BMW X1/Subaru Forester/Land Rover Freelander: Test

— 16.09.2013

Die neue Turbokraft

Turbobenziner sind für Subaru ein alter Hut, obwohl der Forester ganz neu ist. Für BMW X1 und Land Rover Freelander kamen diese Motoren erst spät ins Programm.



Turbo – wer erinnert sich noch an die in den 1980er-Jahren im Kaufhaus oder an der Tankstelle erhältlichen Schriftzüge, mit denen viele krafthungrige Autofahrer ihre lahmen Vehikel dekorierten. Audi und Subaru waren die Turbo-Pioniere der 1980er-Jahre. Weil sie keine großvolumigen Motoren hatten, bliesen sie mit dieser Technik ihre eigentlich zu kleinen Motoren auf die Leistungswerte der arrivierten Hersteller. Der Turbolader also nur als Hilfskrücke für zu klein geratene Motörchen? Damals ja, heute nein. Denn auch Hersteller, die die großen Maschinen im Regal liegen haben, greifen inzwischen zum kleinen Turbomotor. Was bringt das? Weniger Verbrauch – jedenfalls bei sanfter Fahrweise.

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Glänzende Kombination: Der Motor des X1 harmoniert bestens mit der famosen ZF-Automatik.

Dass es Autos gibt, die vernünftige Fahrweise besonders belohnen, zeigt in diesem Vergleich der BMW. Klar, der X1 profitiert auch vom geringeren Luftwiderstand seiner flacheren Karosserie. Aber vor allem sind Turbomotor und das achtstufige Automatikgetriebe annähernd perfekt aufeinander abgestimmt. Die Folge sind nicht nur die besten Fahrleistungen, obwohl der BMW nicht stärker und nicht leichter ist als beispielsweise der Subaru. Aber vor allem profitiert der Benzinverbrauch. Trotz des Vollgasanteils auf unserer Messstrecke liegt der Verbrauch des BMW erheblich niedriger als der von Subaru und Land Rover, die ebenfalls mit Zweiliter-Turbobenzinern und Automatikgetriebe antraten. 8,5 Liter/100 km im Test – das sind 2,5 Liter weniger Verbrauch als der Subaru und 3,4 Liter weniger als der Land Rover. Wie macht der X1 das? Er nutzt konsequent die Sparmöglichkeiten des kleinen Motors. Sobald bei Kolonnenfahrt oder beim normalen Beschleunigen kein Vollgas gefragt ist, nutzt die famose ZF-Automatik (2100 Euro Aufpreis) niedrige Motordrehzahlen. Auch bei zügiger Beschleunigung schaltet sie meist schon bei 2500 Touren in den nächsthöheren Gang und nutzt das durch den Turbolader aufgeplusterte Drehmoment des Motors statt seine durchaus vorhandene Drehfreude.

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Der Turbo-Forester wirkt nie lahm, aber nach dem Umsteigen bemerkt man den Unterschied zum BMW.

Kraftlos wirkt auch der Subaru nie. Mit praktisch gleichen Leistungs- und Drehmomentdaten ist sein Rallye-erprobter Turboboxer gesegnet. Er arbeitet mit einem stufenlosen Automatikgetriebe aus Japan zusammen. Obwohl dieses in der Theorie noch bessere Fahrleistungen bei noch weniger Verbrauch ermöglichen müsste, zeigt die Praxis ein ganz anderes Bild. Der Turbo-Forester wirkt nie lahm, aber nach dem direkten Umsteigen bemerkt man schon auf den ersten Metern den Unterschied: Bereits beim Ampelstart verliert der Subaru Meter um Meter. Bei schneller Landstraßenfahrt und im Gebirge sucht die elektronische Getriebesteuerung zuweilen unschlüssig nach der passenden Übersetzung per Gliederkette und Keilrädern. Und bei verhaltener Fahrt nutzt sie eben weit weniger konsequent als das Planetengetriebe im BMW das zweifellos hohe Motordrehmoment des Subaru-Turbomotors. Ergebnis: Der Turbo-Forester wirkt in der Praxis weit weniger spontan und kräftig als nach der Papierform. Und er verbraucht im Test eben diese 2,5 Liter/100 km mehr als der BMW.

Dass es allerdings noch mehr werden können, zeigt der Land Rover. An seinen erschreckenden 3,4 Liter/100 km Mehrverbrauch ist aber nicht der bekannt effizient arbeitende Zweiliter-Turbo von Ford oder die Planeten-Wandlerautomatik schuld, sondern vor allem die Karosserie. Über 200 Kilogramm Mehrgewicht und die wesentlich schlechtere Aerodynamik der zudem 1,91 Meter breiten Kantenform zwingen den Motor zu ständiger Mehrarbeit, um das Tempo zu halten.

Überblick: Alle News und Tests zum Land Rover Freelander

Dickschiff: Der Land Rover Freelander ist das größte Auto des Vergleichs – und verbraucht am meisten.

Der Ford-Motor zieht an sich genauso gut wie der BMW-Vierzylinder oder der Subaru-Boxer, aber im Land Rover hat die Maschine viel mehr zu tun. Zudem verordnet die japanische Automatik oft unnötig hohe Motordrehzahlen, schaltet zu spät hoch und zu früh zurück. Bei schneller Autobahnfahrt stemmt sich der Land Rover heldenhaft gegen den tosenden Fahrtwind und legt deshalb ab Tempo 180 nur noch zäh an Geschwindigkeit zu – kein Auto zum Schnellfahren. Eher zum Genießen. Denn die Si4 genannte Benzinerversion versteht sich nicht als Temposportler, sondern als Komfortantrieb. Und da überzeugt der Land Rover. Der Motor läuft kultiviert, die serienmäßige Automatik ruckt nicht, die betont hohe Sitzposition garantiert besten Überblick, die breite und hohe Karosserie schenkt Raumgefühl, und die kantige Form bringt beste Übersichtlichkeit. Man fühlt sich auch deshalb bestens untergebracht, weil der Brite um Klassen komfortablerfedert als die Konkurrenz. Lange wie kurze Unebenheiten nimmt er gelassen, toleriert dabei sogar extreme Niederquerschnittsreifen, die üblicherweise den Tod des Abrollkomforts bedeuten. Dabei fährt und lenkt sich der Land Rover auch auf kurvenreichen Land- und Bergstraßen stets sicher und verlässlich.

Ein Artikel aus AUTO BILD ALLRAD

Man merkt ihm aber sein Mehrgewicht an, denn in flott gefahrenen Kurven und Serpentinen schiebt er wesentlich früher zur Seite als der betont flinke und agile, dabei aber fast schon nervös wirkende BMW. Der Subaru bildet hier die vielleicht goldene Mitte. Er erkauft sein Kurventempo allerdings mit einer Federungsabstimmung, die vor allem auf kurzen Unebenheiten zu viel Härte zeigt. Diese ausgeprägte Ausrichtung in Richtung Sport wirkt auch im 240 PS starken Turbo-Forester übertrieben. Denn besonders sportlich fühlen sich Motor und Getriebe ja nicht an. Mit Sport haben auch die Sitze nichts am Hut. Mit flachen Konturen und niedrigen Seitenwangen können sie dem Körper bei schneller Kurvenfahrt nur wenig Halt bieten. Dafür gelingt durch die Sitzform der Ein- und Ausstieg herausragend mühelos und bequem.

Wie der Dreikampf der SUVs mit Turbobenziner ausgeht, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt als Download im Online-Heftarchiv.

Die neue Turbokraft

Der vollständige Artikel ist ab sofort in unserem Online-Heftarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden.
Subaru Forester 2.0 XT, BMW X1 28i, Land Rover Freelander 2.0 Si4

Veröffentlicht:

13.09.2013

Preis:

2,00 €

Martin Braun

Martin Braun

Fazit

Der Land Rover sammelt durch günstigen Preis, guten Komfort und hohe Geländetauglichkeit die meisten Punkte. Nachteile: hoher Verbrauch, schlechtere Fahrleistungen. Beim teuren BMW ist es umgekehrt: viel Tempo, wenig Verbrauch, weniger Allroundtalent. Der Subaru liegt dazwischen; nicht sportlich, sondern praktisch.

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