Bußgeld bei Verkehrsverstößen

— 26.10.2012

Strafe nach Gutdünken

Bußgelder für ein und dasselbe Delikt sind bundesweit immer einheitlich? Denkste! Bei "Vorstrafen" kann die Höhe erheblich abweichen. Wo ist es am teuersten und wie kann man sich wehren?

Bußgelder für zu schnelles Fahren können je nach Region unterschiedlich hoch ausfallen – und bis zu 150 Prozent voneinander abweichen. Gegen diese Ungleichbehandlung der Autofahrer regt sich jetzt Widerstand. Zwar ist die Bußgeldhöhe selbst bundesweit einheitlich geregelt. Wer häufiger erwischt wird, kann neben regulären Punkten und Strafzahlungen aber auch noch einen Zuschlag bekommen. Dies liegt im Ermessen der Kreise und Kommunen.

Zu schnell gefahren? Hier geht es zum Bußgeldrechner

Die Top Ten der Verkehrsdelikte

Verkehrsdelikte Verkehrsdelikte
Der Gesetzgeber spricht lediglich von Regelbußen – diese gelten aber nur für unbescholtene Autofahrer. Beispiel: Ein Autofahrer ohne Punkte in Flensburg fährt innerorts 26 km/h zu schnell. Macht 100 Euro Bußgeld und drei Punkte. Hat er allerdings zwei Voreinträge wegen Tempo-Delikten innerhalb des letzten Jahres, zahlt er extra. Und das völlig unterschiedlich: Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz zehn Euro, im Landkreis Lüneburg 20 Euro, in Hamburg 25 Euro, im Märkischen Kreis 55 Euro und im Kreis Harburg sogar 100 Euro. Auch die bayerische Polizei verhängt bei zentralen Verstößen (Geschwindigkeit, Abstand, Überholen, Rotlicht) in der Regel einen Aufschlag von 50 Prozent bei Tätern, die innerhalb eines Jahres zum zweiten Mal überführt werden, und 100 Prozent bei denen, die zum dritten Mal auffällig wurden. Ab dem vierten Mal wird meist sogar der Führerschein entzogen.

Lesen Sie auch die Top Ten: Die häufigsten Verkehrsdelikte

Verkehrsanwalt Uwe Lenhart kritisiert diese willkürlichen Aufschläge: "Das oftmals von den Behörden fehlerhaft ausgeführte Ermessen ist für Betroffene höchst unfair." Ein Einspruch gegen die hohen Geldbußen und der damit verbundene Aufwand (Einspruch gegen Bußgeldbescheid, Hauptverhandlung vor Gericht, Rechtsanwaltskosten) lohne sich nämlich oft nicht. Die Gerichte würden die Bußgeldhöhe in aller Regel nur um 20 bis 50 Euro reduzieren.

Übersicht: Alles zum Thema Verkehrsrecht

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