Bundesverband CarSharing kritisiert Dobrindt

Bundesverband CarSharing kritisiert Dobrindt

— 24.04.2015

"Parkplätze nur Symbolpolitik"

Verkehrsminister Dobrindt will Sonderparkplätze für Carsharing-Autos. Der zuständige Bundesverband lehnt dies als "Symbolpolitik" ab. Die Probleme lägen woanders.

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'Soll es mehr Platz für Carsharing in den Städten geben?'

Der "Bundesverband Carsharing" hat sich gegen einen Vorstoß von Verkehrsminister Alexander Dobrindt zur Förderung der Branche gewandt. Der CSU-Politiker plant ein Gesetz, das Carsharern Sonderparkplätze und möglicherweise auch das kostenfreie Parken zubilligt. Der Verband lehnt dieses Vorhaben als "Symbolpolitik" ab. "Kostenlose Stellplätze – das klingt immer gut. Aber in Wirklichkeit wäre das eine Regelung, nach der niemand gefragt hat. Weder die Carsharing-Anbieter, noch ihre Kunden, noch die Städte und Kommunen", erklärte Geschäftsführer Willi Loose in einer Mitteilung. Ein "Herumdoktern" an der Parkraumbewirtschaftung würde zudem die Kommunen viel Geld kosten und habe schon deshalb keine Chance auf praktische Umsetzung. "Echte Förderung sieht anders aus“, so Loose.

Diese Carsharing-Anbieter gibt es in Deutschland

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Stattdessen sei eine bundeseinheitliche Regelung für die Errichtung von Carsharing-Stationen im öffentlichen Raum nötig, um gerade in den Innenstädten die Bereitstellung von Fahrzeugen zu ermöglichen. "Zurzeit müssen Kommunen sich immer irgendwie behelfen und beispielsweise Projekte definieren, um Carsharing-Stationen zu realisieren", erläuterte Verbandssprecher Gunnar Nehrke. Diesen Aufwand würden sich die meisten aber nicht trauen. Die Folge: Häufig bleibt für Anbieter nur privater Grund, um die Autos abseits der Straße zu stationieren, zum Beispiel auf Höfen, Großparkplätzen oder in Tiefgaragen.
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Nehrke kritisierte zudem, dass der Gesetzentwurf dem Bundesverband nicht offiziell zugetragen wurde, der genaue Text unbekannt sei. Immerhin: Wie das Verkehrsministerium AUTO BILD mitteilte, soll unter anderem ein Auswahlwettbewerb ermöglichen, stationsbasiertes Carsharing in den öffentlichen Verkehrsraum zu verlagern. Bei der Auswahl des jeweiligen Anbieters würden auch Umweltorientierung des Unternehmens und die Vernetzung mit dem Nahverkehr zählen. Dies gehe in die richtige Richtung, so Nehrke. Am Ende werde sich eine weitere Umwandlung von öffentlichem Verkehrsraum zugunsten von Carsharing lohnen, so seine Prognose. Denn: Mittelfristig würden so weniger private Parkplätze benötigt. Im Schnitt teilen sich nach Angaben des Bundesverbandes 42 Kunden ein Carsharing-Fahrzeug und ersetzen so bis zu zehn private Pkw.

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