Erlkönig Mazda3 — 20.05.2008
Nippon geht Golfen
Versteckt unter einem schlabberigen Tarn-Cape touren Mazdas Entwickler aktuell mit dem neuen 3er durch die Welt. Die zweite Generation des kompakten Japaners soll ab 2009 endlich auch dem Golf gefährlich werden.
Wenn es ums Tarnen neuer Autos geht, machen japanische Auto-Entwickler keine Kompromisse. Tarn-Cape drüber und fertig. Pech nur, dass meist trotzdem raus kommt, welches Auto unter dem Schlabber-Shirt steckt. So auch in diesem Fall. Es ist die nächste Generation des
Mazda3, die den
Erlkönig-Jägern von autobild.de da vor die Objektive gerollt ist. Genauer gesagt, die Stufenheck-Version des kompakten Japaners. Mit dem aktuellen Modell der 3er-Reihe versuchen die Japaner seit 2003 (Facelift 2006) dem übermächtigen
Golf in die Parade zu fahren. Das soll auch die zweite 3er-Generation ab 2009 nicht anders machen – mit mehr Erfolg, versteht sich. Technisch stehen die Weichen dafür gar nicht so schlecht. Der
Mazda3 basiert auf der gleichen Plattform wie der
Ford Focus und erbt damit ein überaus standfestes Fahrwerk. Allerdings wird der
Mazda in allen Versionen deutlich sportlicher auftreten, als sein eher komfortabel abgestimmter
Ford-Verwandter.
Sportliches Design und ein neuer Turbo-Benziner
Knackig: Das kurze Stufenheck soll sportlich wirken, Design-Vorbild ist der neue Mazda6.
Zum soliden Gesamtpaket gehören auch ein paar Zentimeter Länge extra, die der Japaner mit Blick auf die nicht kleiner werdenden Nachfolge-Modelle der Konkurrenten ganz gut gebrauchen kann. Freunde dürfte sich
Mazda auch mit dem sportlichen Design mache, das unter der Tarnung stecken soll. Der nächste
3er soll sich nicht nur
Zoom-Zoom anfühlen, sondern auch so aussehen. Unter der Haube bleibt es beim bekannten Motorenmix. Die Basis bilden ein 1,6-Liter- sowie ein Zweiliter-Agggregat, die beide mit ein paar Mehr-PS versorgt werden. Das Top-Modell
MPS wird künftig von einem 2,5-Liter Turbo-Vierzylinder angeschoben, der knapp 300 PS leisten dürfte. Zuwachs kündigt sich auch für die Selbstzünder-Abteilung an. Neben dem bewährten Zweiliter-Turbo-Nagler ist hier Verstärkung aus dem Ford-Lager in Sicht.
Optionale Digitalradios und Festplatten-Navis
Konsequent verhängt: Die schlabberige Tarnung soll Karosseriedetails verbergen.
Preislich will Mazda die teuren Europa-Kompakten auch weiterhin unterbieten und verzichtet bei der Austattung des Innenraums deshalb auf die ganz großen Innovationen. Serienmäßige Sechsgang-Getriebe für alle Motorisierungen, optionale
Digitalradios und Festplatten-Navis werden aber dennoch in den Ausstattungslisten auftauchen. Dort fehlt bislang ein Kombi. Den haben die Erlkönig-Jäger bislang auch noch nicht gesichtet. Schade. Aber bis 2009 ist ja noch ein bisschen Zeit.