegs war. Das Model S habe laut gespeicherter Fahrzeugdaten eine Geschwindigkeit von rund 120 km/h gehabt, teilte die verantwortliche US-Ermittlungsbehörde NTSB in einem ersten vorläufigen Bericht mit. Erlaubt waren auf dem Abschnitt rund 105 km/h.

Spielen oder Schlafen am Steuer

Internetvideos zeigen Tesla-Fahrer mit Urvertrauen in das Autopilot-System.

Die Sorgen des Tesla-Chefs, wonach die Kunden zu sorglos den Autopiloten nutzen, scheinen begründet: Obwohl der Tesla-Autopilot noch in der Testphase ist, zeigen sich viele Tesla-Fahrer auf Youtube beim Spielen oder Schlafen in ihrem Auto. Immer mehr Fahrer scheinen dem System zu vertrauen. Und dabei zu vergessen, dass der Autopilot ihr Elektroauto nicht zu einem vollautonem Wagen macht.

Tesla gibt weitere Autopilot-Unfälle zu

Bereits Anfang Juli 2016 hatte Tesla weitere Unfälle bei Fahrten mit der Technik bestätigt – allesamt ohne Todesfolge. Ein Sprecher nannte gegenüber dem "Wall Street Journal" allerdings keine konkrete Zahl. Die Zeitung sprach von "einer Handvoll" Fälle, mit denen die Technik in Verbindung gebracht werde. Tesla betonte zugleich, bei Fahrten mit eingeschaltetem Autopilot passierten Unfälle seltener als bei komplett manueller Steuerung.

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