BMW X3/Hyundai Santa Fe: Vergleich
— 12.11.2012Koreas Kampfansage
Von wegen Billigheimer – mit dem Santa Fe wildert Hyundai bei den deutschen Premiumherstellern. Ist der BMW X3 für den Angriff aus Korea gerüstet?
Überblick: Alle News und Tests zum BMW X3
Der X3 war das erste Mittelklasse-SUV eines deutschen Herstellers und ist seit Jahren Marktführer. Ist Hyundai schon so weit, gegen den BMW bestehen zu können – oder läuft der Angriff ins Leere? Der Santa Fe ist wohl der erste Koreaner, der nicht aus reiner Ratio gekauft wird. Das SUV ist eine imposante Erscheinung, gekonnt gestaltet – und beherrscht den Spagat zwischen Baumarkt und Nobel-Boutique mit einer Selbstverständlichkeit, die vor ein paar Jahren für asiatische Autos noch undenkbar war. Kompliment. Ein Auftritt, den BMW mit dem X3 perfektioniert hat. Auch er passt in jeder Lebenslage. Trotzdem fahren beide SUVs ein gutes Stück unter der Neidgrenze – wohl auch, weil sie keine Schickimicki-Gefährte à la Porsche Cayenne sind, sondern vor allem als grundsolide Familientransporter taugen. Mit einer Länge von knapp 4,70 Metern sind Hyundai Santa Fe und BMW X3 zwar rund 20 Zentimeter kürzer als ein Oberklasse-Kombi, bieten aber ähnlich viel Platz.Überblick: Alle News und Tests zum Hyundai Santa Fe
Hier kann vor allem der Hyundai punkten. Er ist sowohl in der ersten Reihe als auch im Fond deutlich geräumiger als sein Konkurrent aus Bayern. Vor allem im Fond können sich lange Passagiere fast schon räkeln. Tolles Detail: die längs verstellbare Rückbank. Der BMW kontert mit der besseren Sitzposition und den bequemen, straffen Sportsitzen, die vielfach verstellbar den Aufpreis von 630 Euro wert sind. Überzeugend bei beiden ist die erhöhte Sitzposition – die Übersicht ist vor allem in der Stadt überragend. Die Geschwindigkeit, mit der die Koreaner bei der Qualität aufgeholt haben, grenzt schon an Hochbegabung, wie der Santa Fe eindrucksvoll beweist. Weiche Kunststoffe, sorgsam zusammengefügt, satt rastende Schalter und das Navigationssystem mit hochauflösendem Display stehen dem BMW kaum nach. Kein Wunder, dass Hyundai viel Vertrauen in sein eigenes Produkt hat – und fünf Jahre Garantie auf den Santa Fe gibt.Hintergrund: So testet AUTO BILD
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Bei der Abstimmung hält der Hyundai nicht mit. Sein Fahrwerk ist straffer, ohne dass der Santa Fe mit ausgeprägter Dynamik auffällt. Er untersteuert im Grenzbereich brav. Harmlos, aber unsportlich. Zumal das ESP den Santa Fe rigide auf Kurs hält. Ein ähnliches Bild bietet sich bei den Motoren. Der BMW wirkt trotz niedrigerer Leistung spritziger, wozu die fantastische Achtstufenautomatik mit ihren unmerklichen Schaltvorgängen und kleinen Drehzahlsprüngen beiträgt. Allerdings läuft der BMW- Vierzylinder rau. Der Hyundai wirkt geschmeidiger und leiser, lässt allerdings jede Dynamik vermissen: Die Sechsstufenautomatik schaltet sanft und träge, gemütlich nimmt der Santa Fe beim Tritt aufs Gaspedal Fahrt auf. Subjektiv ist es kaum zu glauben, dass der 2,2-Liter-Selbstzünder fast 200 PS leistet – das fühlt sich am Steuer nach deutlich weniger an. Zusammen mit dem harten Fahrwerk eine etwas unharmonische Kombination. Unterm Strich ist der BMW deutlich feiner austariert, dem Hyundai fehlt es an Feinschliff. Nicht dramatisch, auch der Santa Fe ist ein richtig gutes Auto geworden – wie das Ergebnis von über 500 Punkten im Test zeigt.Allerdings lässt sich Hyundai die Qualitäten des Santa Fe auch richtig teuer bezahlen. Der Testwagen kommt mit der opulenten Ausstattung "Premium", Technikpaket und Automatikgetriebe auf einen Listenpreis von 45.820 Euro. Obwohl Lederausstattung, Navigationssystem, 19-Zoll-Räder serienmäßig an Bord sind – lieber nicht darüber nachdenken, wie viel das einmal in Mark war. Der BMW kostet (magerer ausgestattet) im Vergleich rund achthundert Euro weniger. Über seinen geringeren Wertverlust gewinnt er das Kostenkapitel. Diese K-Frage ist also auch entschieden.
| Fahrzeugdaten | BMW | Hyundai |
|---|---|---|
| Motor | Vierzylinder, Turbo, vorn längs | Vierzylinder, Turbo, vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
| Nockenwellenantrieb | Kette | Kette |
| Hubraum | 1995 cm³ | 2199 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 135 (184)/4000 | 145 (197)/3800 |
| Nm bei 1/min | 380/1750 | 421/1800 |
| Vmax | 210 km/h | 190 km/h |
| Getriebe | Achtstufenautomatik | Sechsstufenautomatik |
| Antrieb | Allrad permanent | Allrad permanent |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 245/50 R 18 Y | 235/55 R 19 H |
| Reifentyp | Pirelli Pzero | Hankook Ventus Prime 2 |
| Radgröße | 8 x 18" | 7,5 x 19" |
| Abgas CO2 | 147 g/km | 178 g/km |
| Verbrauch* | 6,1/5,3/5,6 l | 8,9/5,5/6,8 l |
| Tankinhalt | 67 l/Diesel | 64 l/Diesel |
| Vorbeifahrgeräusch | 74 dB (A) | 74 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 2400/750 kg | 2000/750 kg |
| Kofferraumvolumen | 550–1600 l | 534–1680 l |
| Länge/Breite/Höhe | 4648/1881–2098**/1661 mm | 4685/1880–2130**/1685 mm |
| Preis (wird bewertet) | 45.080 Euro*** | 45.820 Euro**** |
| * innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km; ** Breite mit Außenspiegeln; ***inkl. Automatikgetriebe 2300 €, 18-Zoll-Bereifung 1150 €, Sportsitze 630 €, dynamische Dämpfer 1100 €, Sportlenkung 200 €; ****inkl. Automatikgetriebe 1800 €, Technikpaket 1640 € | ||
| Messwerte | BMW | Hyundai |
|---|---|---|
| Beschleunigung | ||
| 0–50 km/h | 2,7 s | 3,1 s |
| 0–100 km/h | 8,8 s | 9,6 s |
| 0–130 km/h | 15,3 s | 16,6 s |
| Zwischenspurt | ||
| 60–100 km/h | 5,2 s | 5,6 s |
| 80–120 km/h | 7,0 s | 7,1 s |
| Leergewicht/Zuladung | 1836/479 kg | 1886/624 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 50/50 % | 59/41 % |
| Wendekreis links/rechts | 12,0/11,9 m | 11,5/11,8 m |
| Bremsweg | ||
| aus 100 km/h kalt | 36,8 m | 36,4 m |
| aus 100 km/h warm | 36,7 m | 37,1 m |
| Innengeräusch | ||
| bei 50 km/h | 57 dB (A) | 59 dB (A) |
| bei 100 km/h | 65 dB (A) | 65 dB (A) |
| bei 130 km/h | 68 dB (A) | 70 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 6,7 l D – 178 g/km | 7,5 l D – 200 g/km |
| Reichweite | 990 km | 840 km |
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Kommentare zum Artikel (9)
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Schade, dass man hier in Deutschland nicht neutral testet. Emotionen, Image oder Lifestyle lassen sich eh nicht objektiv testen, aber um so mehr reine Fakten!
Unabhängig ob man das ein oder andere Zubehör benötigt ist ein gut ausgestattetes Auto auch wertvoller.
Der X3 ist sicherlich ein gutes Auto, aber nicht wie hier geäußert günstiger, vergleichbar ausgestattet sogar um einige tausend Euronen teurer!
Zwar ist der X3 von 0-100 Km/h 0,8 sek. schneller, doch wer will sich mit nem SUV sich im Sprint messen! viel wichtiger sind da praxsisorientierte Messungen z. B. Überholen, und da spielt das Drehmoment eine wichtigere Rolle. Auch die Platzverhältnisse, besonders die Zuladung sind gerade bei aktiven Menschen und Familien ein entscheidender Wert. Allein hier ist der Santa Fe um Welten besser
@gmathol. Selten so einen Blödsinn gelesen. Wenn ich mitbekomme was Kollegen, bei VW, Skoda und BMW allein für die Inspektionskosten bezahlen, was soll das denn für ein Wunder sein. Die Werkstattkosten halten sich bei Hyundai absolut im Rahmen. Reine Polemik. Und zu Thema Qualität, Hyundai im AB Report auf Platz 1! Zum Artikel, der BMW hat sich den stärkeren Motor und höhere (für den Leihen kaum wahrnehmbare) Qualität, aber von der Optik und der Ausstattung schlägt der Hyundai den BMW ganz klar. Der BMW wirkt alt und bieder. Und das Image von Hyundai stimmt, eine frische aufstrebende Marke. Passt jedenfalls zu meinem Geldbeutel!
Toyota ist die japanische Übersetzung für " Fabrika Italiono Automobile Torino" ? :-))
Die Werkstattkosten bemerkt man, fall sie denn so hoch werden sollten, aber erst nach 5 (Hyundai) oder 7 Jahren (Kia). Vorher ist Garantie!
Da hat BMW auf jeden Fall noch Nachholbedarf. Wenig Vertrauen in ihre Produkte kann da ja eigentlich nicht der Grund sein, so schlecht sind sie wirklich nicht ;-)
Toyota = japanische Uebersetzung von FIAT. Klar der BMW ist teuer - in der Werkstatt erlebt man dann bei Korea und Co. (Japan) sein blaues Wunder.
Daimler vor 2 Jahren in den USA wegen Korruption angeklagt, in den 80-ern gab es dort eine Klagewelle gegen Audi wegen angeblich defekten Automatikgetrieben (unintended acceleration) usw. usw. . Sie klagen da auch gerne um große Summen :-)
Toyota startet auch wegen Kleinigkeiten einen Rückruf (z.B. "Fensterheberschalter können ausfallen" ), macht auch nicht jeder Hersteller (Stichwort: "stille Updates" bei Inspektion).
Das soll die Anzahl jetzt aber auf keinen Fall beschönigen (12 Millionen Toyotas seit 2009).
Öffentliche Rückrufe aller Hersteller findet man ja z,B. auf der ADAC-Seite