Der neue Astra

Der neue Opel Astra Der neue Opel Astra

Der neue Astra

— 17.07.2003

Hut ab, Opel!

Wolfsburg ist gewarnt: Der neue Astra trägt ein modernes Blechkleid, das mit alten Vorurteilen gründlich aufräumt. Opels mutige Ansage: Wir werden die Nummer eins!

Astra und Golf – Showdown in Frankfurt

Er war der ewige Zweite. Opels Astra stand in der Zulassungsstatistik immer im Schatten des übermächtigen VW Golf. Eigentlich kein schlechtes Leben. Doch die Zeiten ändern sich. Inzwischen ist der Astra auf den achten Platz der Bestseller-Hitparade abgestürzt und droht sogar hinter den Ford Focus zu fallen.

Kein Wunder: Zwischen Meriva und Signum sieht das wichtigste Opel-Modell mittlerweile richtig alt aus. Ein hässlicher Störfaktor für die Marke mit dem Blitz, die zurzeit gegen den Branchentrend im Vorwärtsgang rollt. Dass was passieren muss, steht fest. Doch planmäßig stand die Premiere des Astra C erst für Anfang 2004 auf dem Programm. Zu spät, um dem Dauerrivalen Golf Paroli zu bieten. Deshalb wurde die Vorstellung der dritten Astra-Auflage vorverlegt auf die IAA 2003.

Showdown in Frankfurt also: Zeitgleich mit dem Golf V enthüllen die Rüsselsheimer im September ihren Kompakten. Das gab es schon mal. Zuletzt duellierten sich Astra A und Golf III auf der Main-Messe 1991. In der Folge konnte der Opel dem VW aber nie das Wasser reichen. Trotzdem sehen die Opel-Oberen dem erneuten Vergleich offensiv entgegen. Vorstandschef Carl-Peter Forster (49) plant, den ewigen Gegner Golf erstmalig zu überholen und vor allem stilistisch abzuhängen.

Das Heck – halb Signum, halb Peugeot 307

Während Volkswagen stur auf konservative Kontinuität setzt, bricht der Astra C bewusst mit traditioneller Formgebung. Gestalterisch ist der Schnitt mindestens so radikal wie der Übergang vom kantigen D- zum rundlichen E-Kadett 1984 (siehe Bildergalerie). Hut ab: Auf den ersten offiziellen Pressebildern präsentiert Opel einen ansehnlichen Kompaktwagen.

Durch den breiten Kühlergrill spannt sich eine markante silberne Leiste, die vom blitzenden Markensymbol unterbrochen wird. Darüber läuft ein scharfer Scheitel mittig über die Motorhaube. Auffällig, dass der neue Astra gerade von hinten viel Eindruck macht – eine Mischung aus Signum und Peugeot 307. Damit Hinterherfahrende ihn nicht verwechseln, ist der obere Teil der Heckleuchten in so genannter Translucent-Technik ausgeführt. Eine spezielle Lichtstreuung soll den Fünftürer auch in der Dunkelheit unverwechselbar machen.

"Der Astra setzt gezielt auf Individualität und Emotion, symbolisiert die Dynamik der Marke Opel wie bisher kein anderes Volumenmodell. Das unterscheidet uns deutlich vom Wettbewerb", sagt Opel-Boss Forster. Klar, der Mann muss mit verbalem Trommelwirbel für Spannung sorgen. Sonst wäre er nicht Dirigent in Rüsselsheim, sondern Schichtführer in Gleiwitz. Ob auch das polnische Opel-Werk den neuen Astra produzieren wird, ist allerdings noch nicht entschieden.

640.000 Einheiten pro Jahr geplant

Fix sind drei Fertigungsstätten: Die Fabriken in Bochum, Ellesmereport und Antwerpen sollen pro Jahr 640.000 Autos bauen. Ein ehrgeiziges Ziel. Und deshalb muss der Neue nicht nur außen, sondern auch innen überzeugen. Trotz 16 Zentimeter mehr Gesamtlänge (4,27 Meter) und leicht verbreiterter Spur bleibt das Platzangebot für die Insassen durch den nahezu gleich bleibenden Radstand (2,61 Meter) unverändert.

Fortschritt dagegen verspricht Opel bei der Materialanmutung und der Bedienung. Immerhin war Designchef Martin Smith von 1991 bis 1997 bei Audi fürs Interieur zuständig und sorgte für höchste Premium-Qualität. Ähnlich wie bei BMWs iDrive werden wesentliche Funktionen in einem zentralen Drehknopf vereint, wie es ihn 1997 schon in einer Signum-Studie gab. Die Mittelkonsole nimmt die Bügelfalte der Motorhaube auf, verlängert sie nach innen.

Motorisiert wird der Astra mit fünf Benzin- sowie drei Dieselmotoren von 80 bis 200 PS, die alle EU 4 erfüllen. Gleich mit Einführung des Fünftürers im März 2004 sind die Basismotoren erhältlich. Übernommen aus dem aktuellen Astra wird der Twinportmotor. Mittelfristig werden aber alle Astra-Aggregate als Direkteinspritzer angeboten. Toptriebwerke sind zwei Zweiliter-Turbo mit 170 und 200 PS (OPC-Motor).

Dieselmotoren von 75 bis 150 PS

Moderne Zeiten auch bei den Dieseln. Die Tage der Verteilereinspritzpumpe sind gezählt. Künftig werden alle Selbstzünder mit Common-Rail-Technik bestückt. Die Diesel-Palette umfasst wahrscheinlich einen 1,3- (75 PS) und einen 1,7-Liter (100 PS). Bestätigt ist der neue 1,9-Liter-CDTI mit 150 PS.

Der Power-Diesel sowie die beiden Top-Benziner sind serienmäßig mit Sechsgang-Schaltgetriebe ausgerüstet. Gegen Aufpreis gibt es automatisierte Schaltgetriebe (Easytronic) und eine Vollautomatik. Ebenfalls optional: Räder bis 18 Zoll und ein interaktives dynamisches Fahrsystem (IDS), das mit einer elektronischen Stoßdämpferkontrolle arbeitet.

Heißt konkret: Der Fahrer kann per Knopfdruck einen Sportmodus wählen. So wird der Astra – wie bisher nur Premiumlimousinen oder Sportwagen – fahraktiver. Und macht einen großen Sprung nach vorn. Der Golf dürfte schon bald seinen heißen Atem im Heck spüren.

Wie heiß der ist, können Interessenten schon vorab erleben – auf der offiziellen Astra-Seite www.der-neue-astra.de.

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