Paul Curtis

Elektro-Autos als Kunstwerke

— 19.09.2011

Dreck geht, E-Auto entsteht

Der britische Künstler Paul "Moose" Curtis rückt Wänden mit Schablonen und Hochdruckreiniger zu Leibe. Er putzt E-Autos in den abgelagerten Schmutz. Das ganze nennt sich Reverse-Graffiti.

Dreck auf Autos ist ein bekannter Nervfaktor aber sonst nicht weiter erwähnenswert. Der britische Künstler Paul "Moose" Curtis und sein Kollege Marc Cameron haben allerdings ein Verfahren entwickelt, um das Verhältnis von Schmutz zu Auto ins Gegenteil zu verkehren. Und das ist wiederum auf jeden Fall erwähnenswert. Nicht der Dreck setzt sich auf dem Auto ab, sondern das Auto frisst sich in den Dreck. Die beiden schrägen Vögel suchen sich für ihre Arbeit von Grünspan und anderen Ablagerungen besonders stark heimgesuchte Wände und machen sie so geschickt sauber, dass dabei Bilder entstehen. Eine Vorliebe von Curtis sind herausgeputzte Elektroautos: Im Zusammenspiel von dreckigen Wänden, Schablonen, einem Hochdruckreiniger sowie mehreren hundert Liter Wasser entstehen Modelle wie der Renault Twizy oder der BMW i3. Das Süddeutsche Zeitung Magazin haben Curtis bei der Arbeit gefilmt. Das Ergebnis sehen Sie unten im Video.

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Die Arbeit des Briten, die sich Reverse-Graffiti nennt, kommt der Umwelt gleich auf mehreren Ebenen zu Gute: Erstens macht er ganz einfach verschmutzte Oberflächen sauber. Er bringt mit seinen markenübergreifenden Aktionen aber auch die Gattung der Elekroautos stärker in das Bewusstsein der Menschen. Dadurch, dass für seine Graffitis keine Sprühfarben verwendet, sind sie zudem noch umweltverträglich. Dafür ist diese Kunst aber auch nicht lange haltbar: Spätestens nach einem halben Jahr hat der Schmutz wieder die Oberhand gewonnen. Wie jeder Künstler, der etwas auf sich hält, hat auch Curtis eine ganz konkrete Botschaft an die Rezipienten seiner Kunstwerke: Er möchte die Leute darauf aufmerksam machen, wie dreckig die Welt ist. Das Problem daran ist nur, dass die meisten damit ziemlich zufrieden zu sein scheinen. Denn es ist überraschend schwierig – so der verdutzte Künstler – Wände zu finden, die er saubermachen darf.

Autor: Stephanie Kriebel

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