Fahrbericht Hyundai ix55 3.0 V6 CRDi — 27.03.2009
Premium für Tiefstapler
Im Mai 2009 startet bei uns der Verkauf des Hyundai ix55. Mit Dreiliter-Diesel überzeugt das neue Flaggschiff der Koreaner als luxuriöser Gleiter. Lexus-Flair für 42.290 Euro.
In den Vereinigten Staaten bereits mehr als 25.000 Mal verkauft
Deutschland-Premiere feiert das neue Topmodell des Abwrackprämien-Gewinners (154 Prozent Zulassungsplus seit Jahresbeginn) auf der AMI in Leipzig. Mitte Mai 2009 soll der Verkauf starten. Endlich, muss man aus Sicht des deutschen Importeurs sagen. Denn auf anderen Straßen ist der ix55 längst unterwegs, wenn auch teils unter anderem Namen. Im März 2007 startete das hierzulande mindestens 2,2 Tonnen schwere SUV in den Vereinigten Staaten als Benziner Veracruz. Mehr als 25.000 Mal verkaufte sich der Koreaner dort bislang. Seit Ende 2008 ist der ix55 in Europa zu haben. 239 PS liefert der im europäischen Entwicklungszentrum ersonnene 3.0 V6 CRDi ab. Der in Deutschland serienmäßige Partikelfilter fehlt bei den ersten Testfahrzeugen: Hyundai besorgte sie für die Premierenfeier kurzerhand im Ausland.Der neu entwickelte Dieseldirekteinspritzer leistet 239 PS und 451 Nm
Souverän, leise, durchzugsstark. Der Selbstzünder mit Bosch-Technologie der dritten Generation geht nicht gerade spektakulär, aber jederzeit überzeugend zu Werk. 451 Newtonmter Drehmoment liegen ab 1750 Umdrehungen an. 200 km/h Spitze schafft der ix55 Spitze, bis Tempo 100 vergehen aus dem Stand 10,4 Sekunden. Für den Landstraßenzwischenspurt von 60 auf 100 km/h benötigt er exakt die halbe Zeit. Der Durst soll sich dank Common-Rail-Technik mit Piezo-Injektoren in Grenzen halten: 9,4 Liter im Durchschnitt verspricht Hyundai, 12,4 sollen es in der Stadt sein. Bei unserer Fahrt durchs platte Umland Leipzigs und über die umliegenden Autobahnen kamen laut Bordcomputer knapp 13 Liter Durchschnittsverbrauch zusammen.Für ein Auto dieser Dimensionen ist das vertretbar, aber nicht wirklich im grünen Bereich. Der CO2-Wert von 249 Gramm pro Kilometer ist nominal ein Schlag fürs Öko-Gewissen, aber im Rahmen der Mitbewerber. Den Fahrer ficht all das nicht an, wenn er erstmal hinterm Volant Platz genommen hat. Alles sauber verarbeitet, übersichtliche Bedienelemente, schöne Alu-Applikationen, genarbte Oberflächen. Korea-Muff? Kein Spur. Luxus wie im Lexus, Ästhetik wie im Audi. Nur ein Multimediasystem sucht man vergebens. Das folgt inklusive Navigationssystem erst im September 2009. Breite, bequeme Ledersitze gibt es für die Passagiere in der ersten Reihe schon jetzt. Hinten lässt sich zwischen den äußeren Plätzen eine multifunktionale Armlehne ausklappen. Mit zwei integrierten Cupholdern und einem seidenweich ausgeschlagenen Fach für Kleinkram.
Das Fahrwerk bügelt schlechte Straßen kommentarlos aus
500 Einheiten will Hyundai dieses Jahr vom ix55 bei uns absetzen. 2010 sollen es dann 1300 Stück werden. "Gern auch mehr", sagt Frey. "Ich bin sicher, der Wagen wird sich in Deutschland behaupten." Am konservativ kalkulierten Absatzziel von Hyundai Deutschland hätte der ix55 damit einen sehr bescheidenen Anteil: 50.000 Einheiten insgesamt hat Werner H. Frey als Ziel für 2009 ausgegeben. Knapp 3000 weniger als 2008. "Wenn es im März so weiterläuft wie bislang, sollten wir im ersten Quartal auf 25.000 Einheiten kommen", rechnet er hoch. Und grinst. Mit knapp 16.000 verkauften Fahrzeugen in den ersten beiden Monaten dieses Jahres und 4,3 Prozent Marktanteil im Februar hat Hyundai Deutschland das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte eingefahren. Nachschubsorgen? Nicht nötig: Derzeit landen im Wochentakt frische Fahrzeuge an. Und mit dem dreitürigen Kleinwagen i20 steht auf der AMI das nächste Ass bereit. Frey: "Umweltprämie plus neue CO2-Steuer plus Steuerbefreiung für saubere Neuwagen – besser konnte es für uns eigentlich nicht laufen."


































