Dodge Challenger Hemi Shaker

Dodge Challenger 392 Hemi Shaker: Test

— 12.04.2016

Schüttelt und berührt

Der Dodge Challenger 392 Hemi Shaker belebt eine alte Muscle-Car-Tradition: Die auf dem Motor thronende Lufthutze schüttelt sich bei jedem Gasstoß.

Die gemeine Ansauglufthutze hat ein Imageproblem. In den goldenen 80ern war sie der letzte Schrei aus dem D&W-Katalog, leitete sie tapfer lauen Fahrtwind auf winzige, ungewaschene Vierzylinder, ja sogar Heckmotorautos hat man sie auf die vordere Haube laminiert. Und umgekehrt. Außerhalb der USA traut sich heute höchstens noch Subaru den großen Schnorchel auf der Haube – und das auch nur zur Anströmung des Ladeluftkühlers.

Der Shaker erhöht den Fahrspaß ganz erheblich

Shake it, Baby! Der große Luftsammler des Hemi-V8 ragt aus der Haube heraus und tanzt beim Schalten.

In der Dragster-, Hot-Rod- und Muscle-Car-Szene, dort wo der Scoop – zu Deutsch: Schaufel – groß geworden ist, erfreut er sich jedoch ungebrochener Beliebtheit. Insbesondere als Shaker-Version, die direkt auf dem Triebwerk sitzt und durch eine Öffnung in der Motorhaube ragt, so dem Fahrer die Bewegungen des dicken V8 vor Augen führt. Längsdynamik: Der 6,4-Liter-Hemi ist eine Macht: In 15,6 Sekunden geht's aus dem Stand auf 200 km/h – ganz ohne Turbo, Doppelkupplungszauberei oder komponiertes Klappenauspuff-Gedöns. Der Challenger Shaker rockt hart, laut, unverschnitten. Und als Sahnehäubchen wackelt die Shaker Hood bei jedem Schaltvorgang der hervorragenden ZF-Achtstufen-Wandlerautomatik hin und her. Auch Wirksamkeit und Standfestigkeit der Bremsen sind untadelig.

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Dank Mercedes-Fahrwerk kann der schwere Ami auch Kurven

Schnell und sicher ums Eck: Dodge vertraut beim Challenger auf ein Mercedes-Fahrwerk.

 Querdynamik: Nicht so schlimm, wie man angesichts der schieren Masse vermuten würde. Das gute alte Mercedes-Fahrwerk der E-Klasse W210 lässt den Brocken angemessen schnell, vor allem aber sehr sicher um die Ecken gehen. Obendrauf gibt's einen angenehmen Federungskomfort. Emotion: Ein derart expressiv auftretendes Auto spaltet das Publikum. Kalt lässt ein Challenger jedenfalls niemanden. Alltag: Viel Platz für vier Personen plus Gepäck, gute Sitze und bekömmlicher Langstreckenkomfort, dazu eine All-inclusive-Ausstattung mit Klimaautomatik, Leder und Xenonlicht. Bei der Parkplatzsuche ist Deutschland aber manchmal einfach zu klein für den Dodge. Preis/Leistung: Die längsdynamisch ähnlich schnellen, querdynamisch jedoch agileren Konkurrenten Mustang und Camaro kosten mit V8 und vergleichbarer Ausstattung rund 30.000 Euro weniger. In den USA ist das nicht so.
Fahrzeugdaten Dodge Challenger 392 Hemi Shaker
Motor V8, vorn längs
Hubraum 6417 cm³
kW (PS) bei 1/min 362 (492)/6000
Literleistung 77 PS/l
Nm bei 1/min 644/4200
Antrieb Hinterrad
Getriebe 8-Stufen-Automatik
Bremsen vorn 390 mm/innenbel./geschl.
Bremsen hinten 350 mm/innenbel./geschl.
Reifengröße vorn 275/40 R 20
Reifengröße hinten 275/40 R 20
Maße L/B/H 5028/1923/1419 mm
Messwerte
0-100 km/h 4,8 s
0-200 km/h 15,6 s
Vmax 270 km/h
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 36,7 m
aus 100 km/h warm 35,7 m
Testwagenpreis 75.900 Euro


Autor:

Florian Neher

Fazit

Ein herrliches Muscle Car, das geradeaus sehr schnell und in Kurven gutmütig fährt. Die tanzende Shaker Hood ist ein nettes Gimmick, das den Fahrspaß nochmals steigert. Im Vergleich zu den querdynamisch agileren Rivalen Ford Mustang und Chevrolet Camaro ist der Challenger aber leider viel zu teuer.

Stichworte:

Sportwagen

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.