BMW DriveNow: Car-Sharing als neuer Markt

— 22.03.2011

BMW steigt mit Sixt ins Car-Sharing ein

Immer mehr Menschen wollen kein eigenes Auto mehr besitzen und greifen bei Bedarf auf das Angebot von Verleihern zurück. Nach Daimler steigt nun auch BMW in das neue Geschäftsfeld ein.



(dpa) Ein Auto? Ja, aber nicht für immer. In Großstädten verzichten immer mehr Menschen auf einen eigenen Wagen und leihen sich nur für den Großeinkauf oder den Sonntagsausflug an den Stadtrand kurz einen aus: Carsharing-Anbieter freuen sich über ein rasantes Wachstum. Spätestens mit dem Einstieg vom Autokonzern Daimler in das Carsharing hat das Teilzeit-Auto die Öko-Nische verlassen. Nun steigt auch noch BMW ganz groß ein. Ab April 2011 stellt BMW zusammen mit Sixt in München und Berlin 800 Minis und 1er BMW  auf die Straße, die für 29 Cent pro Minute ausgeliehen werden können - Benzin inklusive. "Wir spüren, dass hier ein neuer Markt entsteht, der unsere Mobilität in absehbarer Zukunft deutlich verändern wird", sagte Sixt-Vorstand Detlev Pätsch am Montag (21. März) in München.

Überblick: News und Tests zu BMW

BMW stellt die Wagen innerhalb der Stadt auf die Straße. Verfügbare Autos können sich die Nutzer im Internet oder per Smartphone anzeigen lassen.

Das eigene Auto verliert nach Einschätzung von Verkehrsexperten langfristig immer weiter an Bedeutung. Vor allem für junge Leute ist es schon jetzt nicht mehr das Statussymbol wie für die "Generation Golf". "Die Freiheit, ohne Auto leben zu können, gewinnt heute an Wert", beschrieb Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des Verkehrsclubs Deutschland, vor wenigen Wochen den Zeitgeist. Als öffentliches Fahrzeug sieht er für das Auto aber eine glänzende Zukunft: Als Taxi, Carsharing-Fahrzeug oder Leihwagen. Die Zahlen geben ihm recht: Allein im vergangenen Jahr legte die Zahl der Car-Sharing-Nutzer in Deutschland nach Angaben des Bundesverbandes CarSharing um 20 Prozent auf rund 190.000 zu.

Immer mehr Teilnehmer: Carsharing in Deutschland

Die großen Autohersteller haben den Sinneswandel ihrer Kundschaft erkannt und arbeiten an Lösungen, mit denen sie trotzdem Kasse machen können. Denn ganz ohne Auto wollen die Menschen auch nicht sein. Daimler startete bereits im Jahr 2008 sein Car-Sharing-Projekt Car2Go mit dem Smart und dehnt es nach Versuchen in Kleinstädten nun auf die Millionenstadt Hamburg aus. VW arbeitet an einem Car-Sharing Konzept und auch die Konkurrenz aus dem Ausland hat den deutschen Markt im Blick: Der französische Autokonzern Peugeot-Citroen will nach einer Testphase in Berlin sein Miet-Konzept "Mu" in ganz Deutschland anbieten.

Damit machen die großen Konzerne massiv den alteingesessenen Car-Sharing-Anbietern Konkurrenz. In München etwa wurde der Anbieter Stattauto bereits 1992 gegründet und arbeitet heute als sozialer Betrieb mit einem nahezu flächendeckenden Netz dutzender Abholstationen in der ganzen Stadt. Im Durchschnitt teilen sich 20 bis 25 Teilnehmer ein Fahrzeug. Stand früher beim geteilten Auto für viele Nutzer die finanzielle Ersparnis und der Umweltschutz im Vordergrund, sind es heute auch ganz praktische Erwägungen: Um einen Parklatz vor dem Haus müssen sich Car-Sharing-Nutzer genauso wenig kümmern wie um die lästige TÜV-Untersuchung oder die Winterreifenmontage. Die Autos lassen sich bequem per Internet buchen. BMW verzichtet sogar vollständig auf feste Stationen, sondern stellt die Wagen innerhalb des Stadtgebiets auf die Straße. Verfügbare Fahrzeuge können sich die Nutzer im Internet oder unterwegs auf ihrem Smartphone anzeigen lassen und mit einem Chip auf dem Führerschein öffnen und starten - selbst der Autoschlüssel ist überflüssig.

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