Boxster, TT, Z4, SLK: Roadster im Vergleich

— 13.03.2012

Bewährungsprobe für den neuen Boxster

Ein neuer Porsche ist immer ein Ereignis. Die dritte Boxster-Generation ist mehr, sie könnte der Hit dieses Sommers werden. Ein Vergleich mit Audi TT, BMW Z4 und Mercedes SLK.



Manchmal braucht das Glück nur ein paar Sekunden. Sie reichen aus, um das Verdeck hinter den Sitzen verschwinden zu lassen – und die Welt erscheint in anderen Farben. Während Deutschland noch im Grau des ausklingenden Winters erstarrt, sind wir zum ersten Vergleich des neuen Porsche Boxster mit Audi TT Roadster, BMW Z4 und Mercedes SLK auf den Landstraßen Italiens unterwegs. 20 Grad und Sonnenschein geben einen ersten Vorgeschmack auf den nächsten Sommer. Schnell ist klar: Entgegen ihres Eiscafé-Images sind diese Roadster nichts für Weicheier. Das entspannte Dahingleiten, eingemummelt zwischen allem, was sich irgendwo dranclipsen, ausfahren oder hochdrehen lässt, überlassen sie lieber den Peugeot CC dieser Welt.

Überblick: Alle News und Tests zum Porsche Boxster

Video: Boxster, TT, Z4, SLK

Roadster-Parade

Boxster und Co wollen ernst genommen werden. Und das zu Recht. Am besten genießen die Insassen sie filterlos. Windschott? Verpackt im Kofferraum. Seitenscheiben? Runter damit. Heizung? Aus! Dann entfalten die Roadster ihr ganzes Talent. Draußen auf der Landstraße fährt der neue Boxster fein austariert in einer eigenen Liga. Der gegenüber dem Vorgänger um 6,5 Zentimeter gewachsene Radstand beruhigt das Fahrverhalten. Neutral und ohne jedes Untersteuern umrundet der Boxster selbst enge Kurven. Der Grenzbereich liegt derart hoch, dass es an groben Unfug grenzt, ihn auf öffentlichen Straßen überhaupt erreichen zu wollen – sicher auch ein Verdienst der aufpreispflichtigen 20-Zoll-Räder (2499 Euro). Der überarbeitete Sechszylinder-Boxer beherrscht virtuos alle Tonlagen. Trompetet, sägt und bellt sich so zornig durch das Drehzahlband, wie es eben nur ein Porsche kann. Das Doppelkupplungsgetriebe schiebt zur rechten Zeit den rechten Gang hinein. Die elektromechanische Lenkung arbeitet nicht mehr ganz so präzise wie früher – ist dafür aber auch weniger stoßempfindlich.

Überblick: Alle News und Tests zum BMW Z4

Indifferent: Der BMW Z4 liegt irgendwo im Niemandsland zwischen Cabrio und Roadster.

Das ist aber nur die eine Seite des Boxster. Denn mit dem adaptiven Fahrwerk (Aufpreis: 1428 Euro) kann er auch Komfort. Strecken, die Porsche-Fahrer vor ein paar Jahren noch haben zusammenzucken lassen – alles kein Problem mehr. Den Spagat zwischen Sport und Alltag hat Porsche schon immer besser als alle anderen beherrscht; der Boxster perfektioniert ihn. So sehr, dass die deutschen Konkurrenten plötzlich alt aussehen. BMW Z4 und Mercedes SLK etwa sind nicht Fisch, nicht Fleisch. Beide verheddern sich irgendwo im Niemandsland zwischen Cabrio und Roadster. Ihre vollautomatischen Stahlhelme wehren sich effektiver gegen strenge Winter als die Stoffmützen von Porsche und Audi. Nur den sportlichen Auftritt beherrschen sie ebenso wenig wie das komfortable Reisen. Schade, auch wenn der BMW mit seinem famos klingenden Reihensechszylinder und dem aufmerksamen Doppelkupplungsgetriebe Punkte gegenüber dem technisch etwas altbacken daherkommenden Mercedes gutmacht.

News und Tests zum TT RS

Aus ganz anderem Holz ist der TT RS geschnitzt. Er ist mit aufgerissenen Lufteinlässen und halbstarkem Heckspoiler optisch so laut wie sein Fünfzylinder-Turbo. Aber kein Blender. In etwas mehr als vier Sekunden katapultiert sich der Roadster mit lautem Brüllen auf 100 km/h, erst bei 280 km/h ist Schluss. Dazu passen die schraubstockähnlichen Rennschalen und die knochentrockene Federung. Kann man mögen, muss man nicht, aber der TT RS ist auf jeden Fall ein grundehrlicher Typ. Unterm Strich kann der neue Boxster also den ersten Vergleich gewinnen. Porsche hat dem Roadster systematisch alle Schwachstellen ausgetrieben, ohne dass der Boxster zu perfekt oder gar langweilig ist. Was im Umkehrschluss aber nicht bedeutet, dass Audi, BMW und Mercedes schlechte Autos wären. Auch sie beherrschen das kleine Glück, einfach das Verdeck in ein paar Sekunden hinter den Sitzen verschwinden zu lassen. Ach, wenn doch schon Sommer wär' ...

Weitere Details zu den vier deutschen Roadstern gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

Gut gemacht, Porsche: Den ersten Vergleich mit Audi TT, Mercedes SLK und BMW Z4 kann der neue Boxster für sich entscheiden. Er ist sportlich eine Klasse für sich – ohne auf Alltagsmanieren zu verzichten. Den Spagat schaffen seine Konkurrenten nicht so gut: Der laute TT ist auf Dauer zu stressig, BMW und Mercedes sind zu lasch für reinrassige Roadster.



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